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Darmstadts "ganz schwere Situation": Berndroth übernimmt

Fußball Darmstadts "ganz schwere Situation": Berndroth übernimmt

Niederlage über Niederlage und nun auch noch ein Wechsel in der sportlichen Führung: Darmstadt 98 erlebt die schwersten Tage seit der Rückkehr in die Bundesliga. Präsident Fritsch ist gefordert - und begegnet seiner besonderen Aufgabe mit kessen Sprüchen.

Ramon Berndroth hat als Interimstrainer des SV Darmstadt 98 übernommen und geht zum Mannschaftstraining. Foto: Arane Dedert

Darmstadt. Nach der plötzlichen Trennung von beiden sportlichen Entscheidungsträgern wird beim abstiegsbedrohten SV Darmstadt 98 eifrig improvisiert. 

Interimstrainer Ramon Berndroth soll das Team der "Lilien" zumindest am Samstag beim Gastspiel in der Fußball-Bundesliga gegen den SC Freiburg betreuen. "Letztlich hatten wir kurzfristig nicht so viele Möglichkeiten", gestand Präsident Rüdiger Fritsch. Obendrein gehe es nach den Freistellungen von Coach Norbert Meier und Sportdirektor Holger Fach nun darum, einen "professionellen Bundesliga-tauglichen Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten", machte er klar.

Ob Berndroth die Mannschaft nur für die eine Partie übernimmt oder auch in der Englischen Woche gegen den FC Bayern und bei Hertha BSC auf der Bank sitzt, ist unklar und hängt massiv vom Erfolg der Trainersuche ab. Diese wiederum wird erschwert durch den Abgang von Fach, der sein persönliches Schicksal an das von Trainer Meier knüpfte - und den Verein damit auch verlassen muss.

Fest steht, dass der 64 Jahre alte Berndroth nicht zur Dauerlösung werden soll. "Das gehen wir nicht ergebnisoffen an. Das ist definitiv nicht der Plan, und ich kann mir das selbst nicht vorstellen, wenn er 15 Punkte aus den nächsten drei Spielen holt", befand der Präsident am Dienstag mathematisch nicht ganz korrekt. Spekulationen um Kandidaten wie Bruno Labbadia, Mirko Slomka oder Jos Luhukay wies Fritsch zurück. "Wir hatten noch 0,0 Kontakt mit anderen Trainern."

Für Fritsch werden die kommenden Wochen zu einer besonders kniffligen Herausforderung. Der Präsident muss mit den anderen Darmstädter Führungskräften einen neuen Trainer sowie einen neuen Sportdirektor suchen und gleichzeitig dafür Sorge tragen, dass in der Liga nach fünf Niederlagen in Serie wieder gepunktet wird.

"Das ist eine ganz schwere Situation. Die werden wir nur gemeinsam meistern, wenn wir zusammenstehen", sagte Fritsch. Für die Trainersuche werde man sich die nötige Zeit lassen. Eine Priorität, ob man zunächst in erster Linie nach einem neuen Coach oder nach einem neuen Sportdirektor suche, gebe es nicht.

Für das Profil des neuen Übungsleiters gibt es für die "Lilien" zwei Optionen, wie Fritsch selbst darstellte. Entweder einen erfahrenen  Mann, dessen Aufgabe es wird, den Ast Bundesliga-Fußball in Darmstadt festzuhalten. Oder aber einen Trainer mit Perspektive, "der dann mal mehr Zeit bekommt und längerfristig hier arbeiten kann". Der Präsident sagte mit Blick auf die Variante Nummer zwei: "Wer mich kennt, weiß, wozu ich tendiere." Dabei bewies erst der Montag, dass die branchenüblichen Gesetze auch vor dem Traditionsclub am Böllenfalltor nicht Halt machen.

Für Meiers Beurlaubung habe es zwei Gründe gegeben: die Tabellensituation und Problemstellen in der Mannschaft. Die "einzelnen Mosaiksteine" hätten am Ende nicht mehr wie gewünscht ineinander gegriffen, urteilte der 55 Jahre alte Fritsch. Dabei hatte der Verein den Trainer erst im Sommer aus einem laufenden Vertrag in Bielefeld geholt, Meier hatte damals bis 2018 unterschreiben.

Übergangslösung Berndroth verkörpere vor allem die Begeisterung für die kommenden Woche. "Er hat den Begriff fußballverrückt mit erfunden, er lebt den Fußball", betonte Fritsch. "Keine achteinhalb Minuten" habe der Interimsmann nach seiner Beförderung gebraucht, um vom  Nachwuchsleistungszentrum ans Vereinsgelände zu kommen und seine neue Aufgabe anzutreten.

dpa

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