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Gold für Geherin: China holt endlich ersten WM-Titel

Leichtathletik Gold für Geherin: China holt endlich ersten WM-Titel

Unter dem Strich ist die sportliche Bilanz der Chinesen bei dieser Leichtathletik-WM positiv. Trotzdem fehlte den Gastgebern lange Zeit die heiß ersehnte Goldmedaille - bis zum Gehen am Freitag.

Peking. Sechs Tage lang haben die Gastgeber auf diesen Erfolg warten müssen. Am Freitagfrüh gewann die Geherin Liu Hong dann endlich die erste Goldmedaille für das chinesische Team bei den Leichtathletik-WM in Peking.

"Ich habe einen großen Druck verspürt. Jeder in China hat darauf gewartet", sagte die 28-Jährige. "Ich habe vorher bei großen Meisterschaften einmal Silber und zweimal Bronze geholt. Jetzt ist es endlich Gold geworden."

Die Weltrekordhalterin setzte sich über 20 Kilometer erst auf den letzten Metern eines spannenden Duells gegen ihre Teamkollegin Lu Xiuzhi durch. "Liu Hong bricht das Eis", schrieb die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die beiden Favoritinnen hatten sich bereits auf den ersten Metern vom Rest des Feldes abgesetzt. Nach 1:27:45 Stunden siegte Hong nur mit einem knappen Vorsprung von zwei Schritten vor der zeitgleichen Xiuzhi. Die Bronzemedaille ging an die Ukrainerin Ludmilla Oljanowska (1:28:13).

Durch diesen Doppelerfolg auf dem kleinen Rundkurs vor dem Olympiastadion zogen die Chinesen im Medaillenspiegel - zumindest vorübergehend - an der deutschen Mannschaft vorbei. Einmal Gold, viermal Silber und einmal Bronze haben die Gastgeber vor dem letzten Wettkampf-Wochenende bereits geholt. Das ist keine schlechte Ausbeute für ein Land, das keine ausgeprägte Leichtathletik-Tradition besitzt. Entsprechend vorsichtig hatte vor der WM auch die Vorgabe des chinesischen Verbandes ausgesehen. Er erwarte nicht mehr als sieben bis acht Medaillen, sagte dessen Präsident Du Zhaocai.

In vielen Disziplinen haben chinesische Athleten immer mehr zur Weltspitze aufgeschlossen. So bejubelten am Dienstagabend 55 000 Zuschauer im Pekinger "Vogelnest" den dritten, vierten und fünften Platz der Weitspringer Wang Jianan, Gao Xinglong und Li Jinzhe. "Der Durchbruch des Leichtathletik-Teams bei dieser WM deutet darauf hin, dass es in der Zukunft noch mehr Überraschungen geben kann", schrieb die Zeitung "Huasheng Ribao".

Mitverantwortlich für die erkennbaren Entwicklungen in der chinesischen Leichtathletik sind auch einige ausländische Trainer. So betreut der Deutsche Dieter Kollark die Kugelstoßerinnen des WM-Gastgebers und Trainer-Guru Renato Canova die Langstreckenläufer. "China ist das sauberste Land der Welt", sagte der Italiener der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", als es um das Dauerthema Doping ging. Das glaubt ihm allerdings kaum jemand.

So positiv die Gesamtentwicklung auch sein mag, so groß war noch immer die Erwartungshaltung vor dem 20-Kilometer-Gehen. Liu Hong hatte erst im Frühjahr den Weltrekord um 26 Sekunden auf 1:26:38 Stunden verbessert. Außerdem war die vermeintlich stärkste Konkurrenz der Chinesinnen gar nicht erst am Start, da der russische Verband sein komplettes Geher-Team infolge der zahlreichen Doping-Skandale in den vergangenen Monaten von dieser WM zurückgezogen hatte. 

"Auf der einen Seite hatten wir den großen Druck. Auf der anderen Seite wussten wir aber auch, dass wir ohne die Russinnen keine großen Probleme kriegen können, wenn wir unsere Leistung zeigen", sagte die Zweitplatzierte Lu Xiuzhi.

dpa

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