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Kritischer Dardai: "Der liebe Gott war im Olympiastadion"

Fußball Kritischer Dardai: "Der liebe Gott war im Olympiastadion"

Der Hertha-Jahrgang 2016/17 ist der beste, den es nach acht Runden in der Bundesliga je gegeben hat. Trainer Dardai ist stolz, doch richtig genießen kann er die Verkostung gegen die erstmals in dieser Saison geschlagenen Kölner nicht. Genau das hält sein Team unter Spannung.

Trotz des Sieges ärgerte sich Hertha-Trainer Pal Dardai (r) über die hektische Schlussphase.

Quelle: Annegret Hilse

Berlin. Der Kritischste von über 60 000 Augenzeugen an diesem Oktoberabend im Berliner Olympiastadion war der Hertha-Trainer.

Dabei hatte sein Team am 8. Spieltag der Fußball-Bundesliga den bis dahin ungeschlagenen 1. FC Köln bezwungen, einen erstaunlichen Startrekord aufgestellt und die eigenen Fans in Feierlaune versetzt. "Es gab viele Szenen, die mir nicht gefallen haben", erklärte Pal Dardai nach dem 2:1 gegen zuerst zurückhaltende, dann bessere und am Ende glücklose Kölner. "So ein Chaos in den letzten 15 Minuten habe ich noch nicht erlebt: Latte, Pfosten, da war der liebe Gott im Olympiastadion", ergänzte der Ungar: "Daraus müssen wir lernen."

Was Herthas Chefcoach trotz nun beeindruckender 17 Punkte, die es zu dem Saisonzeitpunkt seit der Bundesliga-Premiere 1963 noch nie für die "Alte Dame" gegeben hatte, so irritierte, war vor allem die verlorene Ordnung und Defensiv-Kontrolle seiner Profis. Obwohl die Gastgeber durch ihren Top-Torjäger Vedad Ibisevic (13. Minute) und Niklas Stark (74.) zweimal in Führung gingen, wackelte der vierte Sieg im vierten Heimspiel der aktuellen Saison nochmals gewaltig.

Die Gäste, zuvor in zwölf Ligapartien unbezwungen, vermochten die Berliner in deren Festung aber nicht zu knacken. Zweimal verhinderte das Tor-Aluminium einen weiteren Kölner Treffer nach dem achten Saisontor von Anthony Modeste (65.). Und als Artjoms Rudnevs doch noch traf, verweigerte in der Nachspielzeit Schiedsrichter Frank Willenborg aus Osnabrück dem Tor wegen eines vorangegangenen Foulspiels an Marvin Plattenhardt zurecht die Anerkennung.

"Das Gesamtpaket regt einen auf, natürlich waren die Gegentore unnötig", bemerkte FC-Torwart Timo Horn, der auch den ersten Berliner Treffer noch im Auge hatte. Torvorbereiter Mitchell Weiser war der Ball im Zweikampf mit Kölns Nationalspieler Jonas Hektor aus Nahdistanz an den Arm geschossen worden. Manager Jörg Schmadtke sah sein Team um einen Punkt gebracht: "Es ist schwierig in einem Spiel mit so vielen Zweikämpfen, wenn derjenige, der entscheiden muss, nicht so richtig weiß, was ein Foul ist und was nicht."

Allerdings schloss Schmadtke auch an: "Deswegen haben wir aber nicht verloren." Letztlich entschied die größere Entschlossenheit. "Unsere Mannschaft wollte unbedingt gewinnen, das war der Schlüssel", erklärte die Tormaschine Ibisevic. Es war sein sechstes Saisontor, mit 98 Treffern ist der Bosnier nun der sechstbeste ausländische Torschütze in der Bundesliga-Historie.

Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Modeste zeigten sich die Fortschritte bei Hertha besonders. Der meist noch zurückhaltende Manager Michael Preetz verteilte Lob: In der Phase habe sich die Mannschaft noch einmal "berappelt". Ein Doppelkopfball von Julian Schieber und Stark führte zum 2:1. "Nach dem 1:1 eine solche Reaktion zu zeigen, das spricht für die Jungs", betonte Preetz.

Als Bayern-Jäger sehen sich die Berliner allerdings weiter nicht. "Das sind andere", sagte Ibisevic. "Wir müssen jetzt nicht auf die Tabelle schauen, das können wir am Saisonende tun", betonte Salomon Kalou, der bei seinem ersten Saison-Einsatz eine ordentliche Partie als Spielmacher bot.

dpa

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