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Rio setzt auf Paralympics-Überraschung

Paralympics Rio setzt auf Paralympics-Überraschung

Nach Olympia die nächste Premiere: die ersten Spiele für Sportler mit Behinderung in Südamerika. Nachdem zunächst eine Blamage drohte, gibt es vor dem Start bislang kaum Pannen. Und in Rio steigt das Fan-Interesse.

Die deutschen Rollstuhl-Basketballerinnen beim Besuch der Christus-Statue in Rio.

Quelle: Kay Nietfeld

Rio de Janeiro. Chaos-Befürchtungen im Vorfeld, positive Erfahrungen der Teilnehmer kurz vor dem Start: Die unter enormen Finanzproblemen leidenden ersten Paralympischen Spiele in Südamerika wollen mit brasilianischem Improvisationstalent positiv überraschen.

Bei der Eröffnungsfeier im Maracanã-Stadion soll am Mittwoch mit Fotos aller teilnehmenden Athleten ein großes Herz geformt werden, dazu viel brasilianische Musik, Leichtigkeit und Lebensgefühl.

In Rio de Janeiro wird alles Mögliche versucht, um den Menschen quasi im Vorbeigehen die Sportarten zu erklären. Auf elektronischen Werbetafeln werden zum Beispiel in kurzen Clips die Regeln im Rollstuhl-Basketball erläutert. Der frühere Fußballstar Ronaldinho hat den Song "Ich bin Teil der Welt, ein Gewinner" als Hommage an die Sportler mit Behinderung aufgenommen, der im Internet ein Renner ist. Und in Zeitungen werden die Schicksale der brasilianischen Teilnehmer geschildert, Behinderungen zum Beispiel durch schwere Autounfälle.

Und, sicher eine wichtige Debatte: Mit Leuten im Rollstuhl am Strand fragen Zeitungen, wie die Infrastruktur für Menschen mit Behinderung in Rio verbessert werden kann, Aufzüge und barrierefreie Zugänge sind oft Fehlanzeige, viele Behinderte können die Wohnung kaum verlassen.

Vielleicht waren die Olympischen Spiele für Rio eine Nummer zu groß, gerade in Sachen Transport. Vor dem Start der Paralympics scheint das System mit Sonderbus-Spuren besser zu funktionieren, auch weil alles eine Nummer kleiner ist: 4350 Sportler und bis zu 2,5 Millionen Eintrittskarten. Wo noch im August Spiele vor sehr leeren Rängen befürchtet worden waren, hat nach den Olympischen Spielen, die in Brasilien viel positiver als im Ausland bewertet wurden, der Verkauf deutlich angezogen: 1,5 Millionen Tickets sind inzwischen verkauft.

Womöglich werden es bis zu zwei Millionen. Gerade Familien sollen angelockt werden, schon für 10 Reais (2,75 Euro) kann der Olympiapark im Stadtteil Barra besucht werden. Die Hoffnung ist, dass dann dort spontan Tickets für den einen oder anderen Wettkampf gekauft werden. "Es kommen jetzt immer mehr Menschen, die bestimmte Athleten und Wettkämpfe sehen wollen", sagt Organisationskomitee-Sprecher Mario Andrada.

Das Angebot an Plätzen, die Zahl der Helfer und die Wettkampfstätten wurde noch einmal reduziert, das meiste ist nun auf den Olympiapark konzentriert. Im Olympiazentrum in Deodoro finden nur noch Schießen, 7er-Fußball und Reitwettbewerbe statt. Dank Finanzhilfen von privaten Sponsoren, der Stadt und der Regierung von 250 Millionen Reais (68 Mio. Euro), konnte auch sichergestellt werden, dass alle Mannschaften anreisen konnten, auch wenn zugesagte Zuschüsse erst spät flossen.

Das Paralympische Komitee Brasiliens (CPB) hat als Ziel Platz fünf im Medaillenspiegel bei den Wettkämpfen vom 7. bis 18. September ausgegeben - und setzt auf mehr Aufmerksamkeit und professionellere Trainingsbedingungen durch die Spiele. Gerade wenn Brasilianer um Gold kämpfen, dürfte die Stimmung in Rio enthusiastisch sein.

Im 5er-Fußball, wo Blinde antreten und der Ball akustische Signale abgibt, hat Brasilien seit 2004 immer Gold geholt. Nicht wiederholen soll sich aber das teilweise unfaire Verhalten wie bei Olympia - sicherheitshalber wird in den Medien dazu aufgerufen, gerade die argentinische Mannschaft bei der Eröffnungsfeier nicht auszupfeifen.

dpa

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