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Stindls Handtor entzündet "ewige Diskussion"

Fußball Stindls Handtor entzündet "ewige Diskussion"

Es waren nur zwei Körperteile. Doch über den Brust-Unterarm-Treffer von Lars Stindl wird in Fußball-Deutschland heftig diskutiert. Wie steht es um die Sitten im Profibereich? Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich hätte Stindls Tor selbst wohl nicht gegeben.

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Lars Stindl erzielte gegen den FC Ingolstadt einen Treffer mit dem Unterarm.

Quelle: Marius Becker/Archiv

Ingolstadt. Mit seinem Handtor von Ingolstadt hat Lars Stindl unfreiwillig in eine Grauzone getroffen und Fußball-Deutschland eine hochemotionale Sitten-Debatte beschert.

Wie nachvollziehbar ist die gültige Regel beim Handspiel? Wann stößt das Fair Play an Grenzen? Wie können mögliche Schiedsrichter-Patzer vermieden werden?

Nach Einschätzung von Referee-Chef Lutz Michael Fröhlich ist Stindls Unterarmtreffer ein komplizierter Grenzfall. "Es handelt sich um ein Handspiel, durch das die ewige Diskussion um Absicht oder Nicht-Absicht wieder neu entfacht wird. Für beide Ansichten findet man in dem Ablauf der Szene Hinweise, so dass eine exakte Detailanalyse zu einer unendlichen Diskussion führen würde", meinte Fröhlich in einem vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) veröffentlichten Interview.

In seiner Einschätzung tendiert der 59-Jährige aber dazu, das Führungstor von Stindl beim 2:0 gegen den FC Ingolstadt als nicht regelkonform zu bewerten. "Die aktive Bewegung des Arms zum Ball ist so deutlich, dass es Außenstehenden nur schwer zu vermitteln ist, dass es sich hier um einen korrekten Ablauf und somit ein reguläres Tor handelt", erklärte Fröhlich.

"Es war nicht ganz astrein, aber auch kein Regelverstoß", meinte dagegen Stindl. Der Borussia-Kapitän geriet jedoch gar nicht selbst in den Fokus des Ingolstädter Ärgers. Dieser richtete sich vielmehr auf Schiedsrichter Christian Dingert, der den Treffer ohne Nachfrage bei dem Offensivspieler anerkannte.

"Schade ist dabei, dass, wenn es schon Proteste gibt in solchen engen Situationen, der Schiedsrichter nicht zum Torschützen geht und ihn fragt, ob es Hand war oder nicht", sagte FCI-Sportdirektor Thomas Linke. "Somit hätte der Schiedsrichter hier zum Helden werden können, aber das wollte er, glaube ich, nicht."

Nachforschen lässt sich zu diesem Fall in Punkt 12 der Fußball-Regeln unter dem Titel "Fouls und unsportliches Betragen". Die Regel sei "ein bisschen weich", räumte Borussia-Trainer Dieter Hecking ein, der selbst als Verfechter des Fair Play auftritt. "Er hat das nicht als absichtliches Handspiel für sich bewertet", meinte er über Stindl, der vor einer Woche beim 1:2 gegen RB Leipzig wegen absichtlichen Handspiels noch Gelb gesehen hatte.

"Ich würde mir wünschen, wenn so eine Situation gekommen wäre und der Schiedsrichter dann gefragt hätte, dass Lars gesagt hätte, für ihn war es auch ein Handspiel", meinte Hecking.

Wie aus dem DFB-Interview hervorgeht, räumte Dingert nach Studium der TV-Bilder ein, dass er vermutlich anders entschieden hätte. "Auch für den Video-Assistenten, der ab der kommenden Saison in der Bundesliga zum Einsatz kommen wird, wäre diese Szene regeltechnisch ein sehr anspruchsvoller Vorgang gewesen", meinte Fröhlich. "Aber ein Hinweis von ihm hätte zumindest dazu geführt, dass sich Christian Dingert den Vorgang in der Review Area noch einmal selbst angeschaut und mit dem Video-Assistenten beraten hätte."

Der immer wieder geforderte Videobeweis wird jedenfalls kommen. Eine Live-Testphase für den Video-Assistenten, der als zusätzlicher Adjutant des Hauptschiedsrichters vor einem Bildschirm wacht, startet in der nächsten Saison bei allen 306 Bundesligaspielen. Dabei können dann die ersten strittigen Entscheidungen überprüft werden.

Das für das Regelwerk zuständige International Football Association Board (IFAB) will schließlich im März 2018 über die Einführung des Videobeweises entscheiden. Bis dahin dürfte sich die Bundesliga noch auf manche Debatte gefasst machen müssen.

dpa

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