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Einspruch abgelehnt: Diskuswerfer Harting nur WM-Achter

Leichtathletik Einspruch abgelehnt: Diskuswerfer Harting nur WM-Achter

Von seinem ersten WM-Finale hatte sich Diskuswerfer Christoph Harting mehr versprochen. Nach einem enttäuschenden Wettkampf und einem zurückgewiesenen Einspruch stand am Ende nur Platz acht. Der neue Weltmeister ist der größte Rivale seines Bruders Robert.

Peking. Der Wettkampf an sich verlief für Christoph Harting schon enttäuschend genug. Was danach folgte, war aber das reinste Chaos. Der deutsche Diskus-Meister belegte am Samstag bei der Leichtathletik-WM nur den achten Platz.

Der jüngere Bruder des in Peking fehlenden Titelverteidigers Robert Harting fühlte sich dabei von den Kampfrichtern verschaukelt. Konkret ging es um den letzten und vermeintlich weitesten Wurf des 25-Jährigen. Den erklärte die Wettkampfleitung für ungültig, was aber Harting selbst und seinen Angaben zufolge auch einer der Kampfrichter am Ring ganz anders sahen.

Harting protestierte sofort, der betreffende Kampfrichter wurde auch bei der Wettkampfleiterin vorstellig. "Die hat aber kein Englisch verstanden und einfach entschieden: Der Wettkampf ist vorbei", meinte der Werfer. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) wertete anschließend Videobilder aus und legte sogar Einspruch gegen die Wertung des Wettkampfes ein. Doch der wurde von einer Jury des Weltverbandes IAAF zurückgewiesen. Harting habe die Oberkante des Rings mit seinem Schuh berührt.

"So etwas sollte nicht zu häufig passieren", meinte der Berliner lapidar. "Aber das ist jetzt nichts, an dem ich innerlich zerbrechen werde. Es gibt ein Sprichwort, das besagt: Man muss die bitteren Pillen im Leben einfach runterschlucken." Das Bittere in diesem Fall war: Der umstrittene achte Versuch war dem Augenschein nach deutlich weiter als die am Ende zu Buche stehenden 63,94 Meter. Möglicherweise hätte er sogar für eine Bronzemedaille gereicht.

Unumstrittener neuer Weltmeister ist der Pole Piotr Malachowski, der diesen Wettkampf von Beginn an dominierte und mit 67,40 Metern auch gewann. Auf den Plätzen zwei und drei folgten der belgische Shootingstar Philip Milanov (66,90) und der zweite polnische Werfer Robert Urbanek (65,18).

Malachowski nutzte damit erfolgreich aus, dass sein Dauerrivale Robert Harting aufgrund der Folgen einer schweren Knieverletzung in Peking fehlte. Fünfmal in Serie hatte er dem dreimaligen Weltmeister, Olympiasieger und Europameister zuletzt bei großen Wettkämpfen gratulieren müssen. Am Samstag war der Weg aber endlich frei für den ersten Weltmeister-Titel in seiner Karriere.

"Ich habe keinen großen Druck und keine Nervosität verspürt", sagte Malachowski. "Robert Urbanek und ich haben versucht, uns gegenseitig zu unterstützen. Das hat zum Glück geholfen." Vor der WM habe ihn auch die jetzige Hammerwurf-Weltmeisterin Anita Wlodarczyk zu Hause besucht. "Sie hat mir nur einen Auftrag gegeben: Wirf weit!", erzählte der 32-Jährige. Zuvor hatte er in seiner Karriere nur den EM-Titel 2010 und Olympia-Silber 2008 gewonnen. Bei den Weltmeisterschaften 2009 und 2013 wurde er jeweils Zweiter hinter Robert Harting.

Dessen jüngerer Bruder hatte bei seiner zweiten WM-Teilnahme zwar nie eine Medaille als Ziel ausgegeben. Dennoch weckten seine starken Vorleistungen im Mai und auch das Scheitern namhafter Rivalen wie Ehsan Hadadi (Iran) oder Jason Morgan (Jamaika) in der WM-Qualifikation zumindest entsprechende Hoffnungen. Doch Christoph Harting kam mit 63,94 und 63,55 Metern nur schleppend in den Wettkampf. Danach folgten noch vier ungültige Versuche und eine heftige Diskussion.

dpa

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