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Chinas neuer Sprintstar Su Bingtian gefeiert

Leichtathletik Chinas neuer Sprintstar Su Bingtian gefeiert

Als erster Chinese schaffte Su Bingtian den Sprung in ein 100-Meter-Finale. Seine irre Karriere begann als Taschenträger - nun ist er der schnellste Chinese.

Peking. Sprinter Su Bingtian hat bei der Leichtathletik-WM Geschichte geschrieben und ganz China begeistert. "Bahnbrechend", "glorreich", "historisch" titelten die Zeitungen euphorisch, nachdem es Chinas "Flieger" (Feiren) als erster Asiate überhaupt in ein 100-Meter-Finale geschafft hatte.

In sensationellen 9,99 Sekunden buchte er im Halbfinale das Ticket für den Endlauf. Im Finale kam er am Sonntag dann zwar als Neunter und Letzter ins Ziel, konnte sich aber wie ein stolzer Sieger fühlen.

"Ich hätte mir selbst in meinen wildesten Träumen nicht vorstellen können, ein Finale zu erreichen", sagte Su Bingtian nach dem Rennen laut chinesischer Staatsmedien. "Jetzt ist es vollbracht." Er sei stolz, auf heimischen Boden im Finale gestanden zu haben.

Während Weltmeister Usain Bolt im Pekinger "Vogelnest" mit Jamaikas Flagge seine Ehrenrunde drehte, schwang sich der 25-Jährige die rote chinesische Flagge über die Schultern und ließ sich feiern. "Er ist unser Super-Held", jubelte ein chinesischer Fan auf der Tribüne.

Nach dem atemberaubenden Halbfinale war es egal, dass Chinas neuer Top-Sprinter nur als Neunter ins Ziel lief. "Nach der Hitze und dem Halbfinale fehlte mir die Energie, so waren 10,06 Sekunden gut genug für mich", sagte Su Bingtian. "Seine Gegenwart fügte dem Held-und-Bösewicht-Duell zwischen Bolt und (Justin) Gatlin eine besondere Dimension hinzu", kommentierte die "Global Times".

Nach dem tragischen Hürdenläufer Liu Xiang hat China wieder einen Leichtathletik-Helden, der sein Potenzial nicht einmal ausgeschöpft hat, wie Experten meinen. "Er ist der Stolz Asiens und auch aller Chinesen", schrieb die "Jinghua Shibao".

Für seine erstaunliche Karriere bringt Su Bingtian sportliche Gene mit. Unter seinen elf Vettern und Cousinen sind sechs ehemalige Leichtathleten. Allerdings ist seine Größe mit nur 1,72 Metern eher ein Problem für einen Sprinter. Neben dem großen, kräftigen Bolt wurde dieser Unterschied besonders deutlich.

In der Oberschule hatte der aus der Süd-Provinz Guangdong stammende Su Bingtian im Leichtathletik-Team anfangs noch kaum trainiert oder Wettkämpfe bestritten. Meist durfte er nur die Taschen der besseren Läufer tragen und ihnen zuschauen, berichten chinesische Zeitungen.

Erst 2003 begann Su Bingtian richtig mit dem Training. 2004 wurde er für eine Sportschule in der Stadt Zhongshan ausgewählt. Zwei Jahre später gelang ihm der Sprung ins Provinzteam. Trainer Yuan Guoqiang sagt heute: "Als ich Su Bingtian zum ersten Mal sah, dachte ich: Das ist ein Rohdiamant." Am Sonntag hat er zum ersten Mal gefunkelt.

dpa

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