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Diskus-Ass Harting knackt Rio-Norm - Sprinter Reus in Form

Leichtathletik Diskus-Ass Harting knackt Rio-Norm - Sprinter Reus in Form

Diskus-Ass Robert Harting bleibt ein Phänomen. Im zweiten Freiluft-Wettkampf nach langer Verletzungspause erfüllt er die Olympia-Norm. In Birmingham flog seine Scheibe 65,97 Meter weit. Schon in Rio-Form ist Deutschlands schnellster Sprinter Julian Reus.

Birmingham/Düsseldorf. Für Diskus-Olympiasieger Robert Harting war es die Erleichterung pur. "65,97 Meter und die Norm! Rio, ich bin auf dem Weg", twitterte der 31-jährige Berliner kurz nach seinem zweiten Platz beim Diamond-League-Meeting am Sonntag in Birmingham.

Um 97 Zentimeter hatte er im fünften Versuch die Norm für die Olympischen Spielen in Rio de Janeiro übertroffen. Damit schob sich Harting im Kampf um ein Olympia-Ticket vor seinen Bruder Christoph (65,61), liegt aber noch weit von den Saisonbestmarken der beiden deutschen Ranglisten-Ersten Martin Wierig (67,60) und Daniel Jasinski (67,16) entfernt. Bei den deutschen Meisterschaften in zwei Wochen in Kassel dürfte es deshalb einen heißen Kampf um die drei Olympia-Tickets im Diskuswurf geben.

Besser als Harting war im Alexander-Stadium nur sein ewiger Rivale Piotr Malachowski (Polen), der 67,50 Meter weit warf. Vier Tage zuvor hatte der deutsche Ausnahmeathlet in Rom als Dritter mit 63,96 Metern den ersten Freiluft-Wettkampf nach einer Verletzungspause von 21 Monaten bestritten. Er hatte im September 2014 einen Kreuzbandriss erlitten und musste die WM-Teilnahme 2015 in Peking absagen.

Nicht richtig in Schwung kommt Speerwurf Weltmeisterin Katharina Molitor. Die 32-jährige Leverkusenerin kam über 58,41 Meter und den achten Platz nicht hinaus. Zuvor in Rom hatte es auch nur zu Rang sieben gereicht. Dritte wurde Ex-Europameisterin Linda Stahl mit 61,62 Metern. Direkt hinter der Leverkusenerin landete die frühere Weltmeisterin Christina Obergföll (LG Offenburg) mit 61,27 Metern.

Doppel-Olympiasieger Mo Farah demonstrierte bei seinem ersten Rennen in dieser Saison in Europa, dass er auch in Rio (Gold-)Medaillen holen will. Über 3000 Meter stellte der Brite in 7:32,62 Minuten eine von vier Weltjahresbestleistungen auf. Vor dem Auftritt hatte er seinen Rücktritt nach der Heim-WM 2017 in London angekündigt.

Für eine weitere Weltbestmarke sorgte Stabhochspringerin Silva Yarisley. Die kubanische Weltmeisterin siegte mit 4,84 Meter. Eine deutsche Athletin war nicht am Start. Über 3000-Meter-Hindernis setzte Kenianer Conselius Kipruto einen neuen Maßstab: Der zweimalige Vizeweltmeister gewann in 8:00,12 Minuten. Eine Weltjahresbestzeit über 1500 Meter schaffte ebenfalls ein Kenianer: Asbei Kiprop lief in 3:29,33 Minuten als Erster über die Ziellinie. Timo Benitz (LG Nordschwarzwald) wurde in 3:37, 77 Minuten Zwölfter.

Der deutsche Top-Sprinter Julian Reus ist jetzt schon in Rio-Form. Beim Meeting in Regensburg lief der Wattenscheider im Vorlauf über 100 Meter mit perfektem Rückenwind von 1,8 Metern 10,07 Sekunden. Nur bei seinem deutschen Rekord vor zwei Jahren in Ulm war er in 10,05 Sekunden schneller gewesen. In Europa rannten in diesem Jahr bisher nur zwei Sprinter schneller als Reus.

"Ich habe die idealen Bedingungen genutzt. Die Olympia-Norm abgehakt, bin wieder unter 10,10 gelaufen. Das ist schon sehr ordentlich", sagte der schnellste Deutsche, der auf das Finale verzichtete. Im 100-Meter-Endlauf siegte der Berliner Lukas Jakubczyk in 10,17 Sekunden. Damit unterbot er die Norm für die EM Anfang August in Amsterdam, verfehlte jedoch den Rio-Richtwert um eine Hundertstelsekunde.

Eine beeindruckende Vorstellung zeigte die deutsche 4x100-Meter-Staffel der Frauen. In 42,00 Sekunden rannten Tatjana Pinto (LC Paderborn), Lisa Mayer (LG Langgöns/Oberkleen), Gina Lückenkemper (LG Olympia Dortmund) und Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge) die schnellste Zeit einer deutschen Staffel seit 1990.

dpa

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