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Klose beendet Karriere und kehrt als DFB-Praktikant zurück

Fußball Klose beendet Karriere und kehrt als DFB-Praktikant zurück

Der "ewige Miro" beendet seine Karriere als Spieler und kehrt zurück zur Nationalmannschaft. Im Stab von Joachim Löw soll Klose Trainer-Erfahrungen sammeln. Die Azubi-Stelle ergibt Sinn. Gerade die Toreffizienz war zuletzt ein großes Problem der Fußball-Weltmeister.

2014 wurde Klose mit der Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister.

Quelle: Andreas Gebert

Frankfurt/Main. Miroslav Klose wird Lehrling und Lehrmeister zugleich. 28 Monate nach dem WM-Triumph von Rio hat der deutsche Rekordtorschütze seine Karriere als Spieler beendet und kehrt als Praktikant zur Fußball-Nationalmannschaft zurück.

Im Stab von Chefcoach Joachim Löw soll der 38-Jährige schon bei den Länderspielen in San Marino am 11. November und vier Tage später in seiner alten Wahlheimat Italien erste Erfahrungen für eine nun angestrebte Trainerkarriere sammeln und seinen jungen Nachfolgern das Toreschießen beibringen.

"In der Nationalmannschaft habe ich meine größten Erfolge gefeiert, diese Zeit war wunderschön und bleibt unvergessen. Daher kehre ich gerne zum DFB zurück. In den vergangenen Monaten ist in mir der Gedanke gereift, auf dem Platz bleiben zu wollen, dabei aber eine neue Perspektive einzunehmen, nämlich die eines Trainers", sagte Klose am Dienstag nach der Bestätigung der Personalie durch den Deutschen Fußball-Bund.

Die Azubi-Stelle für den "ewigen Miro" ergibt Sinn. Zuletzt wurde ein Goalgetter von seinem Format schmerzlich vermisst und die Stürmerflaute zum Krisenthema bei der EM in diesem Sommer in Frankreich. "Der Schnitt liegt jetzt bei sieben oder acht Torchancen, die wir brauchen", hatte Löw schon nach der mühevollen Qualifikation bemängelt. Nun soll Rekordmann Klose

nach 71 Toren für Deutschland in 137 Länderspielen seine Erfahrungen auch als Trainerlehrling gleich auf höchstem Level wieder einbringen.

"Ich bin sicher, dass wir Trainer genauso wie die Spieler sehr von seiner Anwesenheit und Mitwirkung profitieren werden", sagte Löw. "Er wird nicht nur mit uns gemeinsam auf dem Trainingsplatz stehen, sondern beispielsweise seine Sicht auch in der Gegnervorbereitung, der Spiel- und Videoanalyse einbringen. Wir freuen uns auf Miro."

Klose hatte seine außergewöhnliche Karriere für ihn typisch leise ausklingen lassen. Mit einem Monat Bedenkzeit trat er im August 2014 aus dem DFB-Team zurück. In Italien, bei Lazio Rom, spielte er noch bis zu diesem Sommer, ohne danach seine Karriere sofort zu beenden. Klose war immer ein stiller Vertreter in einem aufgeregten Geschäft.

Seine Laufbahn startete er bei der SG Blaubach-Diedelkopf in der Pfalz. Mit seinen Eltern war er als Aussiedler aus Polen dorthin gekommen. Der Sprung in den Profifußball gelang erst mit 22 Jahren - dann aber ging die Karrierekurve mit den Stationen 1. FC Kaiserslautern, Werder Bremen, Bayern München in der Bundesliga steil nach oben. Im Nationalteam schoss er die ersten seiner fünf WM-Tore bei der WM 2002 in Japan und Südkorea. Insgesamt traf er bei vier WM-Turnieren, die Rekordnummer 16 erzielte er beim legendären 7:1 im Halbfinale 2014 gegen Brasilien.

Dass Löw seinem früheren Lieblingsangreifer nun die Chance zum Einstieg in den Trainerjob gibt, ist logisch. Die große Wertschätzung betonte er am Dienstag nochmals: "Auf Miro war und ist immer Verlass, daher freue ich mich sehr, dass er jetzt erst mal zu unserem Team gehört. Er ist ein Vorbild als Mensch und Sportler, der dem Team und dem Erfolg alles unterordnet. Mit seinem Blick und seiner Erfahrung kann ich ihn mir künftig sehr gut als Trainer vorstellen, auf seinem Weg dahin möchten wir ihn im DFB gerne unterstützen", sagte Löw.

Klose soll "ein individuelles Ausbildungs- und Traineeprogramm absolvieren mit dem klaren Ziel, die Trainerlaufbahn einzuschlagen", teilte der DFB mit. Die notwendige A-Lizenz soll "Grande Miro" parallel zu seinen Einsätzen bei der Nationalmannschaft und den Juniorenteams erwerben. "Mit der Nationalmannschaft identifizieren sich Spieler ganz besonders, sie ist so etwas wie eine Heimat, ein zweites Zuhause mit einem familiären Umfeld", sagte Teammanager Oliver Bierhoff, der mit Klose noch zusammen im DFB-Team spielte.

Sinnvoll erscheint eine Spezialisierung auf die Ausbildung der Stürmer. In Marcus Sorg hatte Löw in der Vorsaison einen weiteren Assistenten neben Thomas Schneider installiert, um spezifischer mit bestimmten Mannschaftsteilen arbeiten zu können. Andreas Köpke ist als Torwarttrainer seit Jahren Bestandteil der sportlichen Leitung.

Kloses Schnupperzeit geht zumindest bis zum Confederations Cup im kommenden Sommer in Russland gehen, bei dem Löw gezielt junge Akteure turniertauglich machen will. Zuvor stehen auch noch die Länderspiele im März gegen England und in Aserbaidschan an. Zuletzt war Klose noch einmal mit dem SSC Neapel in Verbindung gebracht worden. Jetzt geht es mit dem Weltmeisterteam zurück nach Italien.

dpa

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