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Volleyball-Star Grozer in Südkorea: "Noch nie so schwer"

Volleyball Volleyball-Star Grozer in Südkorea: "Noch nie so schwer"

Rund 8700 Kilometer fern der Heimat hat Grozer Neuland betreten. Der deutsche Volleyball-Star ist in Südkorea eine Attraktion. Das Leben dort macht ihm aber auch zu schaffen. Vor allem die Familie fehlt ihm. Immerhin kann sich Grozer auf Mr. Nam verlassen.

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Georg Grozer spielt für die Daejeon Samsung Bluefangs in Südkorea.

Quelle: Kim Kyung-Soo/Volleyballkorea/dpa

Daejeon. Auf dieses Weihnachtsfest freut sich Volleyball-Star Georg Grozer ganz besonders. Seit Herbst spielt der Diagonalangreifer für die Daejeon Samsung Bluefangs in Südkorea und leidet unter der Trennung von Frau Violetta sowie den Töchtern Leana und Loreen.

Über die Feiertage hat Grozer aber endlich Besuch seiner Liebsten. "Ich habe mich noch nie so auf Weihnachten gefreut", verriet der 31 Jahre alte Nationalspieler der Deutschen Presse-Agentur, der vor der Ankunft seiner Familie auch schon im Alleingang den Weihnachtsbaum dekoriert und die Wohnung geschmückt hat.

"Seit meiner Kindheit ist Weihnachten sehr, sehr wichtig für mich." Vor allem die Familie steht für den Sohn von Legende Georg Grozer Sr. über allem. "Ich fühle mich sehr, sehr einsam hier. Es war irgendwie noch nie so schwer für mich", räumte der frühere Spieler des Moerser SC und VfB Friedrichshafen ein, der Frau und Kinder das letzte Mal rund zwei Monate zuvor gesehen hatte. Da er sie nicht aus ihrem gewohnten Umfeld reißen wollte, leben sie weiter in Moers.

Die Verständigungsprobleme im Land machen ihm zu schaffen. "Ich bin ein Gesellschaftstyp und habe gerne Spaß", betonte Grozer. In der Mannschaft spricht aber keiner seiner Teamkollegen Englisch. "Das macht alles ein bisschen kaputt." Dem 2,00 Meter großen Hünen steht aber ein Dolmetscher zur Seite. "Mr. Nam ist von morgens bis abends für mich da. Er ist wie mein Schatten", erzählte Grozer schmunzelnd, der neben einem Ein-Zimmer-Appartement auf dem Trainingsgelände noch eine eigene 150-Quadratmeter-Wohnung hat.

Das Leben rund 8700 Kilometer fern der Heimat übt dennoch eine gewisse Faszination auf Grozer aus, der auch schon in Polen und Russland schmetterte. "Alles hier ist unglaublich professionell, es fehlt einem an nichts", berichtete der Poker-Fan. "Ich habe sogar einen eigenen Physiotherapeuten, das hatte ich noch nie in meiner Karriere." Stars wie Grozer werden von ihren Vereinen umsorgt. "Hammer-Schorsch" zahlt das mit Leistung zurück. Nicht umsonst wurde er für das Allstar-Game am 25. Dezember nominiert.

Die Unterschiede zu Europa sind dennoch auch auf dem Parkett groß. "Das Training hier ist sehr sehr hart", erzählte Grozer, der als wichtigster Bluefangs-Angreifer viele Bälle bekommt und in der Regel auch Topscorer der Mannschaft aus der fünftgrößten Stadt Südkoreas ist. "Die Jungs hier sind Arbeiter, sie arbeiten wie die Tiere."

Schuften kann auch Grozer. Vor allem bei der Olympia-Qualifikation in Berlin Anfang Januar wird viel von dem 145-fachen Nationalspieler abhängen, der am 30. Dezember in die Hauptstadt aufbricht. "Georg ist der wichtigste Mannschaftsspieler, Georg nimmt die Mannschaft mit und hat unheimlich viel Energie", lobte Bundestrainer Vital Heynen die deutsche Führungsfigur, die von ihrem russischen Club Belogorie Belgorod noch bis zum Sommer ausgeliehen ist.

Bis dahin kann Grozer noch die südkoreanische Küche genießen. Nahrungsmittel seien zwar "extrem teuer", berichtete Grozer etwa von einem Preis von zehn Dollar für ein Kilogramm Mandarinen. "Die Qualität des Essens hier ist aber richtig gut", schwärmte er und lobte vor allem die schnelle Bedienung in den Restaurants.

dpa

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