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Olympia-Norm: Marathonveranstalter kritisieren DLV

Leichtathletik Olympia-Norm: Marathonveranstalter kritisieren DLV

Ist die Marathon-Norm für Olympia 2016 zu hart? Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat sie nicht allein zu verantworten, denn die Kriterien setzt der DOSB. Dennoch bekommt der DLV jetzt eine Breitseite von den deutschen Marathonveranstaltern.

Berlin. Die fünf großen deutschen Marathonveranstalter haben den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) mit Blick auf die Qualifikationsnormen zum Umdenken aufgefordert.

"Die mögliche Entwicklung deutscher Läufer zu Athleten von internationaler Klasse wird seit Jahren blockiert", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. So sei der Regensburger Philipp Pflieger bei seinem Marathon-Debüt am vergangenen Sonntag in Berlin sehr gute 2:12:50 Stunden gelaufen und habe die Olympia-Normzeit für die Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro um 35 Sekunden verpasst.

Die Norm sei "so hoch angesetzt", dass sie "beinahe keiner erreicht", betonen die Veranstalter der Stadtmarathons von Berlin, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln und München. "So wird aufstrebenden Athleten wie dem 28 Jahre alten Pflieger die Olympiachance genommen", heißt es in dem Statement. Dies wirke sich vor allem auf die Motivation von Nachwuchsläufern negativ aus. Bei Olympia 2012 in London war kein deutscher Marathon-Mann am Start.

Die internationale Olympia-Norm liegt nur bei 2:17 Stunden. "Der DLV begründet seine harte Qualifikationszeit damit, nur Marathonläufer nach Rio schicken zu wollen, welche die Chance auf eine Platzierung unter den ersten Acht haben", betonen die Marathonveranstalter. Es gebe kaum andere olympische Disziplinen, wo so viele verschiedene Nationen am Start sind wie in den Laufwettbewerben.

"Doch deutsche Athleten werden davon vom eigenen Verband quasi ausgeschlossen. Diese harte Gangart ist völlig unverständlich." Doch der DLV ist nicht alleinverantwortliche für die Normen. Die Kriterien der Nominierung gibt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) vor.

Bundestrainer Wolfgang Heinig hatte nach dem Berlin-Marathon gesagt, dass er Pflieger die Normzeit durchaus noch zutraut. Bis zum Stichtag am 1. Mai 2016 kann der Nachweis noch erbracht werden.

Viel flotter als Pflieger war schon Arne Gabius unterwegs: Der 34-Jährige vom LT Haspa Marathon Hamburg will die DLV-Norm am 25. Oktober in Frankfurt abhaken. In der Bankenmetropole hatte Gabius im Vorjahr in 2:09:32 Stunden ein starkes Debüt gegeben. Den inzwischen 27 Jahre alten deutschen Rekord von Jörg Peter (2:08:47) verpasste er dabei nur um 45 Sekunden.

dpa

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