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Fernduell: Coe und Bubka streben an IAAF-Spitze

Leichtathletik Fernduell: Coe und Bubka streben an IAAF-Spitze

Präsident gesucht: Am 19. August wird in Peking einer der wichtigsten Posten im Weltsport neu besetzt. Sergej Bubka und Sebastian Coe wollen Chef des internationalen Leichtathletikverbandes werden. Seit Wochen liefern sich die Olympiasieger ein Fernduell.

Peking. Drei Jahrzehnte nach ihren größten Erfolgen streben zwei Olympiasieger noch einmal ganz nach oben: Die ehemaligen Weltklasse-Leichtathleten Sergej Bubka und Sebastian Coe.

Alle beide, schon seit Jahren auch als Sportpolitiker profiliert, wollen als Präsident des Weltverbandes IAAF durchstarten - auf einem der wichtigsten Posten im Sport. Seit Monaten liefern sich der frühere Stabhochspringer Bubka und der ehemalige Mittelstrecken-Star Coe ein Wahlkampf-Fernduell auf Augenhöhe. Am 19. August wählt der IAAF-Kongress in Peking den Nachfolger von Lamine Diack, der ein schweres Erbe hinterlässt.

Denn viel bewegt hat der Senegalese in seiner 16-jährigen Ära nicht. Die internationale Leichtathletik stagnierte. Diack hinterließ vor allem eins: Reformstau. Nun sind der smarte Coe, 58 Jahre alt, und der sieben Jahre jüngere Bubka gefragt. Die notwendigen Veränderungen zügig und konsensfähig umzusetzen, das sind die größten Herausforderung für den neuen IAAF-Chef.

Beide machten viel Werbung mit ihren Ideen: Coe will mit seinem "Manifesto" Anhänger und Mitstreiter gewinnen, Bubka wirbt mit seiner "Vision 2025". Der Anti-Doping-Kampf hat für beide auch angesichts der jüngsten Turbulenzen höchste Priorität. Auch das Premium-Produkt, die Weltmeisterschaften, soll auf den Prüfstand.

Sowohl Coe als auch Bubka haben Berater engagiert, fast täglich gab es frische Statements, viele mit dem Tenor: "Wenn ich Präsident wär..." Coe zählte genüsslich die Verbände unter den 214 IAAF-Mitgliedern auf, die für ihn stimmen wollen. Es zeichnet sich wohl eine Mehrheit für den Engländer ab, aber Bubka wird bis zur letzten Sekunde um Stimmen kämpfen. Für "Seb" Coe, der zweimal Olympiasieger über 1500 Meter und 800-Meter-Weltrekordler war, spricht sein guter Job als Olympia-Chef 2012 in London.

Multi-Millionär Bubka hat viel Erfahrung und ist bestens vernetzt. Der Ukrainer sitzt zudem schon im IOC, wo Coe erst als IAAF-Präsident Zugang hätte. Allerdings verlor Weltbürger Bubka vor zwei Jahren bei der Wahl des IOC-Präsidenten ganz klar gegen Thomas Bach. "Wenn ich als Präsident gewählt werde, wird einer meiner ersten Schritte sein, die Vision 2025 auf den Weg zu bringen - das wird die umfassendste Überprüfung sein, die jemals in Bezug auf jeden Aspekt der heutigen Leichtathletik unternommen wurde", sagte der 35-malige Stabhochsprung-Weltrekordler kürzlich in einem dpa-Interview.

"Wir müssen ehrlich mit uns selbst sein. Die Leichtathletik, wie andere Sportarten auch, findet in einer Welt mit raschen und tiefgreifenden Veränderungen statt", meinte Coe. "Es ist notwendig, innovativ und mutig zu sein, wo es nottut." Er stellte jedem IAAF-Mitgliedsverband 100 000 Dollar in Aussicht, für eine Vier-Jahres-Periode - als "olympische Dividende". Er sieht die Verbände als "Fundament unseres Sports", und deren Unterstützung habe eine Schlüsselfunktion seiner künftigen Politik, "die ich umsetzen werde, falls ich gewählt werde".

Bubka ist ein gewiefter Taktiker, er gab seine Kandidatur lange nach Coe bekannt. Vor allem in Afrika hat er Unterstützer. Der ukrainische NOK-Chef stellte Finanzspritzen für den Bau von Verbandssitzen in Aussicht. Zudem will er Programme zur Frauen- und Nachwuchsförderung oder zur Weiterbildung von Trainern auf den Weg bringen.

Die Abstimmung könnte eng werden. "Beide haben sehr gute Chancen", sagte der langjährige IAAF-Funktionär Helmut Digel in einem dpa-Interview. "Wenn man sich die Manifeste von beiden anschaut, ist das Reformprogramm von Coe etwas umfangreicher und konkreter", befand DLV-Präsident Clemens Prokop. "Coe dekliniert sehr praktisch und detailliert vor, in welchen Bereichen er Veränderungen anstrebt. Und man hat den Eindruck, dass es Bubka etwas pauschaler macht."

dpa

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