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Gedämpfte Vorfreude: Schalke will Bayern ärgern

Fußball Gedämpfte Vorfreude: Schalke will Bayern ärgern

Die Bayern sind in dieser Bundesligasaison ungeschlagen, die Schalker seit sechs Pflichtspielen ohne Sieg. Doch solche Statistiken interessierten vor dem Topspiel beider Teams nur am Rande. Nach dem Terror von Paris standen andere Themen im Mittelpunkt.

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Laut Pep Guardiola sind die Nationalspieler nach den schwierigen Tagen okay.

Quelle: Andreas Gebert

Gelsenkirchen. Das Stadion ist ausverkauft, die sportliche Ausgangslage prickelnd - doch unbeschwerte Vorfreude auf den Bundesliga-Klassiker verspürt diesmal niemand.

Sowohl auf Schalke als auch in München wurde zuletzt mehr über Terrorängste als über Taktik, Kaderplanung und Bilanzen gesprochen. Dennoch bemühen sich alle vor dem Topspiel um eine Rückkehr in den Alltag, der Fußball soll wieder in den Fokus rücken.

"Die Politik und andere Personen kämpfen für unsere Sicherheit. Wir müssen unsere Arbeit tun", sagte Bayerns Trainer Pep Guardiola wohl auch in der Hoffnung, dass seine Profis nach der heiklen Länderspielpause ihren historischen Höhenflug unbeirrt fortsetzen.

Mit einer ähnlichen Haltung geht sein Kollege André Breitenreiter in die Partie am Samstag (18.30 Uhr). Der Schalker Fußball-Lehrer erwartet nach dem Horror von Paris und der Länderspielabsage von Hannover für Samstag zwar ein "mulmiges Gefühl", aber keine leistungsmindernden Effekte: "Die Mannschaft hat großen Bock auf dieses Spiel. Aber wir brauchen eine fehlerfreie Partie. Dann hat man auch gegen die Bayern eine Chance."

Dass die mit Rekordbilanz in die Saison gestarten Münchner in den vergangenen zwei Wochen ihren Rhythmus verloren haben könnten, befürchtet Guardiola nicht. Die mit nach Paris gereisten Nationalspieler seien trotz der schrecklichen Erlebnisse bereit für Einsätze: "Ich habe mit Coman, Jérôme und Thomas gesprochen. Es war nicht einfach, aber sie sind okay." Man reise "ohne Angst" an, betonte Jérôme Boateng.

Voller Zuversicht bescheinigte Guardiola seinen Stars ohnehin ein hohes Maß an Professionalität: "Meine Kinder fragen, warum, warum, warum das passiert. Aber die heutigen Fußballspieler sind sehr intelligent, kennen die Situation perfekt. Die brauchen den Trainer nicht zum Erklären."

Nach bisher elf Siegen und einem Remis soll die souveräne Tabellenführung gegen die von Guardiola als eine der "gefährlichsten Mannschaften" bezeichneten Schalker gefestigt werden. Bis auf die Langzeitverletzten und Taktgeber Thiago stehen den Müchnern alle Profis zur Verfügung. Das schürt den Glauben an einen weiteren Erfolg. "Wir wollen so spielen, wie wir zuletzt immer aufgetreten sind. Dann gibt es normal nur einen Sieger", sagte Kapitän Philipp Lahm dem "Kicker".

Dagegen verheißt die Formkurve des Gegners wenig Gutes. Nach famosem Saisonstart gab es in den vergangenen acht Pflichtspielen nur einen Sieg. Nicht minder ernüchternd ist die jüngste Bilanz gegen die Bayern. Der letzte Erfolg der auf Rang fünf abgerutschten Königsblauen über den Rekordmeister liegt eine gefühlte Ewigkeit zurück und gelang am 4. Dezember 2010 (2:0).

Und doch erscheint ein Erfolgserlebnis nicht gänzlich illusorisch. Immerhin waren die Schalker neben den Gladbachern die einzige Mannschaft, die in der vorigen Saison nicht gegen den FC Bayern verlor. Zudem kehrt mit Weltmeister Benedikt Höwedes derjenige Profi in das Team zurück, der zuletzt sowohl beim 1:1 im eigenen Stadion als auch beim 1:1 in München getroffen hatte. "Er gilt ja seitdem als Bayern-Schreck", scherzte Breitenreiter. Ähnliches kann der Fußball-Lehrer auch von sich behaupten: Bei seinem Bundesliga-Debüt als Spieler für den HSV im September 1994 erzielte er sein erstes Tor - gegen die Bayern.

Es trägt zur Beruhigung aller Beteiligten bei, dass Schalke und die Gelsenkirchener Polizei keine veränderte Bewertung der Sicherheitslage sehen. "Es gelten die üblichen Sicherheitsmaßnahmen im Rahmen einer derartigen Großveranstaltung", hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Dennoch werde ein besonderes Augenmerk auf die Sicherheit in und um das Stadion gelegt. Darüber hinaus wurde die Fans aufgefordert, ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen: "Leben Sie vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse Ihre Fan-Rivalität gewaltfrei und verzichten Sie insbesondere auf das Abbrennen jeglicher Pyrotechnik und das Zünden von Böllern!"

dpa

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