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Beckenbauers FIFA-Favorit Sexwale: Einfluss und Geld

Fußball Beckenbauers FIFA-Favorit Sexwale: Einfluss und Geld

Charismatisch, intelligent und gut verdrahtet: Tokyo Sexwale gilt als heißer Kandidat für die Blatter-Nachfolge an der FIFA-Spitze. Der Südafrikaner gilt als einer der reichsten dunkelhäutigen Manager im Kap-Staat. Auch in der Politik ist er zu Hause.

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Tokyo Sexwale könnte der Nachfolger von Joseph Blatter bei der FIFA werden.

Quelle: Jon Hrusa

Johannesburg. Der Mann, den "Kaiser" Franz Beckenbauer gerne als Nachfolger von FIFA-Präsident Joseph Blatter sehen würde, ist ein Mann des Fortschritts.

Genauer gesagt "Mvelaphanda", wie in der Venda-Sprache des südafrikanischen Unternehmers Tokyo Sexwale die Bezeichnung für Fortschritt ist. Und so heißt auch die Holding, die ihn zum erfolgreichsten dunkelhäutigen Businessmann im Kap-Staat gemacht hat. Bis am 26. Februar Blatters Nachfolger in Zürich gewählt wird, dürfte Sexwale noch mehr in den Fokus rücken.

Der Mann mit dem seltsamen Namen hat es am Kap als erfolgreicher Geschäftsmann mit Platin, Gold und Diamanten zum Multimillionär gebracht und gilt als exzellenter Netzwerker mit guten Verbindungen in die Welt von Politik, Business und Showgeschäft. Lange Zeit wurde er sogar als Kronprinz von Ex-Präsident Nelson Mandela gehandelt, mit dem er wegen seines Kampfes gegen die Apartheid gemeinsame Haftjahre auf der Gefängnisinsel Robben Island verbrachte. Noch heute ist Sexwale ein Treuhänder des Nelson Mandela Trusts, der das Erbe des großen südafrikanischen Freiheitshelden in Ehren hält.

Sexwale wird von einigen Teilen der Fußball-Welt favorisiert - hat sich selbst aber noch nicht festgelegt auf eine Kandidatur. "Erst einmal muss er schauen, ob er auch Rückhalt beim afrikanischen Block hätte", erklärt ein Insider bei Südafrikas Fußballverband Safa in Johannesburg. Denn auch wenn Sexwale durchaus FIFA-Erfahrung vorweisen kann: für eine Wahl hat er die Unterstützung von mindestens fünf nationalen Verbänden nötig.

Das Multitalent aus Afrika kennt sich aber aus mit schwierigen Verhandlungen - auch aus seiner Zeit als Politiker. Gerade mal eine Amtszeit hatte er als Regierungschef der wirtschaftsstarken Provinz Gauteng rund um Johannesburg und Pretoria absolviert, bevor sich der charismatische frühere Widerstandskämpfer aus der Politik ins Geschäftsleben zurückzog. Präsident Jacob Zuma holte ihn dann vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 am Kap wieder zurück und ernannte ihn zum Siedlungsminister. Es dauerte nicht lange, bevor er auch in dieser Funktion international durchaus beachtete Zeichen setzte.

Nach landesweiten wochenlangen Protesten gegen schlampige Arbeit im öffentlichen Dienst bewies er etwa demonstrative Bürgernähe und zog in eine windschiefe Wellblechhütte des Johannesburger Townships Diepsloot. Nur mit einer Kerze und einer Decke versorgt, schlief er in Hütte Nummer 124 691 von Joyce Mashamaite. Der Johannesburger Winter bescherte ihm eine bitterkalte Nacht - und nach eigenen Angaben ein Erlebnis, das ihm die Augen öffnete für die Nöte der armen Bevölkerung.

"Es war ziemlich schwierig, Schlaf zu finden, weil es einfach zu kalt war; ich habe weniger als drei Stunden geschlafen", meinte der Mann, der nach Medienberichten neben einer eigenen Weinfarm auch eine Privatinsel sein Eigen nennt. Obwohl er dafür gesorgt hatte, dass ein internationales Medien-Großaufgebot die demonstrative Aktion im Township hautnah verfolgte, betonte er, dass es sich natürlich nicht um einen PR-Gag gehandelt habe. Die Aktion dürfte ihn an seine eigene Jugend erinnert haben. Denn als Kind war der Sohn eines Johannesburger Krankenhausangestellten ebenfalls in einer Hütte aufgewachsen - nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt in Soweto.

Dort hatte Gabriel Mosima Sexwale auch seinen Spitznamen Tokyo erhalten, der ihn lebenslang begleiten sollte: der Junge galt als leidenschaftlicher Anhänger der japanischen Kampfsportart Karate. Zuletzt allerdings machte er zu Hause eher wegen seiner komplizierten Scheidung Schlagzeilen - und der aparten neuen Begleitung an seiner Seite. Wie schon seine bisherige Frau Judy, die ihn einst als Anwältin vor einem Apartheidgericht vertrat, kennt sich auch seine neue Begleiterin als Jura-Studentin mit der Welt der Paragrafen aus.

dpa

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