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Neureuther: Skiverband will "Dinge verändern"

Ski alpin Neureuther: Skiverband will "Dinge verändern"

Die Erleichterung war so groß, dass viele Trainer im DSV vor Freude weinten. Bronze von Felix Neureuther im WM-Slalom war nicht nur für den besten deutschen Skirennfahrer speziell. Die kritische Analyse einer ansonsten schwachen WM soll davon unberührt bleiben.

Nur Felix Neureuther gewann eine WM-Medaille für den Skiverband.

Quelle: Michael Kappeler

St. Moritz. Das WM-Happy-End von Felix Neureuther brachte viele Verantwortliche im Deutschen Skiverband vor Freude zum Weinen - aber an der grundsätzlichen Bilanz änderte Slalom-Bronze wenig.

"Dass wir Defizite haben, das steht außer Diskussion. Wir haben einfach unsere Achillesferse bei den Frauen, deswegen kann man auch nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", sagte Alpinchef Wolfgang Maier in St. Moritz. "Jetzt müssen wir das Thema analysieren, müssen auch Kritik annehmen, und definitiv müssen wir auch Dinge verändern."

Konkreter wollte er nicht werden. Bereits jetzt Konsequenzen zu formulieren wäre ein Fehler, hatte er schon in der vergangenen Woche gesagt: "Da schmeiße ich mir eine Bombe in den eigenen Laden rein."

Für die Damen stehen am Wochenende in Crans-Montana ebenso Speedrennen im Weltcup-Kalender wie für die Herren in Kvitfjell. Die Saison dauert noch bis zum Finale Mitte März im amerikanischen Aspen.

Spätestens danach wird es zu harten Aussprachen kommen. Im Damen-Team sucht der DSV seit dem Rücktritt von Maria Höfl-Riesch vor drei Jahren nach einer funktionierenden und zukunftsfähigen Struktur. Bringt Viktoria Rebensburg die von ihr erwartete Leistung wie in St. Moritz nicht, als sie im Super-G als Vierte knapp und in Abfahrt und Riesenslalom deutlich eine Medaille verpasste, klafft eine große Lücke zwischen der Weltspitze und den besten deutschen Resultaten.

Jessica Hilzinger und Marina Wallner haben im Slalom zwar angedeutet, dass sie nach ihren langen Verletzungspausen mittelfristig für gute Ergebnisse sorgen können - doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Bei den Herren ist die Situation entspannter. Die Auftritte der Speedfahrer um Andreas Sander mit zwei souveränen Top-Ten-Platzierungen und dem jungen Thomas Dreßen, der bei seiner WM-Premiere starker Zwölfter in der Abfahrt wurde, machen Mut für die Zukunft. Linus Straßer überraschte mit Rang zwölf im Riesenslalom und lernte seine Lektion im Slalom, als er nach einer zu ungestümen Fahrt im ersten Durchgang nur 20. wurde. "Aber ich werfe mir nichts vor. Das ist eine WM, die findet nur alle zwei Jahre statt", sagte er. "Wenn man es nicht so angeht, weiß ich nicht, wie sonst."

Im kommenden Olympia-Winter ist auch der derzeit verletzte Fritz Dopfer als - in Normalform - konstanter Podestfahrer wieder dabei.

Aller Kritik zum Trotz endeten schon die Titelkämpfe im Engadin dank Neureuther mit einem Hoch. "Man hat mich ja schon ziemlich abgeschrieben. So ist es mir zumindest vorgekommen. Deswegen war bei mir der Ehrgeiz schon sehr groß", berichtete er nach der emotionalen Bronzemedaille im letzten Rennen. "Es hat mich im Vorfeld geärgert, dass man gesagt hat, der Neureuther holt keine Medaille, es müssen andere richten. Deswegen habe ich die Verhältnisse ein bisschen zurecht gerückt." Für ihn war es die fünfte Medaille bei einer WM.

Maier weiß ohnehin, was er am inzwischen 32 Jahre alten Sohn von Rosi Mittermaier und Christian Neureuther hat. "Es gibt bei den Herren in der ganzen Geschichte des Skiverbands außer den zwei Goldmedaillen von Markus Wasmeier keinen Sportler, der annähernd dieses Leistungsniveau hat, das der Felix hat", urteilte er. Niemand werde sogar im Ausland so geliebt wie Neureuther, niemand habe auch mit seiner Ausstrahlung je so lange so viel für den Verband getan. "Das ist einfach die Nummer eins."

"Es ist ja nicht alles gut deswegen, es besteht trotzdem ein Nachholbedarf im einen oder anderen Bereich", betonte Maier. "Aber es ist so, dass auch wir mit einer Medaille nach Hause kommen. Das hat schon zu einer extremem Erleichterung geführt."

dpa

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