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Medien: Zukunft von England-Coach Allardyce ungewiss

Fußball Medien: Zukunft von England-Coach Allardyce ungewiss

Erst ein Spiel hat die englische Fußball-Nationalmannschaft unter Sam Allardyce absolviert. Nun bringt ihn ein heimlich gefilmtes Gespräch mit pikanten Äußerungen in Bedrängnis. Medien berichten über Krisensitzungen beim englischen Fußballverband FA.

Sam Allardyce wurde Ende Juli 2016 zum Cheftrainer der englischen Nationalmannschaft berufen worden.

Quelle: Will Oliver

London. Die Karriere des englischen Fußball-Nationaltrainers Sam Allardyce steht möglicherweise auf der Kippe. Medienberichten zufolge berieten Vorstandsmitglieder des englischen Fußballverbands Football Association (FA) über die Zukunft des 61-Jährigen.

Auslöser war ein Bericht des "Daily Telegraph". Demnach soll Allardyce bei einem Treffen mit verdeckt recherchierenden Reportern Tipps zur Umgehung von Transferregeln gegeben haben. Die Journalisten hatten sich als Geschäftsleute ausgegeben und filmten heimlich mit.

Im Glauben es handle sich um Vertreter einer ostasiatischen Firma, habe der 61-Jährige erklärt, wie die Regeln des englischen Fußballverbands (FA) zum Besitz von Transferrechten umgangen werden können. Außerdem soll er einen lukrativen Beratervertrag ausgehandelt haben.

Wie mehrere britische Medien berichten, hat die FA Abschriften der mitgefilmten Gespräche angefordert. Noch am Dienstag sollte demnach darüber entschieden werden, ob Ermittlungen gegen Allardyce eingeleitet werden. Offiziell wollte die FA das auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht bestätigen. Doch der "Daily Mail" sagte FA-Präsident Greg Clarke: "Ich will alle Fakten haben, alles von jedem hören, um ein Urteil für das weitere Vorgehen zu finden." Allardyce äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Seit 2008 verbietet die FA, eine Teilhabe an Transferrechten von Spielern zu erwerben. Bei solchen Verträgen sichern sich Investoren einen Anteil an künftigen Transfersummen. Auch der Weltverband FIFA untersagt diese Verträge seit 2015. Auf einem Videoausschnitt, den der "Telegraph" veröffentlichte, ist zu hören, wie Allardyce Wege zur Umgehung diese Regeln schildert. "Das ist kein Problem", sagte Allardyce demnach und: "Das kannst du immer noch umgehen. Da liegt offenbar das große Geld."

Bei den Gesprächen mit den vermeintlichen Geschäftsleuten soll es um einen Beratungsvertrag über umgerechnet 462 000 Euro (400 000 Britische Pfund) gegangen sein. Allardyce soll sich bereiterklärt haben, bei mehreren Veranstaltungen für potenzielle Investoren in Ostasien als Redner aufzutreten. Seine Unterschrift unter einem Vertrag habe er aber von der Zustimmung des Fußballverbands abhängig gemacht.

Allardyce war erst Ende Juli zum Cheftrainer der englischen Nationalmannschaft berufen worden. Er folgte als Nationalcoach auf Roy Hodgson, der nach Englands 1:2 im EM-Achtelfinale gegen Island zurückgetreten war. 

dpa

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