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Klitschkos Zukunft nach K.o-Niederlage offen

Boxen Klitschkos Zukunft nach K.o-Niederlage offen

Die Zeichen stehen auf Abschied. Aber der 41 Jahre alte Wladimir Klitschko hat sich nach seiner vorzeitigen Niederlage gegen Weltmeister Anthony Joshua im Megafight in Wembley wohl noch nicht festgelegt: "Geben Sie mir Zeit."

Wladimir Klitschko ging gegen Anthony Joshua gleich dreimal zu Boden.

Quelle: Axel Heimken

London. Ein klasse Klitschko war gegen den 14 Jahre jüngeren Weltmeister Anthony Joshua nicht gut genug. Der ehemalige Dominator des Schwergewichts ließ nach seiner vorzeitigen Niederlage durch Technischen K.o. offen, ob er mit 41 Jahren nach 69 Kämpfen weitermacht oder das Handtuch wirft.

Ein fürchterlicher Aufwärtshaken des britischen Superstars 37 Sekunden vor Schluss der 11. Runde hatte das sportliche Schicksal Wladimir Klitschkos besiegelt. Aber der Ukrainer machte im voll besetzten Londoner Wembley-Stadion, das mit viel Flitter und Feuerwerk zum Box-Mekka wurde, noch einmal einen großen Kampf. Sein Abschied?

"Ich habe eine Rückkampf-Klausel im Vertrag. Aber man wird sehen, was wir daraus machen. Jetzt ist es zu früh für eine Entscheidung. Geben Sie mir ein paar Tage oder Wochen Zeit", sagte der im Gesicht stark gezeichnete Klitschko, der innerhalb von 17 Monaten die zweite schwere Niederlage einstecken musste. IBF- und WBA-Superchampion Joshua hatte dagegen nach dem Kampf der Superlative schon konkrete Zukunftspläne, wenn auch nur für den nächsten Tag: "Endlich mal ausschlafen."

90 000 Zuschauer bedachten Klitschko mit tosendem Applaus, als er den Ring verließ. Eine Stunde vorher war er noch gnadenlos ausgebuht worden. Immerhin hatte der Gescheiterte ein Ziel erreicht. "Am Ende werde ich Beifall bekommen" - so die Prognose des früheren Weltmeisters. Trotz der eindeutigen Niederlage nach insgesamt drei Niederschlägen fühlte er sich nach eigenem Bekunden "nicht, wie einer der verloren hat."

Den Respekt der Zuschauer hatte sich der Olympiasieger von Atlanta verdient. "Ich habe nicht meinen Namen verloren, nicht mein Gesicht und nicht meinen Ruf. Auch wenn das Ergebnis nicht auf meiner Seite war", sagte Klitschko. Dass der Ringrichter David Fields aus den USA den Kampf abgebrochen hatte, ärgerte ihn allerdings. "Ich hätte gern noch weitergemacht. Wenn schon verlieren, dann nicht vorzeitig."

Der Referee handelte - auch im Hinblick auf die Gesundheit des Herausforderers - völlig korrekt. Klitschko stand nach zwei Niederschlägen in der 11. Runde zwar immer wieder auf, aber auf sehr wackligen Beinen. Er war verteidigungsunfähig.

Der promovierte Sportwissenschaftler hätte sogar gewinnen können. Nachdem Klitschko in der fünften Runde zum ersten Mal zu Boden gegangen war, gelang ihm in der sechsten Runde die sensationelle Wende. Nach einer schweren Rechten lag Joshua - zum ersten Mal in seiner Karriere - am Boden. Ein Raunen ging durchs Stadion. Hochspannung in Wembley. Doch Klitschko verpasste es nachzusetzen, wie er anschließend selbst einräumte. Es fehlte nicht viel, und der Goldmedaillengewinner von 1996 wäre zum dritten Mal Weltmeister geworden. "Geiler Kampf", twitterte Fußball-Weltmeister Lukas Podolski.

Auch der Sieger, der eine neue Ära einleitet, war vom Altmeister begeistert. "Er hat gezeigt, dass er es noch drauf hat", lobte Joshua, der sich nach dem Kampf im und am Ring über eine Stunde Zeit zum Feiern mit den Fans nahm. Mit Klitschko posierte er für Fotos Arm in Arm. Da war Ehrengast Arnold Schwarzenegger schon weg.

"Ich wollte nicht, dass der Kampf so knapp wird, ich wollte ihn dominieren", sagte Joshua, der seine bisherigen 18 K.o.-Siege eher gegen Gegner aus der zweiten Reihe verbucht hatte. Der Sieg von Wembley fühle sich an wie "der wahre Gewinn des Weltmeistertitels", resümierte Box-Promoter Eddie Hearn.

Die BBC nannte es "die beste Leistung seiner Karriere", der "Guardian" schrieb von einem "epischen Kampf". Was er im Fight mit Klitschko gelernt habe, wurde Joshua gefragt. Seine süffisante Antwort: "Ich kann jeden umhauen." Der Sohn nigerianischer Einwanderer, der trotz Millionenverträgen noch mit seiner Mutter in einer kleinen Wohnung lebt, bot Klitschko die Revanche an: "Wenn er will, bin ich bereit dazu."

dpa

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