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USADA: Russlands Leichtathleten für Rio sperren

Doping USADA: Russlands Leichtathleten für Rio sperren

Auch im Sport verschärft sich der Ton zwischen den USA und Russland. Betrugsvorwürfe gegen russische Leichtathleten können für die US-Anti-Doping-Wächter nur eins nach sich ziehen: Olympia-Bann.

Moskau. US-Anti-Doping-Wächter wollen Russlands Leichtathleten den Weg zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro verbauen. Travis Tygart, Chef der Anti-Doping-Agentur USADA, forderte den Ausschluss des russischen Teams in einem Beitrag für die "New York Times":

"Um saubere Athleten zu schützen, muss dem russischen Leichtathletikverband verboten werden, an den Rio-Spielen teilzunehmen."

Tygart ging noch weiter und brachte einen Bann für alle russischen Sportler bei internationalen Wettbewerben ins Spiel, sollte sich bewahrheiten, dass der Inlandsgeheimdienst Russlands in systematisches Doping verwickelt gewesen war.

Genau das behauptet Gregori Rodschenkow, ehemaliger Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors. Er hatte in der "New York Times" von staatlich gedeckter Manipulation der Proben während der Winterspiele 2014 in Sotschi gesprochen. Das russische Sportministerium wies diese Vorwürfe zurück.

Russlands Leichtathleten müssen auf Gnade des Weltverbandes IAAF hoffen, um in Rio starten zu können. Die IAAF hat das Team für alle Wettbewerbe gesperrt. Die Welt-Anti-Doping-Behörde WADA hatte im November in einem Bericht systematisches Doping dokumentiert. Am 17. Juni will die IAAF in Wien entscheiden, ob Russland inzwischen die Auflagen für wirksame Dopingkontrollen erfüllt, und der Bann aufgehoben werden kann.

Und rechtzeitig vor den Rio-Spielen will die WADA auch eine Untersuchung zu Sotschi abgeschlossen haben. Die Ergebnisse sollen bis zum 15. Juli vorliegen. Die Sommerspiele beginnen am 5. August.

Je schlimmer die Doping-Vorwürfe werden, desto verbissener kämpft Russland um die Rio-Teilnahme seiner Athleten. Auch auf die jüngsten Verdächtigungen, russische Medaillengewinner hätten bei den Sommerspielen 2008 in Peking betrogen, antwortete Vize-Sportminister Juri Nagornych am Mittwoch in Moskau schlicht: "Es ist im Interesse der IAAF und des russischen Leichtathletikverbandes, dass bei Olympischen Spielen die stärksten Sportler antreten."

Der russische Verband kooperiere uneingeschränkt und halte sich vollständig an die Auflagen, sagte der Vize-Minister Medien zufolge. Deshalb müsse der Weltverband die Sperre aufgeben.

Christina Obergföll, die Speerwurf-Weltmeisterin von 2013, fordert angesichts immer neuer Enthüllungen eine Sperre für russische Athleten. Der Deutschen Presse-Agentur sagte Obergföll am Mittwoch: "Das Maß ist voll. Jetzt muss endlich was passieren." Möglicherweise gehört Obergföll zu den Betrogenen in Peking. Sie hatte hinter der Tschechin Barbora Spotakova und der Russin Maria Abakumowa Bronze gewonnen.

Unter dopingverdächtigen Sportlern aus Russland befinden sich einem Medienbericht zufolge zehn Medaillengewinner von 2008. Der russische Sender Match TV hatte ohne Quelle die Namen von 14 Athleten veröffentlicht, die bei Nachkontrollen auffällig geworden sein sollen.

Laut dem Sender sollen unter den Medaillengewinnern acht Leichtathleten und zwei Gewichtheber sein. Dazu sollen vier Athleten kommen, die kein Edelmetall holten. Das Nationale Olympische Komitee Russlands (ROC) hatte bestätigt, dass die A-Probe bei 14 Olympia-Teilnehmern des Landes positiv gewesen sei. Die B-Proben sollen am 31. Mai und am 1. Juni beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Lausanne geöffnet werden.

Das IOC hatte mitgeteilt, dass bei Nachkontrollen der Proben von Peking 31 Proben auffällig waren. Namen wurden zunächst nicht genannt. Diese Athleten kommen aus zwölf Ländern, insgesamt sechs Sportarten sind betroffen. Das IOC hatte 454 Dopingproben nochmals analysieren lassen.

dpa

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