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HSV im Transferdilemma: Der Umbau stockt

Fußball HSV im Transferdilemma: Der Umbau stockt

Die Konkurrenten kaufen ein, der Hamburger SV wartet ab, sortiert aus und sucht nach Billig-Angeboten. Der personelle Umbruch beim hanseatischen Fußball-Bundesligisten fällt kleiner als zunächst beabsichtigt aus - und das trotz des zweiten Fast-Abstiegs in Serie.

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Fußballdirektor Peter Knäbel muss den Gehaltsetat senken und trotzdem neue und vielversprechende Spieler verpflichten.

Quelle: Markus Scholz

Hamburg. Knapp eine Woche vor Trainingsstart steht bei den Hamburgern nur wenig fest. Sicher ist: Zum Team der nächsten Saison gehören nicht mehr Rafael van der Vaart (Betis Sevilla), Marcell Jansen und Slobodan Rajkovic (beide Ziel unbekannt) sowie Lasse Sobiech (FC St. Pauli) und Heiko Westermann, dessen Abschied nun verkündet wurde. Und Neue? Fehlanzeige.

Bevor der HSV neue Spieler anheuert, muss er seinen aufgeblasenen Kader abspecken. Transfererlöse sind kaum zu erwarten. Folglich muss der Gehaltsetat sinken. Von 52 soll er auf 42 Millionen Euro reduziert werden. Großeinkäufe wie in der vergangenen Saison für rund 33 Millionen Euro (Holtby, Müller, Behrami, Cléber, Ostrzolek, Stieber, Olic, Diaz) sind passé. Die neue Leitlinie: "Es muss das Ziel sein, Spieler zu verpflichten, die ihre große Karriere noch vor sich haben", erklärt Fußballdirektor Peter Knäbel.

Auch weil Hoffnungen auf Verstärkungen geplatzt sind, will der HSV seine Abschiedskandidaten nicht vom Hof jagen. Gojko Kacar und Ivo Ilicevic, deren Verträge zum 30. Juni auslaufen, haben neue, leistungsbezogene Angebote zu deutlich geringeren Bezügen erhalten. Eigentlich hatte Vorstandsvorsitzender Dietmar Beiersdorfer beiden schon im März die Trennung verkündet. Nach deren Aufblühen unter Trainer Bruno Labbadia im Abstiegskampf ließ sich der HSV-Chef zur Kehrtwende überreden. Unklar ist, ob Kacar und Ilicevic sich mit drastischen Gehaltskürzungen anfreunden können.

Innenverteidiger Heiko Westermann, dessen Vertrag ebenfalls endet, verlässt den HSV. Am Donnerstag einigte er sich mit dem Club auf die Trennung. Mit rund zwei Millionen Jahresverdienst war er einer der Hamburger Topverdiener. Da Rajkovic bereits weg und Jonathan Tah auf dem Sprung ist, schauen sich die Hamburger nach einem neuen Innenverteidiger um. Tah, das vergangene Saison an Fortuna Düsseldorf verliehene 19 Jahre alte Talent, soll sich bereits mit Bayer Leverkusen einig sein. Doch das Fünf-Millionen-Angebot Bayers hat der HSV als Beleidigung zurückgewiesen.

Weitere Probleme: Valon Behrami und Maximilian Beister. Während der Schweizer Nationalspieler wegen seines schwierigen Charakters wechseln soll, plant Labbadia nicht mehr mit Beister. Der Marktwert des 24 Jahre alten Offensivspielers wird auf 2,5 Millionen Euro geschätzt, sein Gehalt auf eine Million. Angebote gibt es nicht. Letzter Ausweg: verschenken. "Wir haben die Möglichkeit, durch dieses Vorgehen Großteile der Gehälter zu sparen", entschuldigt Knäbel das Vorgehen. Es stockt beim HSV.

dpa

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