Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Nächster WM-Dämpfer bei Freiwasser-"Schlägerei"

Schwimmen Nächster WM-Dämpfer bei Freiwasser-"Schlägerei"

Wieder ein WM-Dämpfer, wieder kein Olympia-Platz: Ohne den zurückgetretenen Rekordweltmeister Thomas Lurz sind die deutschen Freiwasserschwimmer bei der großen "Schlägerei" um ein Rio-Ticket hart getroffen worden.

Voriger Artikel
Statt Gold-Cup-Gewinn nur "Fair Play"-Pokal für Jamaika
Nächster Artikel
Absteiger SC Freiburg gleich an der Spitze

Die deutschen Freiwasser-Asse kamen über 10 Kilometer nur auf Rang 16 und 18 ins Ziel.

Quelle: Martin Schutt

Kasan. Nach den entthronten Turm-Weltmeistern Patrick Hausding und Sascha Klein verpassten über zehn Kilometer auch der Olympia-Achte Andreas Waschburger und Team-Weltmeister Christian Reichert klar den anvisierten Quotenplatz. 375 Tage vor der olympischen Eröffnungsfeier brachten die beiden damit den zwölfmaligen Weltmeister Thomas Lurz ins Grübeln. Bereits drei Monate nach dem Rücktritt kribbelt es gewaltig beim Dauerchamp.

Im rekordverdächtigen Feld von 72 Startern wurde Waschburger 16., Reichert 18. "Es war schon eine Schlacht. Man hat gemerkt, es geht um die Olympia-Tickets", schilderte Waschburger den "Riesenkampf" um zehn Startplätze. "Ich wurde oft schon sehr krass am Fuß gezogen." Viele "Schlägereien und Rangeleien" machte Reichert aus - und als der amerikanische Gewinner Jordan Wilimovsky das hohe Tempo noch einmal verschärfte, war der entkräftete WM-Neunte von 2013 eingeklemmt.

"Das Rennen war wie zugeschnitten für Thomas", sagte dagegen Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz. "Ich bin sicher, bei Thomas fängt es wieder an zu kribbeln, ich bin sehr gespannt." Sein Bruder sei zwar ein "verrückter Hund", aber er würde bestimmt nicht sofort mit dem Training für die letzte Chance auf einen Olympia-Startplatz im Juni in Portugal beginnen. Obwohl...

3000 Kilometer entfernt musste Thomas Lurz schmunzeln. Stefan kenne ihn gut, "zu 100 Prozent" könne er jetzt nichts sagen, erklärte der zweimalige Olympiamedaillengewinner. Ein kategorisches Nein zur Comeback-Vision war das nicht. Oberste Priorität hat der neue Beruf im Personalbereich. Aber wer den Siegeshunger eines Thomas Lurz kennt, kann erahnen, wie es nun in ihm arbeiten dürfte.

Für Hausding und Klein, die bei der WM als Sechste im Synchronspringen vom Turm erstmals in dieser Saison nicht auf dem Podest standen, dürfte aufgrund ihrer großen Qualität die zweite Olympia-Chance im Februar in Rio nur Formsache sein. Dagegen wird es für das Turmduo Tina Punzel/Christina Wassen, das am Montag beim Synchronsprung-Sieg der Chinesinnen Chen Ruolin und Liu Huixia Platz zehn belegte, beim Quali-Wettkampf in Brasilien äußerst schwierig.

Im Freiwasserteam werden nach dem enttäuschenden Montag die Karten neu gemischt. Ob im Juni Waschburger und Reichert oder Talente wie der Fünf-Kilometer-Silbermedaillengewinner Rob Muffels starten, ist offen. Sollte Lurz, der seine Karriere beendete, weil er im Alter von dann fast 37 Jahren für sich keine Siegchance mehr bei Olympia sieht, tatsächlich zurückkehren, ist er Rio-Kandidat Nummer 1.

Erst einmal sollen Angela Maurer und Isabelle Härle es am Dienstag über zehn Kilometer besser machen. Auch hier fightet ein Mammutfeld um zehn Startplätzchen. "Es wird sehr schwer", sagte die zweimalige Weltmeisterin Maurer, die am Montag 40 Jahre alt wurde. Für sie wäre es die dritte Olympia-Teilnahme, Härle will sich den Traum vom Debüt beim Ringespektakel erfüllen.

Härle wird in der zweiten WM-Woche auch auf der 50-Meter-Bahn starten. Rechtzeitig zum großen Rennen der Europameisterin über fünf Kilometer rücken ihre Beckenkollegen an. Paul Biedermann, Marco Koch & Co. brennen auf ihren Start. "Es ist gut, dass wir am Dienstag hier in den Trott reinkommen können. Sie sind weiter gut drauf, alle sind gesund", berichtete Chef-Bundestrainer Henning Lambertz. Nach 14 Tagen unter "Weltklasse-Bedingungen" im Trainingslager seien die Sportler "kribbelig". "Jetzt wollen alle her, wollen es hier sehen." Und bessere Leistungen als bei Olympia 2012 und der WM 2013 zeigen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr