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IOC-Präsident zu Blatter: "Kein Urteil über Personen"

Sportpolitik IOC-Präsident zu Blatter: "Kein Urteil über Personen"

Die FIFA-Skandale sind "kaum noch zu ertragen", sagt der UN-Sonderberater Lemke. Er warte auf den Tag, an dem er nicht morgens ins Internet schauen müsse, was es denn heute wieder gegeben habe. Solch klare Worte scheut Thomas Bach als IOC-Präsident natürlich.

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IOC-Präsident Thomas Bach gibt sich zur Causa Blatter diplomatisch und verweist auf Reformen beim Internationalen Olympischen Komitee.

Quelle: Wu Hong

Kitzbühel. IOC-Präsident Thomas Bach gibt sich auch angesichts der weltweiten Rücktrittsforderungen an FIFA-Boss Joseph Blatter gewohnt diplomatisch.

"Ich werde hier kein Urteil über Personen oder andere Organisationen abgeben", sagte der Spitzenfunktionär aus Tauberbischofsheim am Rande des Symposiums Camp Beckenbauer am Montag in Kitzbühel. Bach verwies in seinem Eröffnungsvortrag jedoch ausdrücklich auf die Kontrollmechanismen beim Internationalen Olympischen Komitee.

"Das IOC hat seine Reformen durchgeführt in vielen Bereichen schon vor 15 Jahren. Wir haben zum Beispiel die Altersbegrenzung eingeführt." Und man habe jetzt mit der Agenda 2020 den Dachverband nochmal stark reformiert. "Wenn eine andere Sportorganisation das eine oder andere übernehmen will, haben wir nichts dagegen", sagte Bach.

Dies war durchaus als indirekte Aufforderung an den krisenumtosten Fußball-Weltverband FIFA zu verstehen. Über den von Franz Beckenbauer als möglichen Blatter-Nachfolger ins Gespräch gebrachten Südafrikaner Tokyo Sexwale sagte der IOC-Präsident: "Ich kenne ihn bereits seit einiger Zeit und schätze ihn sehr." Sexwale selbst sagte dem TV-Sender Sky wenig konkret: "Ich finde, der Franz kann das auch machen." Grundsätzlich schließe er nichts aus.

Der frühere FIFA-Funktionär Beckenbauer hatte in der "Bild am Sonntag" gesagt: "Als Vertrauter von Mandela kennt er sich auf dem politischen Parkett aus, sammelte bei der WM 2010 in Südafrika auch Fußball-Erfahrung. Vielleicht tut der FIFA ein Präsident, der von außen kommt, ganz gut."

Sexwale war am Tag nach Beckenbauers Aussage Gast beim Camp Beckenbauer, einer vom "Kaiser" und seinem Manager Marcus Höfl organisierten Veranstaltung mit Funktionären und Managern aus der Sportwelt. Der 62-jährige Sexwale war einst als Anti-Apartheid-Aktivist gemeinsam mit Nelson Mandela inhaftiert. Für die FIFA ist er Vorsitzender der Kommission zur Verbesserung der Fußball-Beziehungen zwischen Israel und Palästina.

Sexwale gilt als unbelastet in der Korruptionsaffäre des Weltverbandes. "Ich gehe bei ihm davon aus, dass er keine Leichen im Keller hat", sagte Willi Lemke, früher Manager von Werder Bremen und seit 2008 UN-Sonderberater für Sport.

Die FIFA-Skandale seien "kaum noch zu ertragen", betonte Lemke. "Es muss ein ernsthafter Neuanfang gemacht werden. Das, was ich bisher gesehen habe, kann ich nicht ernst nehmen." Dass Blatter stur in seinem Amt bleibt, erklärte Lemke, der den FIFA-Boss nach eigenen Angaben seit 30 Jahren kennt, so: "Ich glaube, er sagt: Ich kann da nicht mit abgeschlagenem Haupt aus Zürich rausgehen."

Zu den mysteriösen Zahlungen an UEFA-Präsident Michel Platini, der erklärt hatte, Blatter habe ihm ein Berater-Honorar in Millionenhöhe wegen angeblich knapper FIFA-Kassen erst mit neun Jahren Verspätung auszahlen lassen, sagte Lemke unverblümt: "Für wie blöde hält man eigentlich die Menschen?"

dpa

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