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Kameruner Ekeng tot: Zusammenbruch in 71. Minute

Fußball Kameruner Ekeng tot: Zusammenbruch in 71. Minute

Der internationale Fußball beklagt einen weiteren Todesfall. Der Kameruner Patrick Ekeng bricht während eines Erstliga-Spiels in Bukarest zusammen und stirbt. Die Polizei ermittelt nun. Rumäniens Fußball ruht.

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Mitspieler von Patrick Ekeng trauern an der Stelle auf dem Rasen, wo der Kameruner zusammengebrochen war.

Quelle: Robert Ghement

Bukarest. Nach dem plötzlichen Tod von Kameruns Fußball-Nationalspieler Patrick Ekeng ermittelt nun die Mordkommission der rumänischen Polizei. Noch in der Nacht zum Samstag gab es Hausdurchsuchungen beim Club Dinamo Bukarest und in der Zentrale eines privaten Rettungsdienstes.

Es gebe Hinweise, dass es bei der Versorgung schwere Pannen gegeben habe, hieß es am Samstag. Alle Spiele im rumänischen Fußball an diesem Wochenende wurden verschoben.

Der 26-jährige Ekeng vom rumänischen Erstligisten Dinamo war am Freitag in der 71. Minute während des Spiels gegen den Club Viitorul in Bukarest auf dem Platz zusammengebrochen und in der Nacht gestorben. Die geschockten Spieler und Betreuer weinten auf dem Rasen. Ekeng war erst sieben Minuten zuvor eingewechselt worden. Das Spiel wurde nicht abgebrochen, es ging 3:3 aus.

Der Tod sei nach anderthalbstündigen Wiederbelebungsversuchen festgestellt worden, sagte der Arzt Cristian Pandrea vom Krankenhaus Floreasca. Der Patient sei mit einem Herz-Atemstillstand eingeliefert worden - allerdings in einem Krankenwagen eines privaten Rettungsdienstes, der für Wiederbelebungsversuche nicht ausgestattet gewesen sei.

Der Arzt des Clubs Dinamo, Liviu Baltineanu, erklärte, dass im Krankenwagen Wiederbelebungsversuche unternommen worden seien. Er selbst habe Ekeng auf dem Platz zu retten versucht. Der Sportler habe zu dem Zeitpunkt noch geatmet. Der Herz-Atem-Stillstand sei vermutlich erst im Krankenwagen eingetreten. Der Rettungswagen sei erst drei Minuten nach Ekengs Kollaps auf dem Platz eingetroffen.

Einige Fans warfen dem Rettungsdienst Versagen vor. "Der Fahrer des Krankenwagens kam ohne Arzt auf den Platz. Die Frau Doktor rauchte derweil eine Zigarette", sagte ein namentlich nicht genannter Fan der rumänischen Nachrichtenagentur Mediafax. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen die Ärztin ein.

Der Krankenwagen stand routinemäßig bereit, so wie es bei allen Fußballspielen in Rumänien Vorschrift ist. Entgegen der Vorschriften soll der Krankenwagen aber keinen Defibrillator gehabt haben. Die Polizei ermittelt nun unter anderem, warum das Fußballspiel dennoch stattfinden durfte.

Aus Respekt vor dem Toten ruht Rumäniens Fußball. Der Verband FRF verschob alle für dieses Wochenende und Montag angesetzten Spiele. Das für Dienstag geplante nationale Pokalfinale zwischen Ekengs Verein Dinamo Bukarest und CFR Cluj wurde ebenfalls neu terminiert und soll nun am 17. Mai stattfinden.

Betroffen äußerte sich auch FIFA-Präsident Gianni Infantino. "In Momenten wie diesen scheinen Worte ungenügend", erklärte der Chef des Weltverbandes in einer Kondolenzadresse. Afrikas Verbandspräsident Issa Hayatou sagte: "Es ist extrem schwer, Worte für so eine brutale Tragödie zu finden."

Ekeng hatte mehrere Länderspiele für Kameruns Nationalmannschaft bestritten. "Unsere Fußball-Familie hat einen Bruder verloren", schrieb Teamkollege Stephane Mbia auf Twitter. Vor seinem Engagement in Rumänien spielte Ekeng beim FC Cordoba in Spanien, Lausanne Sport (Schweiz) und dem FC Le Mans (Frankreich). Im Oktober 2015 hatte er ein Probetraining beim Zweitligisten Arminia Bielefeld bestritten. "Sein plötzlicher Tod schockiert und macht fassungslos", teilten die Ostwestfalen mit. Begonnen hatte er seine Fußball-Laufbahn bei Kameruns Club Canon Yaounde. Ekeng hinterlässt Frau und ein Kind.

Schon einmal war während eines Spiels von Dinamo Bukarest ein Spieler gestorben. Im Oktober 2000 brach Rumäniens Nationalspieler Catalin Haldan während eines Freundschaftsspiels zusammen und starb kurz darauf im Krankenhaus. Damals wurde bei dem 24-Jährigen ein Hirnschlag diagnostiziert. Im Juni 2003 war Kameruns Nationalspieler Marc-Vivien Foé im Halbfinale um den Confederations Cup gegen

 

Kolumbien aufgrund plötzlichen Herzversagens kollabiert und im Alter von 28 Jahren gestorben.

dpa

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