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Biedermann erfüllt WM-Pflicht - Wenk mit deutschem Rekord

Schwimmen Biedermann erfüllt WM-Pflicht - Wenk mit deutschem Rekord

Paul Biedermann erfüllte pflichtgemäß die erste Mission, vor seiner großen WM-Prüfung auf der Lieblingsstrecke schlugen erst einmal andere mit Weltrekord und einer deutschen Bestzeit zu.

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Die Staffel um Paul Biedermann hat das Olympia-Ticket gebucht.

Quelle: Martin Schutt

Kasan. Alexandra Wenk verbesserte in 57,77 Sekunden beim überraschenden Final-Einzug über 100 Meter Schmetterling die sechs Jahre alte nationale Bestmarke von Annika Mehlhorn aus der Ära der Hightech-Anzüge um 13 Hundertstelsekunden. Als Halbfinal-Siebte staunte die 20-Jährige im Hexenkessel von Kasan über den Weltrekord von 55,74 durch die Halbfinale-Schnellste, Sarah Sjöström (Schweden).

"Ich habe mehr erreicht, als ich mir erträumen konnte. Heute ist mein glücklichster Tag in meinem Leben", schwärmte Wenk. Schon im Vorlauf hatte sie ihre persönliche Bestzeit verbessert. Das glückte drei von acht Einzelstartern. Zudem unterbot Brustschwimmer Hendrik Feldwehr beim Final-Einzug über 100 Meter Brust in 59,63 Sekunden als Sechster zum zweiten Mal am Tag seine Jahresbestzeit.

In der wechselhaften ersten WM-Woche mussten die Springer im Gegensatz zu den wieder erfolgreichen Freiwasser-Assen reichlich Enttäuschungen wegstecken. Der elfte Platz des WM-Dritten Sascha Klein vom Turm machte die schlechteste Springer-Bilanz seit der Wiedervereinigung perfekt. Nun sollen ausgerechnet die bei Olympia 2012 und der WM 2013 abgehängten Beckenschwimmer die bescheidene Ausbeute aufbessern. Viel hängt von Biedermann ab, der am Montag über 200 Meter angreift. Mit der Staffel über 4 x 100 Metern Freistil buchte der Weltjahresbeste zumindest schonmal das fest eingeplante Olympia-Ticket. "Das ist soweit jetzt erstmal okay und im Rahmen", sagte der 28-Jährige bei seiner wohl letzten WM.

Wegen seiner Lieblingsstrecke verzichtet Biedermann in diesem Jahr auf die 400 Meter Freistil, auf denen der Chinese Sun Yang in 3:42,58 Minuten am Sonntag seiner Favoritenstellung gerecht wurde. Clemens Rapp wurde in 3:48,52 Siebter. Olympiasiegerin Katie Ledecky (USA) heimste über 400 Meter Freistil in 3:59,13 ihren ersten Titel in Kasan ein. Über 4 x 100 Meter Freistil gewannen die Frauen aus Australien in 3:31,48 und die französischen Männer in 3:10,74.

Mindestens sieben Medaillen sind das deutsche Gesamtziel. Die Ausbeuten von Shanghai 2011 (1-3-9) und Barcelona (3-3-4) werden bei aktuell einmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze schwierig zu erreichen sein. Nur vier WM-Dekorierungen durch die Freiwassercrew stehen in der Bilanz. Die letzte steuerte die 40-jährige Angela Maurer über 25 Kilometer bei. "Nach der Ära Thomas bin ich top zufrieden", erklärte Bundestrainer Stefan Lurz. Sein Bruder Thomas war als Rekordweltmeister in der WM-Saison zurückgetreten.

Den "Schwung" vom Freiwasser, so Chef-Bundestrainer Henning Lambertz, nahm zum Auftakt der insgesamt 42 Wettbewerbe auf der 50-Meter-Bahn im umgebauten Fußball-Stadion die Hälfte der Einzelstarter mit. Rapp, Wenk und Brustschwimmer Christian vom Lehn stellten neue persönliche Bestzeiten auf. Vom Lehn blieb in 59,88 Sekunden erstmals unter der Minute über 100 Meter, verpasste aber das Finale knapp.

Mit Biedermann schwammen Maximilian Oswald, Steffen Deibler und Marco di Carli in 3:16,01 Minuten als Staffel-Elfte zum Olympia-Ticket. Pech hatte das Damen-Quartett. Annika Bruhn, Dorothea Brandt, Wenk und Marlene Hüther fehlten nach 3:41,56 Minuten und dem 13. Platz am Ende 0,67 Sekunden. Olympia ist noch über die Weltrangliste möglich.

Vier weitere Quotenplätze für Staffeln sollen bis zum Sonntag her, bislang ist die deutsche Rio-Ausbeute dürftig. Nach einem Startplatz bei der EM verbuchten Kunstspringer Patrick Hausding und Turmspringer Sascha Klein je ein weiteres Ticket. Auch im WM-Fluss Kasanka lief trotz Medaillen nicht alles glatt. Isabelle Härle holte den einzigen von vier möglichen Startplatzen für die Sommerspiele. Auch Maurer hatte ihre dritte Olympia-Teilnahme verpasst - ihre Zukunft ist offen. "Jetzt genieße ich erst einmal meinen Erfolg", sagte die 40-Jährige nach der zwölften WM-Medaille ihrer Karriere.

dpa

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