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Dahlmeier holt in Hochfilzen nächste WM-Medaille

Biathlon Dahlmeier holt in Hochfilzen nächste WM-Medaille

Laura Dahlmeier sorgt bei der Biathlon-WM in Hochfilzen weiter für Furore. Im Sprint holt sie Silber. Nur Gabriela Koukalova war einen Tick stärker. Im Umfeld geht das Thema Russland und Doping aber ungehindert weiter und sorgt für Negativschlagzeilen.

Laura Dahlmeier (l), Siegerin Gabriela Koukalova (M) und Anais Chevalier als Dritte posieren für die Fotografen.

Quelle: Martin Schutt

Hochfilzen. Mit Sprint-Silber um den Hals machte Laura Dahlmeier ihrem Ärger Luft. "Ich muss ehrlicherweise schon zugeben, dass es etwas störend ist, dass Stück für Stück jeden Tag neue Skandale ans Licht kommen", sagte Deutschlands Biathlon-Superstar nach der Siegerehrung in Hochfilzen.

Über ihren zweiten Medaillen-Coup freute sie sich, die knappe Niederlage gegen die Tschechin Gabriela Koukalova hatte sie schnell verdaut. Dahlmeier machte Selfies mit ihren Anhängen, dann nahm sie einen kleinen Fan auf den Arm. "Es ist ein superschöner Moment, wenn man bei der Medaillenzeremonie dabei ist. Das macht unheimlich Spaß."

Die fehlenden vier Sekunden auf Koukalova hatte sie schon kurz nach dem Rennen mit einem Schulterzucken zur Kenntnis genommen. "Ich habe ein perfektes Rennen gemacht und bin super happy über Silber", sagte die 23-Jährige und stellte fest. "Dass es gleich mit Gold und Silber klappt in den ersten beiden Rennen ist auch für mich ein Traum."

Einen Tag nach dem deutschen Sieg in der Mixed-Staffel erwies sich nur Gabriela Koukalova als Spielverderberin, fiel ihrem Mann im Ziel weinend in die Arme. "Ich ärgere mich nicht. Ich erkenne mit Hochachtung an, dass Gabi heute ein bisschen stärker war. Besser als mit zwei Medaillen hätte die WM für mich nicht starten können", sagte Dahlmeier. Sie bleibt mit elf Punkten Vorsprung Weltcup-Spitzenreiterin vor ihrer Rivalin.

Damit bleibt Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner die letzte deutsche Sprint-Weltmeisterin (2012). Aber Dahlmeier hat weiterhin die Chance, als dritte Biathletin überhaupt Medaillen in allen sechs WM-Wettbewerben zu holen. "Ich weiß, dass ich, wenn ich meine Bestleistung abrufe, in jedem Rennen um das Podest mitkämpfen kann", sagte die Partenkirchnerin, die damit saisonübergreifend in sieben WM-Rennen in Serie auf dem Podium stand. Denn in Oslo im Vorjahr räumte sie fünf Medaillen in fünf Rennen ab.

Nun hat Dahlmeier beste Chancen ihren Vorjahrestitel im Jagdrennen am Sonntag zu verteidigen. "Die Verfolgung ist genau mein Rennen. Alles ist möglich", sagte sie. Hinter der drittplatzierten Französin Anais Chevalier lieferte Vanessa Hinz als Sechste ein ganz starkes Rennen ab: "Ich bin überglücklich, das war mein bisher bestes WM-Rennen." Franziska Hildebrand wurde 19., Nadine Horchler 46. und Maren Hammerschmidt 55.

Das Duell des Rennens lieferten sich wie schon so oft in dieser Saison Dahlmeier und Koukalova. Weil sie hinten raus auf eine schnellere Strecke spekulierte, lief Dahlmeier bei Kaiserwetter erst mit der Startnummer 64. Am Schießstand blieb sie anders als in der Mixed-Staffel, wo sie mit vier Nachladern noch die schwächste Deutsche war, fehlerfrei.

"Mir war es superwichtig, dass ich Null schieße. Darüber habe ich mich am meisten gefreut. Ich habe gewusst, dass Gabi hinten noch kommt und sicherlich kein schlechtes Rennen machen wird, und so war es dann ja auch", berichtete Dahlmeier, die zunächst im Ziel mit 21 Sekunden vor Chevalier führte. Koukalova war sogar erst als 96. in die Loipe gegangen. Und das gab wohl den Ausschlag.

Mit der vorläufigen Suspendierung der Russin Jekaterina Glasyrina wegen Dopingverdachts kurz vor dem Rennen erreichte der Doping-Skandal allerdings den nächsten negativen Höhepunkt, nachdem es zuvor eine Hausdurchsuchung bei den Kasachen gegeben hatte. Sie sei suspendiert worden, weil ein Dopingfall "sehr wahrscheinlich ist", sagte IBU-Generalsekretärin Nicole Resch im ZDF.

"Es wäre schon wünschenswert gewesen, wenn man das gesammelt vielleicht nach der WM macht, denn eigentlich sollte jetzt ja das Sportliche im Vordergrund stehen. Auf der anderen Seite ist es auch gut, wenn wieder etwas aufgedeckt wird. Wir kämpfen ja alle für einen sauberen Sport", sagte Dahlmeier.

dpa

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