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Unabhängige WADA-Abteilung soll Dopingtests übernehmen

Sportpolitik Unabhängige WADA-Abteilung soll Dopingtests übernehmen

Aus dem gigantischen Dopingskandal in der russischen Leichtathletik ergeben sich auch Chancen. Der Kampf gegen Sportbetrug muss künftig aber besser koordiniert werden - und vor allem unabhängiger. IOC-Chef Bach macht der WADA Vorschläge mit weitreichender Wirkung.

Prag. Durch eine radikale Reform soll die Arbeit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) künftig unabhängiger, effektiver und koordinierter ablaufen. IOC-Chef Thomas Bach präsentierte in Prag einen Drei-Punkte-Plan und konkretisierte darin entsprechende Vorschläge vom Olympic Summit im Oktober.

So soll mit einer speziellen Abteilung für das Management von Dopingkontrollen innerhalb der WADA und eigenen professionellen Ermittlern auf den jüngsten Dopingskandal in Russland reagiert werden.

Alle sich aus künftigen Dopingfällen ergebenden Sanktionen sollten nur noch durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne ausgesprochen werden, schlug der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) auf der Generalversammlung der Europäischen Olympischen Komitees (EOC) in der tschechischen Hauptstadt vor.

Sportverbände würden ihr Anti-Doping-System in die neue WADA-Abteilung überleiten und ihr die Ermittlungsergebnisse zur Verfügung stellen. "Diese Organisation sollte auch die Arbeit der nationalen Anti-Doping-Agenturen koordinieren, um ein stromlinienförmiges, effektives und weltweit harmonisiertes Anti-Doping-System zu gewährleisten", sagte Bach. Die Regierungen sollten die Arbeit der neuen Abteilung "sowohl logistisch als auch finanziell" unterstützen.

Russland habe zur Bewältigung seines gravierenden Dopingskandals bereits "einige sehr wichtige erste Schritte" getan, sagte Bach nach einem Gespräch mit NOK-Chef Alexander Schukow. Zu diesen Maßnahmen des russischen Sports zählten "die Erneuerung, darunter neue Personen, darunter auch neue Ermittlungen".

Der russische Leichtathletik-Verband war vor einer Woche aus dem Weltverband ausgeschlossen worden. Um wieder Mitglied zu werden und das Startrecht für seine Athleten zu erlangen, hatten die IAAF und die WADA den Russen harte Auflagen erteilt. So hatte die IAAF am Donnerstag in einem Fünf-Punkte-Plan unter anderem die sofortige Bestrafungen aller Verantwortlichen und die Etablierung eines effektiven Anti-Doping-Gesetzes gefordert.

Die WADA hatte die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA am Mittwoch suspendiert, weil sie die Regeln nicht eingehalten hat. Dem Moskauer Dopingkontroll-Labor wurde die Akkreditierung entzogen. Solange die RUSADA nicht alle Vorgaben erfüllt, dürfe Russland kein Sport-Großereignis mehr ausrichten, hatte die WADA verfügt.

dpa

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