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Beckenbauer attackiert DFB-Duo - Rauball widerspricht

Fußball Beckenbauer attackiert DFB-Duo - Rauball widerspricht

In der Causa WM 2006 meldet sich Franz Beckenbauer zu Wort. Der "Kaiser kritisiert die aktuelle DFB-Spitze in einem "SZ"-Interview scharf. Interimspräsident Rauball widersprach den Vorwürfen umgehend und verkündete, dass Beckenbauern noch einmal aussagen muss.

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Franz Beckenbauer kritisiert die derzeitige DFB-Führung.

Quelle: Kay Nietfeld

München. In der Affäre um die Vergabe der WM 2006 hat Schlüsselfigur Franz Beckenbauer öffentlich Stellung bezogen und das derzeitige Führungsduo des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) heftig kritisiert.

Die beiden Interimspräsidenten Reinhard Rauball und Rainer Koch hätten ein Gesprächsangebot abgelehnt, behauptete der einstige WM-Bewerbungschef in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". Dieser Darstellung widersprach Rauball und meinte nach der DFB-Präsidiumssitzung in Frankfurt, Beckenbauer schon am 11. November einen Brief an dessen Büro geschickt zu haben.

Zugleich kündigte der Chef des Ligaverbandes an, dass Beckenbauer in der nächsten Woche ein zweites Mal vor den externen DFB-Ermittlern aussagen werde. Die Wirtschaftskanzlei Freshfields untersucht im Auftrag des angeschlagenen Verbandes, ob es bei der Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 Unregelmäßigkeiten gab. Als einstiger Chef der Bewerbung hatte Beckenbauer schon Ende Oktober erstmals ausgesagt.

Vom "Kaiser" erhoffen sich die Spitzen im Verband Aufschluss über die Vorkommnisse bei der WM-Vergabe im Jahr 2000. Öffentlich hatte sich Beckenbauer zu den Anschuldigungen, etwa mit Skandal-Funktionär Jack Warner einen Deal besprochen zu haben, bisher nicht geäußert. Er soll mit dem früheren FIFA-Vizepräsidenten einen Vertrag unterzeichnet haben, den der DFB als möglichen Bestechungsversuch wertete.

Der ausführliche Interview-Text enthält nach Auskunft der "SZ" auch Äußerungen Beckenbauers zum Kernvorwurf im Zusammenhang mit Warner.

Laut Vorabmeldung der Zeitung kritisierte Beckenbauer Koch und Rauball. "Was ist denn das für ein Niveau?", fragte der 70-Jährige in Bezug auf das angeblich abgelehnte persönliche Gespräch. Er wolle "bei diesem Gespräch nach bestem Wissen und Gewissen Rede und Antwort stehen". Der Ehrenpräsident des FC Bayern beklagte, dass weder Koch noch Rauball ihm persönlich auf sein Angebot geantwortet hätten. "Wenn man sich so lange kennt und dann kommt keine Reaktion, und Du bekommst alles nur im Fernsehen mitgeteilt: Ja, wo samma denn?"

Darauf erwiderte Rauball, dass sein Antwortschreiben an das Büro Beckenbauers gegangen sei. Darin hätten er und Koch angekündigt, einen Terminvorschlag machen zu wollen. Rauball erklärte zugleich, dass das Vorgehen in der Causa klar abgestimmt sei und dass einzig die Kanzlei Freshfields mit den Zeugen spreche. Der DFB hofft, dass der Abschlussbericht bis Weihnachten, spätestens Januar, vorliegt.

Ungeachtet der Formalien signalisierte Rauball aber die Bereitschaft, die Wogen glätten zu wollen. "Ich werde den Franz anrufen und die Dinge ausräumen", kündigte Rauball an. "Ich denke und hoffe, dass wir wieder zusammenfinden werden."

dpa

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