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"Unglaubliches Gefühl": Ovtcharov holt Sieg in Baku

Sportereignisse "Unglaubliches Gefühl": Ovtcharov holt Sieg in Baku

Beim Jubelsprung waren alle Rückenprobleme für Dimitrij Ovtcharov endgültig vergessen. Mit einem befreienden Schrei brüllte der Tischtennis-Star seine Freude über den Triumph bei den Europaspielen und das gelöste Olympia-Ticket für Rio heraus.

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Dimitrij Ovtcharov hat das Finale im Einzel für sich entschieden.

Quelle: Bernd Thissen

Baku. In einem Final-Krimi bezwang der Topfavorit von Baku seinen Clubkollegen Wladimir Samsonow aus Weißrussland dank eines starken Comebacks noch mit 4:3. "Ich bin stolz, dass ich das geschafft habe. Es war wirklich ein sehr schweres Spiel gegen meinen guten Freund Wladi", schwärmte Ovtcharov. "Es fühlt sich super an, dieses Event als Erster gewonnen und jetzt alle Titel auf unserem Kontinent errungen zu haben. Vor allem ist es ein unglaubliches Gefühl, jetzt schon sicher in Rio dabei zu sein."

Auf dem Parkett der Baku Sports Hall bauten die Arbeiter bereits die Platten ab und verlegten den Boden für die Wettbewerbe im Badminton, im ersten Stock lehnte sich Ovtcharov entspannt auf einem grünen Sofa zurück. "Als ich nach Baku geflogen bin, hatte ich selbst Schmerzen beim Liegen", erinnerte der 26-Jährige an die Zeit vor dem bitteren vierten Platz mit dem Team.

"Stundenlange" Behandlung, Spritzen und Tabletten brachten Linderung, so dass sich Ovtcharov und sein Vereins-Doppelpartner ein packendes und hochklassiges Finale lieferten. Wie schon beim 4:2 im Halbfinale über den Engländer Paul Drinkhall verschlief Ovtcharov den Start, kam zwar noch einmal zurück, gab aber den ersten Durchgang ab.

Auch eine Auszeit im zweiten Satz brachte keine Besserung, erst danach reduzierte Ovtcharov seine Fehler und trieb den 13 Jahre älteren Samsonow in die Defensive. Zwar lag Ovtcharov auch noch mit 2:3-Sätzen zurück, durch eine krachende Vorhand zwang er aber seinen Gegner beim 11:8 im siebten Durchgang zum entscheidenden Fehler.

"Es war eine tolle Werbung für den Sport", lobte Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf. "Für Dima ist es wichtig, dass er sich vor Olympia die Europa-Qualifikation sparen kann und zwei, drei Wochen hart trainieren kann. Das braucht er, er hatte in letzter Zeit einige Schwächen gezeigt." Bei der WM war Ovtcharov früh gescheitert, machte nun aber das Europa-Triple aus Siegen bei Europameisterschaft, Europaspielen und Europa-Top-16 perfekt.

Nach seiner Abreise wegen einer Lebensmittelvergiftung dürfte aber auch für Timo Boll die Olympia-Qualifikation Formsache sein. "Es ist ärgerlich, dass es ihn hier so hart erwischt hat. Aber ich mache mir gar keine Sorgen, dass er problemlos das Ticket nach Rio lösen wird", sagte Ovtcharov.

dpa

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