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Yego jubelt über Speerwurf-Gold - Vierter Röhler happy

Leichtathletik Yego jubelt über Speerwurf-Gold - Vierter Röhler happy

Was für ein Finale! Ein Kenianer wird Speerwurf-Weltmeister, ein Ägypter holt in Peking Silber. Julius Yego ist der zweite Champion aus Afrika. Und Thomas Röhler will sich als Vierter eine "wunderbare Holzmedaille" schnitzen.

Peking. Julius Yego ist die neue Speerspitze der Leichtathletik. Mit sagenhaften 92,72 Metern holte sich der Kenianer im zweitbesten Speerwurf-Finale der WM-Geschichte die Goldmedaille ab.

Die 55 000 Zuschauer im Pekinger "Vogelnest" erlebten eine Sternstunde des Sports. Seit 14 Jahren ist kein Speer in der Welt mehr weiter mehr geflogen. Der 26 Jahre alte Polizist aus Soba River schnappte sich das historische erste WM-Gold für Kenia in einer "Field"-Disziplin - also nicht auf der Bahn oder auf der Straße. Nur 25 Zentimeter fehlten dem Jenaer Thomas Röhler zu Bronze.

"Ich bin so glücklich", sagte der Mann des Abends. "Der Weltmeister zu sein, aus Kenia zu kommen - das ist unglaublich für mich." Yego trainiert ebenso wie der Ägypter Abdelrahman El-Sayed, der mit 88,99 Silber gewann, in Finnland. Die beiden Afrikaner sorgten für das hochklassigste WM-Finale seit 2001, als sich der große Tscheche Jan Zelezny Gold mit 92,80 Metern abholte.

Röhler verpasste die erhoffte Plakette nach einem grandiosen Wettkampf und 87,41 Meter nur knapp. "Ich schnitze mir 'ne wunderbare Holzmedaille", meinte der immer gut aufgelegte Thüringer. Auch nach Platz vier war der 23 Jahre alte Sportstudent "super happy. Der Plan ist aufgegangen. Das war ein krasser Wettkampf. Wir alle drei haben gekämpft bis zum Letzten."

Doch Yego stahl auch dem deutschen Trio die Show. Der neue Champion war schon mit Bestleistung nach Peking angereist - 91,39 Meter - und konnte sich im wichtigsten Wettkampf des vorolympischen Jahres sogar noch einmal steigern. El-Sayed kam auf 88,99 Meter, Bronze ging an den Finnen Tero Pitkämäki mit 87,64.

Yego ist nun der drittbeste Speerwerfer der Geschichte. Nur Weltrekordler Zelezny (98,48 Meter) und der Finne Aki Parviainen (93,09) stehen in der "ewigen" Rangliste nun noch vor ihm. Erster afrikanischer Speerwurf-Weltmeister war Marius Corbett aus Südafrika, der 1997 gewann.

Titelverteidiger Vitezslav Vesely erwischte keinen guten Abend: Der Tscheche musste sich mit 83,13 Metern begnügen - Platz acht ist eigentlich nicht seine Liga.

Vier Jahre nach Matthias de Zordos Gold-Wurf in Daegu/Südkorea blieb dem deutschen Trio eine Medaille verwehrt - aber alle haben ihre sportliche Zukunft noch vor sich. Auch de Zordo war bei seinem Gold-Coup erst 23. Der Mannheimer Andreas Hofmann belegte Rang sechs, Johannes Vetter aus Saarbrücken Platz sieben.

Drei deutsche Speerwerfer in einem WM-Finale, das gab es zum letzten Mal 2003, als der heutige Bundestrainer Boris Obergföll - noch als Boris Henry - Bronze gewann. In Moskau konnte sich vor zwei Jahren überhaupt kein Deutscher für die Entscheidung qualifizieren. "Da haben wir jetzt schon mal eine Steigerung um 300 Prozent geschafft", sagte der Ehemann von Weltmeisterin Christina Obergföll.

dpa

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