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Bye, bye Boston: Bruins trennen sich von Dennis Seidenberg

Eishockey Bye, bye Boston: Bruins trennen sich von Dennis Seidenberg

Jahrelang gehörte Dennis Seidenberg zu den Leistungsträgern der Boston Bruins. Doch nun kam für den Eishockey-Profi das vorzeitige Aus beim Traditionsverein. Die Bruins setzen auf jüngere Spieler, für den Deutschen war kein Platz mehr - trotz seiner Verdienste.

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Dennis Seidenberg soll von den Boston Bruins aus seinem Vertrag herausgekauft werden.

Quelle: Uwe Anspach

Boston. Der Anruf kam nicht ganz unerwartet, die Nachricht aber war für Dennis Seidenberg dennoch eine böse Überraschung. Der 34-jährige Verteidiger spielt nicht mehr für die Boston Bruins.

Nach mehr als sechs Jahren und 451 Spielen kam für ihn das Aus beim Traditionsvereins der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL. Die Bruins kauften den Schwarzwälder aus seinem noch bis 2018 gültigen Vertrag heraus, Seidenberg kann sich ab sofort einen neuen Club suchen.

"Es ging alles drunter und drüber heute und ich bin schockiert", sagte Seidenberg der Deutschen Presse-Agentur. Am Morgen hatte ihm Manager Don Sweeney telefonisch gesagt, dass der sechsmalige NHL-Champion ab sofort ohne ihn plant. "Es war sehr, sehr schwer, Dennis anzurufen und ihm unsere Entscheidung mitzuteilen. Ich möchte mich im Namen des Vereins bei ihm bedanken", sagte Sweeney.

Seidenberg hätte in den kommenden beiden Jahren insgesamt acht Millionen Dollar verdient. Durch den so genannten Buy-Out erhält er 4,67 Millionen Dollar der Summe. Die Bruins investierten das eingesparte Geld umgehend, verlängerten mit Verteidiger Torey Krug für 21 Millionen Dollar um vier Jahre.

Krug ist fast zehn Jahre jünger als Seidenberg und wesentlich torgefährlicher. Mit beiden Personalien hat Sweeney einen notwendigen, wenn auch menschlich schweren, Schnitt gemacht. Seidenberg war unverzichtbarer Leistungsträger der Mannschaft, die 2011 den Stanley Cup gewann. Zusammen mit Kapitän Zdeno Chara bildete der Deutsche eine herausragende Verteidigungsreihe. Die Fans liebten ihn aufgrund seiner kompromisslosen, körperbetonten Spielweise, gaben ihm den Spitznamen "German Hammer".

Beim 4:0-Sieg im entscheidenden siebten Spiel der Finalserie gegen Vancouver bereitete Seidenberg zwei Treffer vor. Zwei Jahre später stand er mit Boston erneut in den Endspielen, verlor aber gegen die Chicago Blackhawks. "Er ist ein hervorragender Mensch und hatte großen Anteil am Stanley-Cup-Gewinn und daran, dass wir es noch einmal in die Finals geschafft haben", lobte Sweeney.

Doch Seidenberg wurde in den vergangenen Jahren verletzungsanfälliger. Im Dezember 2013 riss er sich Kreuz- und Innenband, fiel für den Rest der Saison aus. Nach seiner Genesung konnte der gebürtige Schwenninger nicht wieder an seine Top-Leistungen anknüpfen. Anfang der Vorsaison musste er aufgrund einer Bandscheiben-Operation aussetzen, zum Ende der Spielzeit schaute Seidenberg wegen Leisten-Problemen zu. Da Boston zuletzt zweimal trotz einer starken Mannschaft jeweils die Playoffs verpasste, wurde der Ruf nach einem Umbau des Teams immer lauter und Seidenberg als möglicher Buy-Out-Kandidat gehandelt. 

Trotz seines abrupten Endes, behält Seidenberg die Zeit bei den Braunbären positiv in Erinnerung. Der Club war seine fünfte und mit Abstand längste NHL-Station. "Boston war super, hat mir sehr gut gefallen", sagt er rückblickend. Zugleich schaut der Defensivspezialist nach vorne. 

Mit seiner Spielweise und der Erfahrung aus 827 NHL-Partien kann er vielen Clubs eine Hilfe sein. Und es habe bereits Anfragen gegeben, so Seidenberg. Sollte es nicht sofort mit einem Engagement klappen, hat er ab Mitte September eine große Bühne, sich zu präsentieren. Beim World Cup of Hockey, dem wichtigsten und mit mehr als 150 NHL-Profis best besetzten Eishockey-Turnier des Jahres, spielt er in Toronto für das Team Europe. Seidenberg wird wohl eine Abwehrreihe mit dem Slowaken Zdeno Chara bilden - wie zu besten Bruins-Zeiten. 

dpa

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