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Nach Ruhpolding ist vor Ruhpolding: Bangen um Schempp

Biathlon Nach Ruhpolding ist vor Ruhpolding: Bangen um Schempp

Simon Schempp ist in Ruhpolding auf allen Plakaten zu sehen. Doch der Start des besten deutschen Biathleten beim Heim-Weltcup ist weiter offen. Trainiert hat der Schwabe nicht. Immerhin hat es in Ruhpolding geschneit.

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Simon Schempps Einsatz beim Weltcup in Ruhpolding ist nach seiner Erkrankung weiter offen.

Quelle: Friso Gentsch

Ruhpolding. Im dichten Schneetreiben hat sich Simon Schempp nicht in die Biathlon-Arena von Ruhpolding getraut. Eine Tag vor dem Einzel-Wettbewerb blieb der angeschlagene Skijäger lieber im Trockenen.

"Das war eine Vorsichtsmaßnahme. Ganz leicht hängt der Schnupfen noch drin. Wir werden definitiv kein Risiko eingehen", begründete sein Coach Andreas Stitzl den Trainingsverzicht. Der Assistent von Männer-Bundestrainer Mark Kirchner bezifferte die Einsatzchance für den deutschen Siegläufer im zweiten Biathlon-Klassiker der Saison auf 50:50. "Wir entscheiden von Tag zu Tag."

Immerhin ist der Winter nach Ruhpolding gekommen. "Da wird der Schnee tief und stumpf sein. Das wird ein hartes Einzel", meinte Stitzl. Gut möglich, dass Schempp deshalb bei dem kräftezehrenden 20-Kilometer-Rennen noch geschont wird. "Es gibt noch viele Weltcups und die WM, wo Simon auch noch keine Einzelmedaille hat. Das ist auch ein lohnendes Ziel. Wenn er sich jetzt darauf fokussiert, sind wir und er gut beraten", berichtete Bundestrainer Kirchner über ein langes Gespräch mit dem dreimaligen Saison-Sieger.

Im von 20 auf 19,8-Kilometer verkürzten Rennen am Mittwoch wird es vor allem auf die Künste der Techniker ankommen. "Wir brauchen natürlich ein Top-Material bei den Bedingungen, sonst bist Du aufgeschmissen", ergänzte Stitzl. Statt der üblichen 5 x 4 Kilometer werden in der ChiemgauArena 6 x 3,3 Kilometer gelaufen. Erstmals an den Schießstand geht es nach 6,6 und nicht wie sonst nach vier Kilometern.

"Das einzige Problem wird sein, die Konzentration so lange hoch zu halten", sagt Verfolgungs-Weltmeister Erik Lesser. Der Thüringer, nicht als Ruhpolding-Spezialist bekannt, kämpft noch immer um die WM-Qualifikation. "Wir sollten ihn in Ruhe arbeiten lassen", forderte Kirchner. "Manchmal braucht es auch ein Aha-Erlebnis."

 

Ein solches Aha-Erlebnis hatten die Skijägerinnen in der letzten Woche bei den in Ruhpolding ausgetragenen Ersatz-Wettkämpfen für Oberhof. Zweimal stand Laura Dahlmeier, einmal Franziska Hildebrand ganz oben auf dem Podest. "In den ersten Rennen nach Weihnachten mit drei Siegen herauszugehen, ist nicht selbstverständlich", sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig. "Allerdings wünsche ich mir, dass wir von den Ergebnissen her in den kommenden Rennen wieder mannschaftlich kompakter auftreten können." Im Einzel-Wettkampf über 15 Kilometer soll die Forderung schon umgesetzt werden.

dpa

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