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Gössners schwerer Weg zur Topform - "Zwickt ein bisschen"

Biathlon Gössners schwerer Weg zur Topform - "Zwickt ein bisschen"

Miriam Gössner galt als größte deutsche Biathlon-Hoffnung nach Magdalena Neuner. Doch eine schwere Rückenverletzung warf sie weit zurück. In Östersund startet sie nun einen weiteren Neuanfang.

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Miriam Gössner möchte sich in Östersund nach ihrem Comeback wieder an ihre Topform herantasten. Foto: Martin Schutt

Östersund. Vor ihrer Rückkehr in den Weltcup machte Biathletin Miriam Gössner ihrem Freund Felix Neureuther eine Liebeserklärung. Mit dem deutschen Alpin-Star ist sie glücklich - ein Gefühl, das ihr der Sport nach ihrem schweren Mountainbike-Unfall lange Zeit nicht geben konnte.

"Er ist immer wichtig für mich, egal ob es mir gut geht oder nicht", erzählte die 25-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Einfühlsam habe ihr Neureuther über die Leidenszeit hinweggeholfen. "Er hat selber schon viele schwere Verletzungen durchgemacht und sich genau in mich hineinversetzen können", sagte Gössner.

Das Tief nach ihrer schweren Rückenverletzung will die Garmischerin von Donnerstag an endgültig hinter sich lassen. Mit dem Einzelrennen über 15 Kilometer in Östersund beginnt für sie die neue Weltcup-Saison. Während Neureuther in den USA weilt, tastet sich Gössner in Schweden an die Weltspitze heran. "Die Vorfreude ist auf jeden Fall da", sagte sie am Mittwoch nach dem Training bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt. Doch sie wisse nicht genau, wo sie stehe, und brauche Zuspruch der Trainer.

Generell immerhin fühlt sie sich in Form. "Einfach aber wird es nicht", prophezeite Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner im "Münchner Merkur". Gössner, einst als Neuner-Nachfolgerin gehandelt, gab sich zurückhaltend. Zu hohem Druck will sie sich nicht aussetzen. "Man wird sehen, wie es läuft, und wie es sich entwickelt", kommentierte sie. Sie solle erst mal "wieder reinkommen", sagte Bundestrainer Gerald Hönig. "Wir bestärken sie natürlich in allem, was sie tut."

Ihre Gesundheit habe sie im Griff, sagte Gössner. "Mir geht es gut", betonte die Bayerin, auch wenn der Rücken ein wunder Punkt bleiben wird: "Wenn ein langer Reisetag war, oder ich ganz viel stehen muss, merke ich es", berichtete sie. "Oder wenn wir viel trainiert haben, viele Wettkämpfe gelaufen sind, zwickt es ein bisschen."

Es ist inzwischen zweieinhalb Jahre her, dass sich Gössner bei einem Fahrrad-Sturz mehrere Rückenwirbel brach. Nur knapp entging sie dem Rollstuhl. Sie hatte schon Olympia-Silber im Langlauf geholt, war Staffel-Weltmeisterin im Biathlon 2011 und 2012 geworden - und fing für den Traum von Olympia zu früh wieder an. Mit vielen Tränen sagte sie ihre Teilnahme für Sotschi ab, pausierte acht Monate lang.

Auch 2014/15 fand sie nicht zu der Form, die sie selbst und das Umfeld von ihr erwarteten. Der Konkurrenz lief sie weit hinterher. Und als das junge deutsche Damen-Team Staffel-Gold und durch Laura Dahlmeier (Verfolgung) und Franziska Preuß (Massenstart) zweimal WM-Silber im finnischen Kontiolahti holte, fehlte Gössner.

Damen-Bundestrainer Hönig traut ihr nun zu, "sicherlich eine echte Verstärkung" zu werden, wenn sich der Trend fortsetze. Für Östersund wurden auch die Staffel-Weltmeisterinnen Franziska Hildebrand, Vanessa Hinz und Preuß nominiert. Hinzu kommen Karolin Horchler und Maren Hammerschmidt. Hoffnungsträgerin Dahlmeier, mit der Gössner im Sommer das Matterhorn erklomm, steigt wegen eines Infekts wie im vergangenen Winter erst später ein.

Rückkehrerin Gössner muss sich gegen starke interne Konkurrenz behaupten. "Ich war auch schon Weltmeisterin, habe eine Olympia-Medaille. Wenn ich jetzt am Start stehe, hilft mir das alles nichts mehr und so ist es für alle", sagte Gössner und betonte in der "Bild am Sonntag": "Zickenkrieg wird es mit mir nicht geben."

Neben Östersund ist sie im Dezember zunächst für die Weltcups in Hochfilzen und Pokljuka eingeplant. Mehr steht noch nicht fest - und an die WM in Oslo will die Halb-Norwegerin noch nicht allzu oft denken. "Es ist noch viel Zeit bis März, da kann noch einiges passieren", beschwichtigte sie. "Es ist immer besser, sich erst mal auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren."

dpa

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