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Renault will mit Werksteam in Formel 1 zurückkehren

Motorsport Renault will mit Werksteam in Formel 1 zurückkehren

Der Retter für den angeschlagenen Formel-1-Rennstall Lotus heißt Renault. Der Autobauer will 2016 wieder ein eigenes Team auf die Strecke schicken. Vor der endgültigen Übernahme sind aber noch einige Details zu klären.

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Renault will mit einem Werksteam in die Formel 1 zurückkehren.

Quelle: Diego Azubel

Paris. Autobauer Renault will den klammen Lotus-Rennstall übernehmen und zur nächsten Saison mit einem eigenen Werksteam in die Formel 1 zurückkehren.

Eine entsprechende Absichtserklärung gaben beide Seiten nun öffentlich ab. Für Lotus wäre die Übernahme auch die Rettung vor dem drohenden Aus, nachdem zuletzt die Starts des Teams bei mehreren Rennen wegen unbezahlter Rechnungen in Gefahr waren.

Ziel der weiteren Verhandlungen sei es für Renault, eine Mehrheit der Lotus-Anteile zu erwerben. Bislang ist der Rennstall im Besitz der luxemburgischen Investmentgesellschaft Genii Capital. Vor einer endgültigen Einigung seien aber noch "bestimmte Bedingungungen von den Verhandlungspartnern und anderen Parteien" zu erfüllen, hieß es in der Mitteilung. Dabei dürfte es auch um den Anteil des künftigen Renault-Teams an den Vermarktungseinnahmen der Formel 1 gehen. Als möglicher starker Mann des neuen Teams ist der viermalige Weltmeister Alain Prost im Gespräch.

Renault hatte 2011 sein Werks-Engagement in der Königsklasse beendet und war zuletzt nur als Motorenlieferant aktiv. In dieser Saison erhalten Red Bull und Toro Rosso Triebwerke vom französischen Hersteller, die Verträge mit beiden Teams werden aber zum Jahresende aufgelöst. Red Bull und Toro Rosso verhandeln derzeit mit Ferrari als möglichem Motorenpartner, Mercedes hat bereits abgelehnt.

Für Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone ist die Rückkehr von Renault eine positive Nachricht, zumal die Franzosen auch einen kompletten Ausstieg geprüft hatten. Seit den Hochzeiten zu Beginn des Jahrtausends hatte sich eine Reihe von Herstellern wie Toyota und BMW aus dem Grand-Prix-Sport zurückgezogen. Grund waren vor allem die hohen Kosten, um im schnellsten Kreisverkehr der Welt dauerhaft um Siege mitfahren zu können.

Insgesamt nahm Renault an 300 Grand Prix als Konstrukteur teil, dabei gelangen 35 Siege. In den Jahren 2005 und 2006 holte der Spanier Fernando Alonso den WM-Titel im Renault. Nach zehn Jahren stieg Renault dann 2011 zum zweiten Mal aus dem Konstrukteurswettbewerb aus und feierte danach als Motorenpartner mit Red Bull und Sebastian Vettel Triumphe in Serie. Das erste Werks-Engagement hatte der Autobauer 1977 begonnen und 1985 gestoppt.

Die Übernahme von Lotus hatte sich seit Wochen angedeutet. Das Team aus dem mittelenglischen Enstone stand auch wegen Steuerschulden in Millionenhöhe vor dem Kollaps. Beim Großen Preis von Japan am Wochenende blieb die Strecken-Unterkunft des Teams verschlossen, weil Mietgebühren nicht bezahlt worden waren. Mechaniker und Ingenieure aßen auf Kosten von Ecclestone im exklusiven Paddock-Club, der eigentlich VIP-Gästen vorbehalten ist. Die Fahrer und die Teamführung mussten bei anderen Teams Verpflegung suchen.

Nach der öffentlichen Erklärung von Renault verschob ein Londoner Gericht am Montag die Entscheidung in einem Steuer-Strafverfahren gegen Lotus bis 7. Dezember. Es wird angenommen, dass ein Kredit von Renault vorerst verhindert hat, dass gegen das Team ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde.

dpa

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