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Sprintstar Bolt hofft auf Doc Müller-Wohlfahrt

Leichtathletik Sprintstar Bolt hofft auf Doc Müller-Wohlfahrt

Für die Mission Gold braucht Usain Bolt nun goldene Hände. Sein Lieblings-Doc aus Deutschland soll den angeschlagenen Supersprinter wieder fit machen. Denn Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt vertraut der Weltrekordler schon seit Jahren, Bolt ist Stammgast beim Teamarzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Berlin. t. Er kommt regelmäßig zu Routine-Checks nach München, doch diesmal zwickt es richtig: Knapp zwei Monate vor den Leichtathletik-Weltmeisterschaften ist der Olympiasieger verletzt und kann nicht trainieren. Seine geplanten Starts bei den Diamond-League-Meetings in Paris (4. Juli) und Lausanne (9. Juli) sagte er überraschend ab. Dem schnellsten Mann der Welt rennt die Zeit davon.

Schon nach seinem Gold-Rush bei den Olympischen Spielen in London hatte sich Bolt bei Müller-Wohlfahrt bedankt. Der erfahrene Orthopäde sei "ein großer Mann. Er hat meine Muskeln behandelt, aber er war mehr als ein Arzt für mich." Nun setzt der 28-Jährige wieder alle Hoffnungen auf den ehemaligen Vereinsdoc des FC Bayern. Ein blockiertes Iliosakralgelenk schränke seine Mobilität ein und strahle auf sein Bein aus, teilte Bolt auf seiner Homepage mit. Er werde auch in den nächsten Tagen zur Behandlung in München bleiben. Der Sprinter könne "hoffentlich in der nächsten Woche wieder ins Training einsteigen", teilte sein Manager Ricky Simms am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit.

In der Praxis von "HWMW" stand Bolt plötzlich Bryce Taylor gegenüber, dem Kapitän des deutschen Basketball-Vizemeisters Bayern München. Der Korbjäger nutzte die Chance für ein Foto mit dem Sprinter aus Jamaika. Doch während Taylor ins Objektiv grinst, blickt Bolt eher betrübt drein. "Ich bin enttäuscht, dass ich nicht in der Lage bin, in Paris und Lausanne anzutreten", hatte er seinen Fans mitgeteilt. Im Moment sei er aber "noch nicht wieder bei 100 Prozent". Sein Ziel bleibe es, Ende August in Peking seine WM-Titel zu verteidigen.

Doch auf dem Weg dahin fehlen dem sechsmaligen Olympiasieger vor allem Wettkämpfe. Kaum zu glauben: Ganze sechs Einzelstarts hat der Schützling von Trainer Glen Mills im gesamten Vorjahr und in der WM-Saison 2015 absolviert. Nach dem bis dato letzten Rennen, es war am 13. Juni in New York, folgte fast ein Offenbarungseid. "Der Kurvenlauf war wahrscheinlich einer der schlechtesten in meiner gesamten Karriere", gab Bolt nach seinem krampfigen 200-Meter-Sieg in 20,29 Sekunden zu - wenn auch bei 2,8 Meter pro Sekunde Gegenwind.

Während Bolt einfach nicht in Schwung kommt, sind fünf seiner ärgsten Rivalen in dieser Saison über 100 Meter schon unter 9,90 Sekunden geblieben: Justin Gatlin (USA/9,74), Asafa Powell (Jamaika/9,84), Trayvon Bromell (USA/9,84), Keston Bledman (Trinidad und Tobago/9,86) und Tyson Gay (USA/9,87). Über 200 Meter, Bolts erklärter Lieblingsstrecke, rannte ein US-Trio unter 20 Sekunden: Gatlin, immerhin schon 33 Jahre alt, war auch hier der Schnellste (19,57).

dpa

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