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Hannover 96 dreht Partie: 2:1-Sieg im Nordduell beim HSV

Fußball Hannover 96 dreht Partie: 2:1-Sieg im Nordduell beim HSV

Niemand hätte zur Pause des Nordduells auf Hannover 96 gesetzt: Doch die Niedersachsen schafften gegen den Hamburger SV die Wende und kamen zu einem wichtigen Sieg im Abstiegskampf. Der HSV musste sich die Niederlage selbst zuschreiben.

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Salif Sané, Hiroki Sakai und Artur Sobiech feiern den Treffer zum 1:1, HSV-Profi Dennis Diekmeier (l-r) ist frustriert.

Quelle: Axel Heimken

Hamburg. Erst keine Chance, am Ende unendlicher Jubel: Mit einer kaum für möglich gehaltenen Leistungssteigerung hat Hannover 96 ein weiteres Lebenszeichen im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga gegeben.

Nach dem glücklichen 2:1 (0:1) beim Hamburger SV zum Abschluss des elften Spieltages fielen sich die 96-Spieler erleichtert in die Arme, der unter Druck geratene Trainer Michael Frontzeck ballte immer wieder die Faust.

"Das waren die wichtigsten Punkte, die wir in der Vorrunde geholt haben", sagte Hannovers Nationalspieler Ron-Robert Zieler. Auch 96-Clubchef Martin Kind atmete tief durch: "Nach der ersten Halbzeit hätte ich den Sieg nicht für möglich gehalten. Für die Zukunft ist dieser Erfolg sehr wichtig."

Hiroshi Kiyotake (59.) per Foulelfmeter und Salif Sané (67.) drehten mit ihrem Treffern nach der Pause das 55. Bundesliga-Nordduell der beiden Clubs und verhinderten erst einmal mögliche Diskussionen um Trainer Frontzeck.

Mit ihrem zweiten Auswärtserfolg hintereinander und dem ersten Sieg beim HSV nach vier Niederlagen schafften die Niedersachsen mit Rang 14 den Anschluss an das untere Tabellen-Mittelfeld. "Wir wollen jetzt Ruhe haben und am Freitag im schweren Spiel gegen Hertha nachlegen", meinte Frontzeck.

Noch in Halbzeit eins hatten die Gäste keine Chance gegen die auch spielerisch überzeugenden Hamburger, die schon früh durch Michael Gregoritsch (6.) hochverdient in Front gingen. Die Hanseaten ließen in der Folgezeit etliche Chancen ungenutzt und gaben das Spiel unnötig aus der Hand.

"Wenn es möglich wäre, müssten wir uns in den Arsch beißen. Aber so beweglich bin ich nicht", meinte HSV-Trainer Bruno Labbadia. "Ich bin tierisch genervt, dass wir dieses Spiel heute verloren haben." Durch die Pleite verpasste sein Team den Sprung in die Nähe der Europapokal-Plätze und blieben Zehnte.

Labbadia hatte vor 54 607 Zuschauern auf Offensive gesetzt. Statt wie gewohnt auf nur eine Spitze baute der Coach diesmal in Pierre-Michel Lasogga und Sven Schipplock gleich auf zwei Angreifer - und durfte sich schon nach sechs Minuten mit der Maßnahme bestätigt fühlen. Nach einer Kombination über Schipplock und Nicolai Müller musste Gregoritsch den Ball nur noch zu seinem zweiten Saisontreffer ins Tor schieben. Der Ärger um einen nicht gegebenen Handelfmeter Sekunden zuvor hatten die Gastgeber da schon vergessen.

Mit der Führung wuchs bei den Hamburgern das Selbstvertrauen. Sie konnten sogar spielerische Akzent setzen. Bei Hannover lief so gut wie gar nichts. Einziges Manko beim HSV: Er machte nichts aus seiner Überlegenheit. Pech hatten die Hanseaten bei einem Freistoß des durch den Ausfall von Albin Ekdal ins Team gerückte Marcelo Diaz (27.), der den Ball an den Pfosten setzte. Neun Minuten später scheiterte Müller an Hannovers Torhüter Zieler.

Auch nach dem Wechsel schien sich das Kräfteverhältnis nicht zu ändern. Der HSV dominierte zunächst weiter. Schipplock (58.) hätte die Führung ausbauen können, verfehlte aber mit einem Schlenzer das Tor. Doch Hannover wurde mutiger und kam zum - zu dem Zeitpunkt noch unverdienten - Ausgleich. Ein unnötiges Foul von Emir Spahic an Uffe Bech führt zum Elfmeter, den Kiyotake sicher verwandelte.

Und die Gäste blieben dran. Per Kopfball schaffte Sané den kaum für möglich gehaltenen Siegtreffer. In der Schlussphase bestürmten die Hamburger das 96-Tor. Doch fiel ihnen zu wenig ein, um doch noch einen Punkt zu retten.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 55,9 - 44,1

Torschüsse: 17 - 5

gew. Zweikämpfe in %: 47,7 - 52,3

Fouls: 12 - 15

Ecken: 5 - 3

Quelle: optasports.com

dpa

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