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Lautlose Formel E: Erste vollelektrische Rennserie kommt 2014

ANZEIGE Lautlose Formel E: Erste vollelektrische Rennserie kommt 2014

Der Lärm, den die vierzylindrigen 1,6-Liter-Motoren von Sebastian Vettel und Co. verursachen, ist so untrennbar mit der Formel 1 verbunden wie High-Speed-Duelle auf der Piste, Stars am Streckenrand und Grid Girls in der Boxengasse.

Ab dem kommenden Frühling jedoch wird der Formelsport ein völlig neues Kapitel aufschlagen. Denn mit der Formel E werden die Fahrzeuge nicht nur leise, auch das gesamte Renn-Geschehen wird sich grundlegend ändern.

Fahrzeugwechsel statt Reifentausch

Statt der Reifenwechsel, die derzeit in der Formel 1 für viel Wirbel sorgen, werden die Rennen der Formel E ohne den Tausch der Pneus auskommen. Dafür wird gleich das gesamte Fahrzeug gewechselt. Denn die Akkukapazität der vollelektrischen Flitzer reicht bei Höchstgeschwindigkeiten nicht länger als 20 Minuten.

Steuert der Pilot bei sinkenden Ladeständen die Boxengasse an, steht dort schon ein Zweitwagen bereit. Sobald dieser auf der Strecke ist, wird das Auto Nummer eins erneut geladen, um im dritten und letzten Rennabschnitt noch einmal für etwa zehn Minuten zum Einsatz zu kommen. Somit dauert ein Rennen rund 50 Minuten.

Ob die Pneus dabei länger halten werden als die Gummis der aktuellen F1-Meisterschaft, bleibt abzuwarten. So hat als exklusiver Zulieferer zwar mit Michelin ein ausgewiesener Motorsport-Spezialist unterschrieben, die Franzosen sind jedoch – ebenso wie Pirelli in der Formel 1 – an genaue Vorgaben des Veranstalters gebunden. Gleiches gilt für DTM und Moto GP: Die hier verwendeten Premium-Reifen, welche von führenden Ausstattern wie Hankook, Bridgestone, Michelin und Pirelli gefertigt werden, müssen stets den Vorgaben des jeweiligen Veranstalters entsprechen – und sind somit auch werbe- und medienorientierten Kriterien unterworfen.

Zwei von zehn Teams stehen bereits fest

42 Fahrzeuge hat der italienische Formel-3-Ausrüster Dallara für die erste Formel-E-Saison gefertigt. Die Motoren stammen von McLaren. Wie viele Teams zum Einsatz kommen, ist allerdings noch unklar. Bisher wurden von den geplanten zehn Teams erst zwei nominiert: Drayson Racing aus Großbritannien und China Racing aus Fernost.

Auch Fahrer konnten bislang nicht fest unter Vertrag genommen werden. Vier Piloten jedoch haben ihre Teilnahme kürzlich gegenüber der Presse bestätigt: Nicolas Prost, Vitantonio Liuzzi, Jaime Alguersuari und Lucas di Grassi. Letzterer hatte als Testfahrer auch schon das Vergnügen, eines der neuen Dallara-Fahrzeuge über einen Rundkurs zu jagen. Mit erstaunlichem Resultat: "Du hörst, was die Reifen tun, was die Aufhängung tut“, erzählt der 28-jährige. „Es gibt dabei so viele unterschiedliche Geräusche, die man nur bemerkt, weil man ein Elektroauto fährt. Unvorstellbar in einem Auto mit Verbrennungsmotor." Und genau diese Stille ist es, welche zum entscheidenden Trumpf der neuen Formel-Serie werden könnte.

Leise Duelle in weltbekannten Metropolen

Acht der zehn geplanten Austragungsorte für die erste Formel-E-Saison stehen schon fest. Das Besondere: Die Strecken werden durch die Zentren großer Metropolen verlaufen. Vorbei am Buckingham Palace, entlang des Miami Beach, über den Petersplatz oder an den Toren der Verbotenen Stadt vorbei: Ab 2014 sollen Szenarien solcher Art zur Normalität werden. Denn Lärm und Abgase, die den herkömmlichen Renn-Zirkus in die Abgeschiedenheit von Vororten und Wüstenregionen verbannen, wird es bei der verbrennungslosen WM nicht geben. Neben dem „Schaulaufen der Elektromobilität“, wie Alejandro Agag, Vorsitzender der Formel E, das neue Konzept bezeichnet, ist vor allem die Werbewirksamkeit, die durch populäre Sehenswürdigkeiten am Streckenrand enorm gesteigert werden könnte, ein wichtiger Faktor des Veranstaltungs-Konzeptes.

Und an sehenswerten Orten, Prachtstraßen und monumentalen Gebäuden besteht in Anbetracht der acht Austragungsorte wahrlich kein Mangel. So erhielten Los Angeles, Miami, Buenos Aires, Peking, Rio de Janeiro, London, Rom und Putrajaya den Zuschlag. Die letzten zwei Plätze sollen in Kürze bekannt gegeben werden. Vielleicht passieren die neuen Elektro-Flitzer im nächsten Jahr dann auch die Siegessäule in Berlin oder die Münchner Reeperbahn: Unter den 23 Bewerbern, die in Frage kommen, befinden sich nämlich nach Aussage des Automobilweltverbandes FIA auch deutsche Städte.

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