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Ohne Messi geht Argentinien die Luft aus - WM in Gefahr

Fußball Ohne Messi geht Argentinien die Luft aus - WM in Gefahr

Die WM ohne Argentinien und Messi? Die Pleite in der Höhenluft von La Paz, die lange Sperre für Messi wegen Schiedsrichter-Beleidigung: Ein ganzes Land ist deprimiert. Für Nationaltrainer Bauza wird es eng.

Argentiniens Nationaltrainer Edgardo Bauza und seine Spieler waren nach der Niederlage ratlos.

Quelle: Alejandro Santa Cruz

La Paz. Argentinien ist geschockt - nach der 0:2-Niederlage in Bolivien droht das Nationalteam um Superstar Lionel Messi erstmals seit 1970 eine Fußball-WM zu verpassen.

Entsprechend niedergeschlagen schlurfte Lionel Messi in kurzer Hose und Trikot über den Rasen des Stadions Hernando Siles. Spielen durfte er in La Paz nicht. Es ist ein Tiefpunkt in der so großen Karriere.

Anders als beim FC Barcelona hat er in Argentiniens Nationalelf kein Glück. Wenige Stunden vor der Partie in Bolivien war er von der FIFA für vier Spiele gesperrt worden, weil er den Schiedsrichter-Assistenten im vorangegangenen Spiel gegen Chile obszön beleidigt haben soll. Nun musste Messi hilflos zusehen, wie das mit Stars gespickte Team gegen den krassen Außenseiter am Dienstagabend mit 0:2 (0:1) in der dünnen Luft von La Paz unterging. Er schaute die Partie frustriert auf einem Fernseher in der Kabine.

Da Messi nur noch beim letzten WM-Qualifikationsspiel in knapp 200 Tagen gegen Ecuador dabei sein kann, verschlechtern sich die Aussichten auf eine WM-Teilnahme enorm. Als derzeit Fünfter (22 Punkte) müsste Argentinien in einen Playoff-Vergleich mit einem Team aus Ozeanien. Tabellenführer Brasilien kann schon vier Spieltage vor dem Ende das Quartier in Russland buchen, nach einem 3:0-Sieg gegen Paraguay ist die Mannschaft durch und hat ihr WM-Ticket sicher.

Argentinien verfällt hingegen in Depressionen. Denn auch Kolumbien, Uruguay und Chile liegen vor den Gauchos. Kolumbien zog durch ein 2:0 in Ecuador und Chile durch ein 3:1 gegen Venezuela vorbei. Aber selbst der fünfte Platz könnte ohne Messi in Gefahr geraten: Das nächste Spiel Ende August in Uruguay ist eine schwere Aufgabe und hinter Argentinien lauern Ecuador (20), Peru und Paraguay (beide 18).

In der Heimat wird der Druck auf Coach Edgardo Bauza immer größer. Doch der 59-Jährige ist von der Qualifikation überzeugt: "Wir leben noch", betonte er. "Der Kampf geht weiter." Da bis zum nächsten Spiel fünf Monate Zeit sind, wäre ein Trainerwechsel wenn, dann wohl jetzt sinnvoll. Spekuliert wird vor allem über Jorge Sampaoli vom FC Sevilla - aber der würde eine Millionenablöse kosten und der Verband ist sehr klamm.

Messi musste in 3600 Metern Höhe ansehen, wie die Kollegen einen recht ideenlosen Auftritt gegen spielerisch limitierte, aber leidenschaftlich kämpfende Bolivianer hinlegten.

"Bo-Bo-Bo", "Li-Li-Li", "Via-Via-Via" - "Viva Bolivia", schallte es aus den Kehlen der 42 000 Fans im Estadio Hernando Siles. Der Sieg dämpfte auch den Ärger der Schwarzmarkthändler, denen wegen des Fehlens von Lionel Messi ein gutes Geschäft am Stadion entgangen war. Juan Arce (31. Minute) und Marcelo Moreno Martins (52.) erzielten die Tore für Bolivien.

Auch Staatspräsident Evo Morales schaltete sich in die Messi-Debatte ein: "Ich teile nicht die Sanktion gegen Argentinien", sagte der Präsident. "Meine Solidarität gilt dem besten Fußballspieler der Welt." Im Stadion gab es Solidaritätsbekundungen für "la pulga", "den Floh", und auch Messis Club FC Barcelona kritisierte die Sperre.

In Argentinien kursieren Verschwörungstheorien. Diego Maradona, der als Botschafter für den Präsidenten des Fußball-Weltverbandes, Gianni Infantino, tätig ist, dementierte wütend, seine Finger im Spiel zu haben: "Ich habe und hatte nichts mit der Sanktion gegen Messi zu tun. (...) Ich will, dass Argentinien sich qualifiziert", sagte der Weltmeister von 1986 dem Sender "Red".

Messi fehlte wegen Verletzungen, eines zwischenzeitlichen Rücktritts aus der Nationalmannschaft und nun der Sperre in acht der 14 Quali-Partien: Argentinien holte ohne Messi sieben Punkte, mit ihm waren es in sechs Partien 15. Viele Fans werten das als böses Omen.

Aber in den sozialen Netzwerken wurde auch an eine viel schlimmere Pleite erinnert. 2009 setzte es in La Paz ein 1:6 - für die Albiceleste damals 90 Minuten auf dem Platz: Lionel Messi. Trotz der Niederlage qualifierte sich Argentinien noch für die WM in Südafrika - dort war dann beim 0:4 im Viertelfinale gegen Deutschland Schluss.

dpa

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