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Schwanitz: Es war der Nervenkrieg schlechthin

Leichtathletik Schwanitz: Es war der Nervenkrieg schlechthin

Christina Schwanitz war nach ihrem Sieg der glücklichste Mensch der Welt. Die 29-jährige Sächsin gewann bei der Leichtathletik-WM in Peking Gold im Kugelstoßen - als erst zweite Deutsche nach Astrid Kumbernuss. Die Chinesin Lijiao Gong wurde Zweite.

Peking. Fragen an Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz nach ihrem Goldgewinn bei der Leichtathletik-WM in Peking.

Sie waren die dominante Werferin in dieser Saison. Bei der WM war der Weg zum Gold aber eine Zitterpartie, weil die Chinesin Lijiao Gong im ersten Versuch 20,30 Meter vorlegte und sie erst im vierten 20,37 kontern konnten!

Christina Schwanitz: Ich hatte ja gesagt, dass ich einen spannenden Wettkampf haben möchte. Den habe ich geboten. Ich fand es aber auch nicht so entspannend - aber sieben Zentimeter reichen auch.

Hatten Sie denn die Zuversicht, noch einen rauszuhauen?

Schwanitz: Ich habe früher öfter im letzten Versuch einen rausgehauen, wie bei der WM 2013, wo ich Zweite wurde. Ich fand außerdem die 19,80 und 20,00 Meter in den ersten beiden Versuchen nicht so schlecht, dass man sagen konnte: darauf lässt sich noch aufbauen.

Das Publikum in Peking hat nur die Chinesin Lijao Gong angefeuert!

Schwanitz: Dass das Land nicht ganz unparteiisch ist, haben wir ja schon gemerkt. Und ich liebe das Land....

Waren die 20,37 im dritten Versuch, die am Ende zum Sieg reichten, eine Erleichterung?

Schwanitz: Natürlich war das eine Erlösung, das ist logisch. Ich wusste, dass es die halbe Miete ist, weil Lijao nicht so nervenstark ist.

Wäre es nicht schöner gewesen, selbst einen starken Stoß vorzulegen?

Schwanitz: Ich arbeite lieber nach, als vorzulegen. Es fällt mir wesentlich leichter, zu sagen, ich bin auch noch da, als vorne weg zu rennen. Ich bin glücklich, dass mir das im dritten Versuch gelungen ist, und ich war deshalb froh, dass Lijao immer vor mir stoßen musste. Dadurch, dass ich so präsent sein konnte, war es der Nervenkrieg schlechthin.

Europa- und Weltmeisterin: Und nächstes Jahr Olympiasiegerin?

Schwanitz: Nun mal langsam. Jetzt im Moment kann ich dazu nichts sagen, sondern träume nur davon, dass ich bald die WM-Goldmedaille in der Hand halten werde. Dann träume ich von meinem Urlaub. Und dann mal gucken, wie es läuft. Der Körper muss halten, da gibt es viele Facetten, die da reinspielen.

20,77 Meter ist ihre Bestleistung. Wo kann es noch hingehen?

Schwanitz: Wenn ich noch mal in den Bereich 20,77 Meter stoßen und solche Weiten vielleicht etwas routinierter abrufen könnte, wäre es für Olympia in Rio noch mal eine andere und leichtere Ausgangssituation. Doch stoßen muss ich da trotzdem. Schenken tut mir dort keiner etwas.

dpa

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