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BVB nimmt Gruppensieg ins Visier - Reus vor Comeback

Fußball BVB nimmt Gruppensieg ins Visier - Reus vor Comeback

Zum Genießen bleibt nur wenig Zeit. Ganze drei Tage nach dem 1:0 über den FC Bayern ist der BVB erneut gefordert. Mit einem Erfolg über Warschau soll die Tabellenführung in der Königsklasse verteidigt werden. Ein Dauerpatient könnte sein Saisondebüt feiern.

Dortmund. Genug gejubelt. Nur 72 Stunden nach dem berauschenden 1:0 im Bundesliga-Gipfel über den Erzrivalen FC Bayern nimmt Borussia Dortmund das nächste wichtige Ziel ins Visier.

Ein Sieg über Legia Warschau am Dienstag (20.45 Uhr) könnte den Weg zum Gruppensieg in der Champions League ebnen. Aus Sorge vor Übermut im Team spielten die Vereinsbosse auf der Mitgliederversammlung des Clubs einen verbalen Doppelpass. "Wir haben keinen Grund zu Triumphgeheul", mahnte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Präsident Reinhard Rauball wählte ähnlich deutliche Worte: "Wir dürfen uns nicht davon leiten lassen, was am Wochenende passiert ist."

Nicht nur das 1:0 über den Rekordmeister, sondern auch der 6:0-Kantersieg gegen die Polen im Hinspiel Mitte September könnte zu Leichtsinn verleiten. Nach Einschätzung von André Schürrle sind die Sorgen der Dortmunder Führungskräfte jedoch unbegründet. Trotz des Kraftaktes gegen die Bayern stellte der Weltmeister einen weiteren engagierten Auftritt des Teams in Aussicht: "Wir werden genug Körner für 90 Minuten haben und wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen."

Das mögliche Comeback von Dauerpatient Marco Reus schürt die Zuversicht. "Stand jetzt ist er im Kader", sagte Trainer Thomas Tuchel nach dem Abschlusstraining. Eigentlich sollte der Nationalspieler nach überstandener Schambeinentzündung bereits im Ligagipfel gegen die Bayern sein Saisondebüt feiern, musste aber aufgrund von leichten Problemen an der Ferse passen. "Wenn alles super läuft, hoffe ich, dass ich am Dienstag dabei sein kann", sagte Reus.

Die gute Ausgangsposition in der Königsklasse soll auf keinen Fall verspielt werden. Schließlich rangiert der bereits für das Achtelfinale qualifizierte BVB in der Tabelle zwei Punkte vor Real Madrid. Kommt der Titelverteidiger aus Spanien zeitgleich bei Sporting Lissabon nicht über ein Remis hinaus, könnte die Borussia mit einem Erfolg über das Schlusslicht aus Warschau den Gruppensieg vorzeitig perfekt machen. Die Reise zum Kehraus am 6. Dezember in Madrid wäre dann eine Art Betriebsausflug.

Einen ähnlichen Spaziergang wie im Hinspiel gegen Warschau, als der höchste Champions-League-Sieg der Vereinsgeschichte gelang, erwartet Matthias Ginter jedoch nicht. Schließlich machten die Polen unlängst mit einem 3:3 gegen Madrid von sich reden. "Wir können uns nicht auf das Hinspiel stützen. Die haben seitdem den Trainer gewechselt und nun ein ganz anderes Auftreten", warnte der Abwehrspieler.

Dennoch steht zu vermuten, dass Tuchel in Anbetracht des schweren Bundesliga-Restprogramms bis Weihnachten mit Spielen bei den derzeit punktgleichen Teams aus Frankfurt, Köln und Hoffenheim auf Rotation setzt.

Gonzalo Castro, Ousmane Dembélé oder Christian Pulisic sind Kandidaten für die Startelf. Den verletzten Stammtorhüter Roman Bürki, der sich im Spiel gegen die Bayern die Mittelhand brach, wird Roman Weidenfeller ersetzen. "Mitten in der Saison seinen Stammkeeper zu verlieren, ist mit das Schlimmste, was passieren konnte", klagte Tuchel. Fraglich ist zudem der Einsatz der angeschlagenen Profis Marcel Schmelzer und Eric Durm. Raphael Guerreiro droht erneut auszufallen.

Präventive Maßnahme der UEFA vermindern das Risiko von Ausschreitungen der berüchtigten Legia-Fans. Der europäische Dachverband bestrafte den polnischen Meister für Randale im Spiel in Madrid vor knapp einem Monat. Warschau durfte nun keine Tickets für die Partie in Dortmund verkaufen. Im Heimduell mit dem BVB waren Sicherheitskräfte gar mit Pfefferspray gegen Randalierer vorgegangen.

Deshalb hatte Legia bereits vor Wochen angekündigt, keine Reise für seine Anhänger in die Revierstadt zu organisieren. Unter diesen Voraussetzungen stuft die Polizei die Partie nicht mehr als Hochrisikospiel ein. "Aber wir behalten die Anreisewege im Auge", sagte Sprecherin Cornelia Weigandt.

dpa

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