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Überraschungsparty für Molitor nach Speer-Coup bei WM

Leichtathletik Überraschungsparty für Molitor nach Speer-Coup bei WM

Steffi Nerius, Christina Obergföll und nun Katharina Molitor. Die neue Speerwurf-Weltmeisterin gilt als Pfund für die Olympischen Spiele 2016. Doch der Ausscheidungskampf für Rio im Lager der deutschen Weltklasse-Athletinnen könnte "brutal" werden.

Frankfurt/Main. Bayer Leverkusen hat schnell eine "kleine Überraschungsparty" organisiert. Steffi Nerius freut sich darauf, ihre frühere Trainingspartnerin Katharina Molitor in die Arme zu schließen.

2009 in Berlin war die heutige Trainerin die erste deutsche Speerwurf-Weltmeisterin. Bei der Leichtathletik-WM in Peking wurde Molitor nun Nachfolgerin von Christina Obergföll, die 2013 triumphiert hatte. "Total cool! Sensationell!", sagt Nerius - und prophezeit für nächstes Jahr schon mal ein Hauen und Stechen um die drei Olympia-Tickets: "Das wird ein ganz harter Kampf."

Im WM-Finale stand nämlich gleich ein deutsches Quartett: Molitor, Obergföll, die 14 Monate nach der Geburt ihres Sohnes Marlon auf Platz vier kam, dazu WM-Neuling Christin Hussong als Sechste und Ex-Europameisterin Linda Stahl (Leverkusen) als Zehnte. Dank der Wildcard für Titelverteidigerin Obergföll durften im "Vogelnest" alle vier ran. Bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro gibt es nur drei Startplätze. "Das wird brutal", ahnte Stahl bereits vor der WM.

Die 29 Jahre alte Ärztin und Obergföll galten bisher als gesetzt. Doch Molitor war bereits bei den deutschen Meisterschaften an den beiden vorbeigeprescht. Bei der WM in Peking verdrängte die 31-Jährige mit dem letzten Wurf des Wettbewerbs hinaus auf die Weltjahresbestweite von 67,69 Metern noch die Chinesin Lyu Huihui von der Spitze und eroberte Gold.

Die Zukunft gehört aber möglicherweise weder Molitor noch Obergföll oder Stahl: U23-Europameisterin Christin Hussong aus Zweibrücken war mit 21 Jahren die mit Abstand Jüngste im Finale und beendete ihr WM-Debüt mit einem bemerkenswerten sechsten Platz.

Molitor holte nach drei Europameisterschaften, drei Weltmeisterschaften und zwei Olympischen Spielen ihre erste Medaille. Danach war sie so verdattert, dass sie nicht einmal eine Ehrenrunde drehte: "Es kam alles so überraschend. Da habe ich vorher nicht drüber nachgedacht, was ich danach mache".

Jahrelang warf Molitor in der Spitzenklasse mit, bei der EM 2010 und WM 2011 verpasste sie Medaillenränge knapp. Erst jetzt platzte der Knoten bei der vielseitigen Sportlerin, die für Leverkusen auch noch in der 2. Bundesliga Volleyball spielt. "So schnell kann ich mir das auch nicht erklären. Man überlegt jedes Jahr, ob man etwas ändern kann, an der Trainingsmethodik zum Beispiel", erklärte ihr Trainer Helge Zöllkau. "Das ist nicht immer so einfach. Man ändert jedes Jahr ein bisschen, aber es läuft nun mal nicht alles hundertprozentig. Das sind keine Maschinen!" Zöllkau hatte auch Nerius 2009 zum WM-Titel und Stahl 2010 zum EM-Sieg geführt.

Und Olympia 2016, geht da nochmal was? "Warum nicht? Steffi ist mit 37 Weltmeisterin geworden", sagte der Coach. Er glaubt, "dass Katharina im nächsten Jahr in den Bereich ihrer Bestleistung kommen kann." Auch Obergföll träumt von ihrem ersten Olympiasieg; nach Rio will sie ihre Karriere beenden.

Danach steht wohl der große Umbruch bei den deutschen Speerfrauen an. Außer Hussong ist derzeit aber kein Toptalent in Sicht. "Jüngere haben wir schon, aber die sind noch nicht so weit, dass sie 60 Meter werfen können", sagt Nerius. "Es ist schwierig, da oben anzukommen." Davon kann auch Katharina Molitor ein Lied singen.

dpa

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