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Das Wunder vom Camp Nou

Fußball Das Wunder vom Camp Nou

Eine solche Aufholjagd hat es in der Champions League noch nie gegeben. Am Tag nach dem epischen Sieg hagelt es Lob für den Kampfgeist Barcelonas. Es gibt aber auch Kritik am deutschen Schiedsrichter.

Nach dem Treffer zum 6:1 rasteten die Spieler des FC Barcelona aus.

Quelle: Emilio Morenatti

Barcelona. Trainer Luis Enrique sprang mit hochrotem Kopf wie von Sinnen immer wieder in die Luft, Lionel Messi feierte auf der Bande des Camp Nou mit den Fans.

Der FC Barcelona hat einmal mehr Geschichte geschrieben und mit einer einzigartigen Aufholjagd für einen Gänsehaut-Abend in einem der legendären Fußball-Tempel Europas gesorgt. "Keiner hätte mehr gedacht, dass wir es schaffen, aber wir haben es gepackt", sagte Barcelonas deutscher Nationalkeeper Marc-André ter Stegen: "Das war ein emotionales Ende einer hart umkämpften Partie."

6:1 nach 90 Minuten plus Nachspielzeit gegen Paris St. Germain im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinales. "Kein Barça-Fan wird diese Nacht je vergessen", betonte Enrique. Ein 0:4 aus dem Hinspiel musste Barça gegen die Franzosen mit ter Stegens Landsmännern Julian Draxler und Kevin Trapp (Tor) aufholen. In der fünften Minute der Nachspielzeit war das Fußball-Wunder vollbracht. Ter Stegen war mit nach vorn in den gegnerischen Strafraum geeilt, die Nerven der Fans zum Zerreißen gespannt. Und dann erlöste Sergi Roberto die Katalanen und sorgte mit seinem Tor für den Einzug in das Viertelfinale.

Selbst die Konkurrenz war absolut beeindruckt. "Was für ein unglaubliches Spiel. Chapeau Barca, nicht schlecht!", meinte Bayern-Star Franck Ribéry. "Wir sind völlig euphorisiert vom Platz in die Kabine gekommen und da liefen die letzten zwei Minuten des Spiels gegen Paris beim Stand von 5:1 noch. Wir standen alle da als wären wir involviert", erzählte Dortmunds Trainer Thomas Tuchel nach dem eigenen berauschenden 3:0 über Benfica Lissabon: "Wir dachten, dass wir die spektakuläre Nachricht des Abends wären, aber es hat nicht gereicht (lacht). Das kann nur Barça, das war eine sensationelle Leistung." Aus Manchester gratulierte Ex-Coach Pep Guardiola: "Das ist unglaublich."

Seit Einführung des Europapokals ist es zum ersten Mal einer Mannschaft gelungen, nach einem 0:4 im Hinspiel noch in die nächste Runde einzuziehen. Auch hatten es zuvor nur drei Mannschaften geschafft, einen Vier-Tore-Rückstand aufzuholen. In Erinnerung bleibt vor allem das 0:4 von Borussia Mönchengladbach im Rückspiel bei Real Madrid im UEFA-Cup-Wettbewerb 1985/86, nachdem die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes das Hinspiel noch 5:1 gewonnen hatte.

"Mit Worten ist das schwer zu erklären, es war wie in einem Horrorfilm", sagte Enrique, die Stimme heiser vom Schreien und Jubeln. "Der Schlüssel war das Vertrauen, das die Mannschaft und die Fans bis zur 95. Minute hatten." Barça habe - bewusst oder unbewusst - genau so gespielt, wie Enrique es in seiner aktiven Laufbahn bei den Katalanen immer getan habe: "Laufen und glauben, glauben und laufen, bis zum letzten Atemzug." Das stellte die Sportzeitung "Marca" unter dem Titel "Wunder existieren" fest. "Am Rande des Abgrunds konnte einzig Barca ein solch episches Unternehmen gelingen", befand die italienische "La Gazzetta dello Sport".

Dabei wähnte sich Paris durch Edinson Cavanis Anschlusstreffer in der 62. Minute zum 3:1 bereits in der nächsten Runde. Dass die Katalanen aber entgegen jeder Wahrscheinlichkeit noch drei Tore erzielten, bezeichnete "L'Équipe" als "historischen Schiffbruch" der Pariser. Zudem gab es auch Kritik am deutschen Schiedsrichter Denis Aytekin. Vor allem der fragwürdige und von Neymar verwandelte Foulelfmeter zum 5:1 in der 90. Minute erhitzte die Gäste-Gemüter. Insgesamt habe Aytekin sogar drei zweifelhafte Entscheidungen getroffen, die eine Schlüsselrolle beim Sieg der Katalanen gespielt hätten, befand die spanische Sportzeitung "AS".

Den Profis, den Trainern und den Fans war das komplett egal. "Wie schön doch der Fußball ist", schrieb Popstar Shakira bei Instagram neben einem Jubel-Video. Und ihr Patner, Barcelonas Verteidiger Gerard Piqué, riet: "Die Krankenhäuser sollten in den nächsten neun Monaten mehr Hebammen einstellen, denn heute Nacht wird es viel Liebe geben."

dpa

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