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Revanche: Bolt will Gatlin auch über 200 Meter schlagen

Leichtathletik Revanche: Bolt will Gatlin auch über 200 Meter schlagen

Usain Bolt gegen Justin Gatlin, Teil II: Vier Tage nach Bolts Sieg über 100 Meter kommt es am Donnerstag (14.55 Uhr MESZ) über die doppelte Distanz zur Revanche.

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Usain Bolt (r) trifft erneut auf Justin Gatlin.

Quelle: Srdjan Suki

Peking. Dann steht bei der Leichtathletik-WM in Peking das 200-Meter-Finale an.

Wie ist die Ausgangsposition?

Mit insgesamt neun Goldmedaillen ist Usain Bolt schon längst der erfolgreichste Athlet der WM-Geschichte. Im direkten Duell mit Justin Gatlin liegt er mit 7:2 Siegen über 100 und 200 Metern ebenfalls klar vorn. Der Amerikaner will nach zehn Jahren zum zweiten Mal in seiner Karriere 200-Meter-Weltmeister werden. Im WM-Finale von Helsinki 2005 kam es auch zum bislang einzigen Aufeinandertreffen der beiden über diese Distanz. Gatlin siegte damals klar, der erst 18 Jahre alte Bolt humpelte von Schmerzen im Oberschenkel geplagt als Letzter ins Ziel.

Wie wirkt sich der Ausgang des 100-Meter-Finals aus?

Die psychologische Wirkung ist enorm. Der Jamaikaner wirkt nach seinem Sieg vom Sonntag geradezu befreit, die Anspannung und Zurückhaltung der Tage davor ist fast schon wieder der alten Bolt-Show gewichen. Die Siegerehrung am Montag filmte er zur Unterhaltung der Zuschauer mit der eigenen Kamera.

Die gegenteilige Wirkung auf Gatlin ist aber mindestens genauso stark. Das große Selbstvertrauen des früheren Doping-Sünders hat gelitten. Allein Bolts Anwesenheit schüchterte ihn beim 100-Meter-Finale spürbar ein. Er habe "einige Fehler gemacht", die ihm vorher nie unterlaufen sind, sagte er später. Gatlin weiß genau: Über 200 Meter ist Bolt meist noch stärker als über 100.

Ist das wirklich ein Duell "Gut gegen Böse"?

In der öffentlichen und teilweise auch veröffentlichten Meinung sind die Rollen klar verteilt. Bolt gegen Gatlin, das ist für viele: "Gut gegen Böse", die einzige globale Ikone dieses schwer angeschlagenen Sports gegen einen nachweislichen Doper. Selbst die altehrwürdige BBC stellte nach dem 100-Meter-Finale ein Video ins Internet, das ihre Reporter im Stadion beim Bejubeln des Bolt-Siegs zeigte.

Gatlin wurde bereits zweimal des Dopings überführt und gesperrt. Bolt war bislang immer sauber. Fakt ist aber auch: Die Welt-Anti-Doping- Agentur WADA hat Jamaika erst vor zwei Jahren mit dem Ausschluss von den Olympischen Spielen 2016 gedroht, weil die Kontrollen in Bolts Heimat vermeintlich so lax waren. Wenn jemand nach monatelangen Verletzungsproblemen und ohne große Wettkampfpraxis gegen jemanden gewinnt, der nachweislich schon mehrfach gedopt und anderthalb Jahre lang kein Rennen verloren hat: Ist das wirklich ein gutes Zeichen für den Sport - oder ein Grund, erst recht misstrauisch zu sein?

Wie geht Gatlin mit seiner Rolle um?

Seine Strategie hat sich geändert. In den ersten Jahren nach seiner Sperre argumentierte er immer: Ich habe meine Strafe verbüßt, jetzt verdiene ich eine neue Chance. Das ist ein rechtsstaatliches Prinzip. Mittlerweile argumentiert der Amerikaner gar nicht mehr. Ein Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" brach er ab, britische Medien boykottiert er bei dieser WM völlig. "Wenn es in der Wohnung mieft, wäre es dann nicht schlauer, die Fenster zu öffnen, anstatt die Rollläden runterzulassen?", schrieb die "Süddeutsche Zeitung" dazu.

Was kann Bolt über 200 Meter noch aufhalten?

Nicht viel, sagen die meisten Experten. Der Superstar liebt diese Strecke. "Das ist mein Event, sie bedeutet mir sehr viel", sagte er am Mittwoch nach seinem lockeren Halbfinal-Sieg in 19,95 Sekunden. Allerdings hält Gatlin auch hier die Weltjahresbestzeit (19,57 Sekunden) - und Bolts Trainingsrückstand nach diversen Verletzungsproblemen könnte sich umso mehr auswirken, je länger die Strecke ist. "Ich fühle mich schon deutlich besser als nach dem Vorlauf", sagte der Weltrekordhalter. Aber da hatte er sich noch "ein wenig Sorgen über meine Fitness" gemacht.

dpa

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