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Nach Bayers Europacup-Aus: Druck auf Schmidt wächst

Fußball Nach Bayers Europacup-Aus: Druck auf Schmidt wächst

Nach dem Achtelfinal-Aus in der Europa League gegen den FC Villarreal ist die Saison für Bayer 04 bisher ziemlich verkorkst. Viele Gerüchte sorgen für Unruhe, die zunehmende Verletzungsmisere sorgt für Verdruss. Keine gute Situation vor dem Spiel am Sonntag in Stuttgart.

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Leverkusens Jonathan Tah war nach dem Aus in der Europa League bitter enttäuscht.

Quelle: Monika Skolimowska

Leverkusen. Nach dem tristen, torlosen Aus in der Europa League herrscht bei Bayer Leverkusen angesichts einer verkorksten Spielzeit Ratlosigkeit.

"Die Endabrechnung sollte man machen, wenn die Saison zu Ende ist", meinte der immer stärker unter Druck stehende Cheftrainer Roger Schmidt und fügte eine Durchhalteparole an: "Wir geben alles, um das Bestmögliche zu erzielen."

Im DFB-Pokal und nun im Europacup mit dem 0:0 gegen den FC Villarreal rausgeflogen, in der Bundesliga abgestürzt und im Rennen um die Rückkehr auf die internationale Fußballbühne als Tabellensiebter im Hintertreffen. "Wir haben in letzten drei Wochen unsere ganz gute Ausgangsposition verschlechtert", stellte Schmidt fest und rechnete vor: Momentan liege man drei Punkte hinter Champions-League-Qualifikationsplatz vier. "Das ist noch keine Katastrophe, sondern eher bemerkenswert, was in den vergangenen Wochen hier passiert ist."

Die Lage kann sich aber zuspitzen, wenn es am Sonntag beim VfB Stuttgart schief gehen sollte. Ob dann die große Personalnot nach vielen Verletzungen noch als Entschuldigung gelten wird? "Wir wollen nächstes Jahr wieder im Europapokal spielen und weiter kommen als bis ins Achtelfinale", forderte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler.

Bisher hat Völler auf seinen Coach öffentlich nichts kommen lassen und Schmidt sogar bei dem von ihm ausgelösten Eklat gegen Borussia Dortmund - dem Wendepunkt zum Schlechten - vehement verteidigt. "Es geht weiter, jetzt bei Stuttgart", lautete Völlers schmaler Kommentar zur Zukunft.

Getrübt wurde die Stimmung noch durch den Fall Hakan Calhanoglu. Der Weltverband FIFA will ihn monatelang sperren, weil er als 17-Jähriger einen Vertrag mit dem türkischen Erstligisten Trabzonspor unterschrieben, aber nicht eingehalten hat. Juristen haben die Sperre zunächst abgewendet - vom Tisch ist sie nicht.

Nach dem Ende eines langweiligen Europacupabends verweigerten sowohl der türkische Bayer-Interimskapitän wie auch die meisten seiner Mitspieler den vorgeschriebenen Gang durch die Mixed Zone der BayArena. "Es sollte nicht sein", sagte Jonathan Tah, der sich kurz blicken ließ und am Freitag durch eine freudige Botschaft aufgerichtet wurde. Bundestrainer Joachim Löw berief den Verteidiger für die EM-Testspiele gegen England und Italien erstmals in den Nationalmannschaftskader. "Es ist eine bemerkenswerte Nominierung, die er absolut verdient hat", kommentierte Schmidt erfreut.

Die Personalnot hat sich indes weiter verschlimmert. Bis zum Ende der Saison fällt nun auch noch Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos aus. Wie Schmidt am Freitag mitteilte, zog sich der Grieche gegen Villarreal einen Sehnenriss in der Wade zu. Zudem stehe hinter dem Einsatz des erkälteten Calhanoglu ein "dickes Fragezeichen".

Sauer reagierte der Coach auf einen Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach er mit Nationaltorwart Bernd Leno im Training Zoff gehabt haben soll, weil er ihn beschimpft hätte. Schmidt: "Das ist totaler Blödsinn." Als reine Spekulation tat er auch ab, dass Leno von Zweitliga-Spitzenreiter RB Leipzig umworben sein soll. "Ich rede nicht mit jedem Spieler, wenn ein Gerücht aufkommt."

dpa

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