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Hoffenheim bestätigt Trennung von Gisdol - Stevens kommt

Fußball Hoffenheim bestätigt Trennung von Gisdol - Stevens kommt

Huub Stevens kann es nicht lassen: Der "Knurrer aus Kerkrade" ist zurück in der Fußball-Bundesliga und soll nun 1899 Hoffenheim aus dem Abstiegssumpf ziehen. Er will nun "eine bestimmte Lockerheit" wieder reinbringen.

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Huub Stevens soll bei 1899 Hoffenheim Nachfolger seines ehemaligen Assistenten Markus Gisdol werden.

Quelle: Guillaume Horcajuelo

Zuzenhausen. 1899 Hoffenheim hat in der Krise seinen Konzepttrainer Markus Gisdol vor die Tür und "Feuerwehrmann" Huub Stevens auf die Bank gesetzt. Der 61-jährige Niederländer erhält beim Tabellenvorletzten der Fußball-Bundesliga einen Vertrag bis zum Saisonende.

"Wir waren nach den ersten Gesprächen sofort davon überzeugt, dass Huub Stevens die optimale Lösung ist", erklärte Sportchef Alexander Rosen in einer Pressemitteilung vom Montag. Die Kraichgauer sind damit - wieder einmal - mit einem langfristigen Konzept gescheitert. Der mächtige Mäzen Dietmar Hopp hat wie erwartet den Daumen über Gisdol gesenkt.

Stevens hatte zuletzt den VfB Stuttgart zweimal vor dem Abstieg aus dem Oberhaus gerettet, im Sommer bei den Schwaben aber keinen Vertrag mehr erhalten. "Ich freue mich auf die Aufgabe, nur meine Frau ist nicht ganz so begeistert. Aber die kennt mich und weiß, dass es mich wieder juckt", sagte Stevens dem Kölner "Express".

Für ihn ist es bereits seine achte Station in der Bundesliga nach zweimal Schalke 04, Hertha BSC, 1. FC Köln, Hamburger SV und zuletzt zweimal VfB. Stevens habe nicht nur große Erfahrung mit solchen Situationen, sondern könne ein Team auch entsprechend aufrichten und begeistern, sagte Rosen. "Dass die Mannschaft die Qualität dazu hat, davon sind wir alle fest überzeugt." Stevens, der Alfred Schreuder (42) als Assistent mitbringt, wird am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Trainingszentrum Zuzenhausen vorgestellt.

Die Hoffenheimer haben eine Talfahrt mit nur sechs Punkten aus den ersten zehn Spielen hingelegt und zu Hause immer noch keinen Erfolg gelandet. Saisonübergreifend konnte die TSG im Kalenderjahr 2015 in 27 Bundesliga-Spielen nur sechs Siege landen. Gegen den HSV machte das Team schon einen verzweifelten Eindruck; Gisdol fand keine taktische und personellen Mittel mehr, um die Wende herbeizuführen.

"Wir haben Ruhe und Geduld bewiesen und Vertrauen in die Arbeit von Markus gehabt", betonte Rosen. Nun aber habe man aktiv werden müssen, da die Mannschaft ihre Qualität nicht umsetzen konnte. Letzten Ausschlag habe die "enttäuschende Leistung" bei der 0:1-Niederlage am Freitagabend gegen den Hamburger SV gegeben. Gisdol musste gehen, nachdem er mit seinem 85. Erstliga-Spiel für Hoffenheim mit Ralf Rangnick gleichgezogen hatte.

"Bei der Mannschaft scheint es derzeit eine Blockade zu geben. Ich werde nun versuchen, eine bestimmte Lockerheit in die Truppe zu bekommen. Die Saison ist noch lang, daher mache ich mir keine Sorgen um den Klassenerhalt", sagte Stevens. Er hatte in Stuttgart seinen Platz Alexander Zorniger überlassen müssen, der nun mit dem VfB genauso im Tabellenkeller steckt wie Hoffenheim.

Gisdols Vertrag war erst im Frühjahr bis 2018 verlängert worden. Kurioserweise war er einst bei Schalke 04 nicht nur Assistent von Rangnick, sondern auch von Stevens. Der Schwabe gilt schon jetzt als ein möglicher Nachfolger von Rangnick beim aufstrebenden Zweitligisten RB Leipzig für die neue Spielzeit. Im März hatte der Sportdirektor und derzeitige Trainer, der angekündigt hat, im Sommer sein Amt als Chefcoach aufzugeben, gesagt: "Er ist ein Trainer, der weiß, wie wir spielen und selbst so spielen lässt. Es gibt nur eine Handvoll Trainer, die zu uns passen. Er ist sicher einer davon."

In Hoffenheim hatte Gisdol seinen Posten im April 2013 zusammen mit Rosen angetreten und den Club damals vor dem Abstieg bewahrt. Der Chefcoach hatte aber in der Rückrunde der vergangene Spielzeit, als die mögliche Europa-League-Teilnahme verspielt wurde, bereits an Kredit verloren. Gisdols Mitstreiter Rosen darf als Direktor für Profußball hingegen bleiben, damit das sportliche Vakuum nicht zu groß wird. Der Ex-Profi hatte bereits am Wochenende klar gemacht, dass er seine Zukunft nicht an die des Trainers gebunden sieht.

dpa

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