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DFB-Frauen bei WM trotz 1:1 vor Gruppensieg

Fußball DFB-Frauen bei WM trotz 1:1 vor Gruppensieg

Trotz des ersten Punktverlustes bei der WM in Kanada haben die DFB-Frauen ihre Fans gegen Norwegen mit Fußball vom Feinsten verzückt. Die Elf von Trainerin Silvia Neid geht nun als klarer Favorit auf den Gruppensieg ins Vorrunden-Finale.

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Das deutsche Team um Alexandra Popp (l) verpasste trotz starker erster Halbzeit den Sieg gegen Norwegen.

Quelle: Carmen Jaspersen

Ottawa. "Das war teilweise grandios gegen so einen starken Gegner wie Norwegen", lobte Neid die tadellose Vorstellung ihrer Schützlinge in den ersten 45 Minuten, in denen sie den WM-Mitfavoriten an die Wand gespielt hatten. "Sie haben absolute Spielfreude gezeigt und Spaß gehabt. Sie waren kaum zu stoppen."

Wenn die sonst eher kritische Bundestrainerin in ihrer Spielanalyse zu Superlativen greift, war die Leistung ihres Teams nahe an der Perfektion. "Ich fand uns irgendwie besser als Norwegen", ergänzte Neid wohl wissend, dass ein Punkt beim 1:1 (1:0) in der Neuauflage des EM-Finals 2013 im Lansdowne-Stadion eigentlich eine unangemessene Ausbeute war. 27:4 Torschüsse zugunsten der DFB-Elf zählten die Statistiker in dem Duell vor 18 987 Zuschauern, das auch nach dem Empfinden von Norwegens Trainer-Fuchs Even Pellerud zur Halbzeit längst hätte entschieden sein können. "Ich glaube, sie wussten gar nicht wo vorne und hinten ist", meinte DFB-Keeperin Nadine Angerer.

Pellerud sah es genauso: "Die Deutschen hätten uns killen können", stellte der Coach fest. Über die leidenschaftslose Vorstellung seiner Elf in Hälfte eins war der 61-Jährige entsetzt und musste seine Spielerinnen in der Pause wachrütteln. Weil die Skandinavierinnen angetrieben von der eingewechselten Solveig Gulbrandsen dann zulegten und sich im deutschen Team Schlendrian und Müdigkeit einschlichen, war es nun das zuvor von allen erwartete Duell auf Augenhöhe. "Sie wurden stärker, wir haben nicht mehr so gut gegen den Ball gearbeitet und zu viele Fehlpässe produziert", monierte Neid nach dem Spiel, das in der Heimat mehr als sieben Millionen Fans am TV verfolgten.

Unter dem Strich standen die Tore von Anja Mittag (6.) und der eineinhalb Jahre für Turbine Potsdam aktiven Maren Mjelde, die in der 61. Minute einen Freistoß aus 17 Metern in den Winkel zauberte. "So einen Freistoß schießt sie nur einmal im Jahr", merkte Alexandra Popp an. Angerer, die ansonsten nur in der 43. Minute gegen die frei vor ihr auftauchende Isabell Herlovsen ihr Können aufbieten musste, zuckte nur kurz, realisierte dann schnell die Aussichtslosigkeit, den Ball halten zu wollen. "Ich dachte erst, der ist nicht schlecht. Zu springen wäre verschwendete Energie gewesen", gestand die Weltfußballerin von 2013 lachend.

Humor und Zuversicht haben die deutschen Spielerinnen trotz des Remis nicht verloren. Dazu gibt es auch gar keinen Anlass. Immerhin geht der zweimalige Welt- und achtmalige Europameister als Tabellenführer und einer um sechs Treffer besseren Tordifferenz gegenüber den punktgleichen Norwegerinnen ins Vorrundenfinale am Montag (22.00 Uhr MESZ) in Winnipeg.

Dort ist Thailand der Gegner. Der von Nuengrutai Srathongvian trainierte WM-Neuling gewann ein ziemlich verrücktes Spiel gegen die Elfenbeinküste mit 3:2 (2:1) und war anschließend außer sich vor Freude über den historischen ersten WM-Sieg. Man muss kein Frauenfußball-Fachmann sein, um vorauszusagen, dass das Team um die gegen Norwegen großartig auftrumpfende Dzsenifer Marozsan gegen Thailand gewinnen wird. Da auch Norwegen im Parallelmatch in Moncton kaum Probleme mit der Elfenbeinküste bekommen dürfte, bleibt nur eine Frage von relativ geringer Relevanz: Kann Norwegen (5:1 Tore) Spitzenreiter Deutschland (11:1) den Gruppensieg noch vor der Nase wegschnappen? Selbst Pellerud glaubt daran nicht: "Es ist nicht so wichtig, auch zehn Tore gegen die Elfenbeinküste zu schießen."

Mit einer Chartermaschine ging es für die DFB-Elf am Freitagmorgen um 9.00 Uhr Ortszeit in einem Zwei-Stunden-Flug rund 1700 Kilometer von Ottawa Richtung Westen nach Winnipeg. "Jetzt sehen wir mal eine andere Stadt und versuchen uns dort schnell einzuleben", sagte Simone Laudehr. "Dann tanken wir Kraft und Energie und konzentrieren uns auf Thailand."

dpa

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