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Molitor ohne Medaille - Zweites Gold für Spotakova

Leichtathletik Molitor ohne Medaille - Zweites Gold für Spotakova

Die Speerwurf-Königin von Peking ist entthront: Katharina Molitor reist von der WM aus London ohne Medaille nach Hause. Für mehr als Platz sieben reichte es diesmal nicht. Ihr zweites WM-Gold eroberte eine 36 Jahre alte Mama: die Tschechin Barbora Spotakova.

Musste sich bei der Leichtathletik-WM in London mit Platz sieben zufrieden geben: Speerwerferin Katharina Molitor.

Quelle: Bernd Thissen

London. Als der Speer auch im letzten verzweifelten Versuch nur bei 58,87 Metern landete und zitternd im Rasen stecken blieb, da war die Sache klar und die Speerwurf-Königin entthront.

Zwei Jahre nach ihrem Gold-Coup von Peking blieb für Katharina Molitor bei der Leichtathletik-WM in London nur der siebte Platz - eine nicht unerwartete Enttäuschung. Doch 63,75 Meter reichten bei weitem nicht für einen Podestplatz.

"Bei den letzten drei Versuchen war der Schwung raus, da kam nichts mehr. Irgendwie ist das genau falsch herum gelaufen - 63 Meter in der Qualifikation und 65 Meter heute im Finale wären mir lieber gewesen", sagte Molitor. "Aber ich bin jetzt weder glücklich noch unglücklich und eigentlich ganz zufrieden."

Ihr zweites WM-Gold nach dem Titel 2007 in Osaka gewann die Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Barbora Spotakova aus Tschechien mit 66,76 Metern. "Es ist einfach fantastisch", sagte die 36-Jährige sichtlich gerührt. Zweite wurde die Chinesin Li Lingwei mit 66,25 Metern vor ihrer Landsfrau Lyu Huihui (65,26). Silber für Siebenkämpferin Carolin Schäfer bleibt damit die bislang einzige Medaille für das deutsche Team.

"Speerwerferin, Leistungssportlerin, Volleyballerin" - so stellt sich Molitor auf ihrer Homepage vor. "Ich bin keine Trainingsweltmeisterin", sagte sie zu Saisonbeginn. Vor dem Europäischen Winterwurf-Cup Mitte März konnte sie mehrere Wochen lang wegen einer Entzündung im Ellbogen nicht voll trainieren.

Bei den weiteren Wettkämpfen fehlten oft Weite und Konstanz. Unter Zeitdruck kam sie auf dem Weg nach London aber nie: Denn als Speerwurf-Königin von Peking erhielt Molitor für London vom Weltverband eine Wild Card, also ein automatisches Startrecht. Und als es drauf ankam, haute sie richtig einen raus: 65,37 Meter in der Qualifikation, Saisonbestleistung.

Vor gut einem Jahr hatte Molitor die größte Enttäuschung in ihrem Sportlerleben erlebt: Nach einem Nominierungsstreit war sie nicht für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro nominiert worden. Während die ausgebootete Weltmeisterin zuhause saß, verschenkten Christina Obergföll, Linda Stahl und Christin Hussong ihre Medaillenchancen.

Molitor hatte versucht, ihr Olympia-Ticket vor dem Landesgericht und Oberlandesgericht Frankfurt einzuklagen und damit Obergföll den Startplatz streitig zu machen - ohne Erfolg. Unmittelbar nach der Rio-Pleite attackierte sie den Deutschen Leichtathletik-Verband wegen der Nominierungsrichtlinien, "die zu viel Spielraum lassen".

Ihr größter Wunsch nach dem Hickhack um Olympia war: "Dass der DLV mal eine Nominierungsrichtlinie rausbringt - und wenn's auch 100 Seiten sind -, wo dann jeder Athlet selber vor der Nominierung weiß: er ist dabei oder nicht."

Molitor ist ein Multitalent: Wenn die Leichtathletik Pause macht, spielt sie für Bayer Leverkusen in der Volleyball-Bundesliga. Außerdem studiert sie Geografie und Sport auf Lehramt. Volleyball gibt sie auf ihrer Homepage als Hobby an - und Kochen mit Freunden.

dpa

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