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Bayern feiern auch ohne Sieg - Neuer vermisst "100 Prozent"

Fußball Bayern feiern auch ohne Sieg - Neuer vermisst "100 Prozent"

Pleite in Madrid, Remis gegen Köln - der FC Bayern hadert zum Abschluss von wegweisenden Wochen mit sich selbst. Torwart Manuel Neuer bemängelt die Einstellung. Gefeiert wird trotzdem.

Douglas Costa erschien ebenfalls mit Begleitung.

Quelle: Alexander Hassenstein

München. Prosit, FC Bayern! Beim traditionellen Wiesnbesuch lachten die Münchner Stars wieder. Nachdem das Ensemble von Trainer Carlo Ancelotti beim "Frust"-Erlebnis gegen den 1. FC Köln erstmals in dieser Bundesliga-Saison Punkte liegen ließ, wurde im Käferzelt trotzdem kräftig angestoßen.

Dass Verfolger Borussia Dortmund am Vorabend 0:2 in Leverkusen verloren hatte, federte den Ärger der Bayern über das eigene 1:1 (1:0) etwas ab. "Wir haben kein Problem, wir sind weit davon entfernt, ein Problem zu haben", stellte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge klar fest. Und Kapitän Philipp Lahm pflichtete bei: "Wir sind Tabellenführer. Es ist alles immer noch im Soll."

Anlass für Alarmstimmung gibt es beim FC Bayern keinen, aber das 0:1 bei Atlético Madrid in der Champions League und das Remis gegen Köln nach einem 1:0-Vorsprung drückten zum Ende von drei Englischen Wochen nacheinander spürbar auf die Stimmung. Die Ansprüche beim ruhmreichen FCB sind eben andere, das räumten auch die Protagonisten selbst ein.

"Für mich ist es kein Wunder, dass man hier Punkte liegen lässt, wenn man nicht 100 Prozent gibt", monierte Nationaltorhüter Manuel Neuer, der selbst beim Gegentor schlecht aussah. "Man darf sich nicht zu sicher sein, dass man hier mit 95 Prozent einfach deutscher Meister wird." Wie in Madrid fehlten auch in der mit immer noch drei Punkten Vorsprung angeführten Bundesliga zündende Ideen und Präzision, zwei Tore in den jüngsten drei Pflichtspielen sind für diese Millionen-Offensive zu wenig. Wie bei Atlético waren die Bayern hinten wieder anfällig.

"Wir haben acht Spiele in Folge gewonnen, die letzten beiden waren nicht gut", meinte Trainer Carlo Ancelotti. "Jetzt kommt die Länderspielpause, und danach müssen wir mit der gleichen Motivation und Intensität zurückkommen wie zuvor." Der Italiener verteidigte seine Radikalrotation mit sieben neuen Spielern in der Startformation als "angebracht und gut".

Beim Wiesnbesuch schaute Ancelotti an der Seite seiner Ehefrau Mariann wie seine Spieler und die Bosse zufrieden aus. "Das war unter unseren anderen neuen Trainern immer ganz normal, dass nicht am Anfang gleich sofort alles funktioniert hat. Das ist ein ganz normaler Prozess", sagte Lahm mit Blick auf die ersten drei Monate des Pep-Guardiola-Nachfolgers. "Die Spielweise hat sich schon verändert, es muss sich alles erst einspielen." Rummenigge und Bald-Wieder-Präsident Uli Hoeneß hielten gelassen ihre Maßkrüge in die Höhe.

Trotzdem schmeckten die beiden jüngsten Spiele keinem. Thomas Müller sprach von "Frust", der geschonte Lahm vermisste ein Stück Mia-san-Mia-Mentalität. "Wir müssen wieder dahin kommen und dem Gegner vom Start weg vermitteln, dass hier nichts zu holen ist. Das haben wir in den letzten Jahren überragend gemacht", erinnerte Lahm.

Die Münchner belohnten sich beim Einbahnstraßenfußball in Halbzeit eins mit dem 1:0 durch Joshua Kimmich (40. Minute). Doch nach dem Seitenwechsel zeigten die mutigeren Kölner nicht nur durch den Ausgleich von Anthony Modeste (63.), dass selbst Heimspiele in der Festung Allianz Arena kein Selbstläufer sein müssen. "Eine Bundesligasaison ist nie langweilig, wir müssen uns die Punkte auch erarbeiten und die Spiele erstmal gewinnen", sagte Müller.

Das machten die Kölner im elften ungeschlagenen Spiel nacheinander nicht nur beim Ausgleichstreffer deutlich. Neuer machte bei der Kung-Fu-Einlage von Modeste keinen guten Eindruck. "Ich muss mich entscheiden, ob er ihn kriegt oder nicht", schilderte Neuer die Szene und war auf dem Weg zum zweiten Pfosten in der Mitte "blank". "Neuer ist immer noch der beste Torwart der Welt", hob Ancelotti hervor. "Wenn man Fußball spielt, kann es passieren, dass man Fehler macht."

dpa

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