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Ex-OK-Vize Radmann: Keine Stimmen für WM 2006 gekauft

Fußball Ex-OK-Vize Radmann: Keine Stimmen für WM 2006 gekauft

Auch einer der wichtigsten früheren Macher im WM-Organisationskomitee 2006 wehrt sich gegen den "Spiegel"-Bericht über Mauscheleien bei der Vergabe. Außenminister Steinmeier verlangt schnelle Aufklärung, Lothar Matthäus warnt vor Vorverurteilungen.

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Fedor Radmann (r) 2008 bei einer Benefiz-Gala mit Franz Beckenbauer.

Quelle: Ursula Düren

Berlin. Nach dem Deutschen Fußball-Bund hat auch Fedor Radmann als früherer Vizepräsident des Organisationskomitees den Vorwurf des Stimmenkaufs bei der Vergabe der Fußball-WM 2006 mit Nachdruck zurückgewiesen.

"Das Bewerbungskomitee hat niemals irgendjemanden bestochen. Ich bin bereit, dies sogar zu beeiden. Wir haben keine Stimmen gekauft", sagte Radmann dem TV-Sender Sky Sport News HD.

Das Magazin "Der Spiegel" hatte am Freitag über eine angebliche schwarze Kasse berichtet. Daraus könnte dem Bericht zufolge der Kauf der Stimmen von vier asiatischen Mitgliedern der FIFA-Exekutive bezahlt worden sein. Der DFB hatte dies als haltlos bezeichnet, aber Ungereimtheiten rund um eine Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro an den Fußball-Weltverband (FIFA) eingeräumt.

Aus der Politik gab es am Samstag den Ruf nach schneller Aufklärung. Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte bei einem Besuch im Iran, er könne dem DFB "nur raten, jetzt schnellstmöglich Untersuchungen einzuleiten und die offenen Fragen zu klären". "Das ist im Interesse des Sports und des Fußballs. Aber das ist auch unser gemeinsames Interesse, dass da nichts hängen bleibt."

Die Sportausschuss-Vorsitzende des Bundestages, Dagmar Freitag (SPD), verlangte eine externe Untersuchung. Im "Inforadio" des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) sagte Freitag, interne Untersuchungen beim DFB seien jetzt nicht mehr das Maß der Dinge. Dem DFB warf sie vor, zögerlich auf die Vorwürfe reagiert zu haben. "Persönlich glaube ich eben, dass ein Vierzeiler auf der Webseite des Deutschen Fußball-Bundes auf Dauer jedenfalls nicht ausreichen kann, um die Vorwürfe zu entkräften", betonte Freitag.

Sie habe nicht nur in diesen Fragen schon seit langem Zweifel an den Selbstreinigungskräften des Sports, "und ich vermute mal, dass sich auch die Staatsanwaltschaft für die Vorgänge interessieren könnte", fügte die SPD-Politikerin hinzu. Der Fußball-Weltverband FIFA hat ebenfalls eine Untersuchung der Vorgänge angekündigt.

Freitag vermutete mit Blick auf etliche suspendierte und gesperrte Spitzenfunktionäre, dass es bei der FIFA mittlerweile möglicherweise einige gebe, die noch alte Rechnungen begleichen wollten: "Da sind ja ganz viele Leute, die ganz viel aus der Vergangenheit wissen, und die sicherlich nicht besonders amüsiert sind über das, was ihnen mittlerweile widerfahren (...) ist, und da kann es schon zu der ein oder anderen Veröffentlichung kommen."

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus warnte vor "Vorverurteilungen". "Bislang heißt es nur: Es soll schwarze Kassen gegeben haben. Ich kann mir das aber einfach nicht vorstellen. Nicht bei diesen Personen, die ich schon sehr lange kenne", sagte der 54-Jährige am Samstag in Frankfurt am Main. Matthäus hält es aber dennoch für wichtig, "die Sache im Interesse des Fußballs und gerade im Interesse der betroffenen Personen so schnell wie möglich aufzuarbeiten".

Der Kapitän der deutschen Weltmeister-Mannschaft von 1990 ist ein enger Vertrauter des damaligen WM-OK-Präsidenten Franz Beckenbauer und auch des heutigen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach.

dpa

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