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Volleyballer und Judoka krönen Baku-Bilanz

Sportereignisse Volleyballer und Judoka krönen Baku-Bilanz

Die Volleyball-Asse und Judo-Damen haben den starken deutschen Europaspiele-Auftritt mit einem furiosen Abschluss veredelt. Kurz vor der Schlusszeremonie im Olympiastadion von Baku feierten die Volleyballer beim harterkämpften 3:1-Finalsieg über Bulgarien den wichtigsten Titel nach der Wiedervereinigung.

Baku. g.

Auf der Matte rundete das Team um Martyna Trajdos, die die deutsche Fahne bei der pompösen Feier ins Olympiastadion trug, mit Silber das medaillenreichste EM-Einzelergebnis der Judoka seit 1992 ab. "Wir sind insgesamt mit der sportlichen Bilanz unserer Europaspiele-Mannschaft sehr zufrieden", sagte Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig am letzten Wettkampftag.

Auch für den wegen der Menschenrechtssituation umstrittenen Gastgeber gab es zum Finale reichlich Lob. Mit einer überschwänglichen Huldigung beendete Patrick Hickey, Präsident des Europäischen Olympischen Komitees, um 19.03 die Premierenspiele: "Die Zukunft leuchtet hell für Aserbaidschan."

Hinter dem zweitplatzierten Ausrichter belegte die deutsche Mannschaft mit 16-mal Gold im Medaillenspiegel Platz vier, bei 66-mal insgesamt Edelmetall war nur der unangefochtene Spitzenreiter Russland besser. "Wir müssen unsere Arbeit im Leistungssport intensivieren und noch zielgerichteter betreiben, um die Farbe der Medaillen in diesem Trend ins Positive zu verändern", forderte Schimmelpfennig auf dem Weg zu Olympia 2016.

Neben den mit jeweils drei Europaspiele-Titeln überragenden Kanuten und Schützen dürfen auch die Volleyball-Herren mit reichlich Selbstvertrauen in die entscheidende Qualifikationsphase für Rio starten. Nach WM-Bronze glückte der Auswahl von Bundestrainer Vital Heynen schon der zweite Coup binnen neun Monaten, im Anschluss die letzten Klänge der Nationalhymne stürmte der Belgier direkt zu seinem Team aufs Podest. "Ich bin zwar kein Deutscher. Aber jedes Mal, wenn die deutsche Fahne hochgezogen wird, denkst du: Wow! Das haben wir geschafft", sagte Heynen bei Sport1.

Die ersten zwei Sätze sicherte sich sein Team souverän, geriet zwar beim 29:31 im dritten Durchgang kurz ins Straucheln, behielt mit 25:21 zum Ende aber die Nerven. "Es ist wichtig, dass die Spieler gewinnen lernen. Diesen Erfolg heute müssen wir nutzen, um den nächsten Schritt zu machen", betonte der Coach mit Blick auf Rio.

Lange mussten auch die deutschen Judoka auf einen solchen Erfolg wie in der Heydar-Aliyev-Arena warten, wo gleichzeitig auch die EM ausgetragen wurde. Neun Einzel-Medaillen gab es zuletzt vor 23 Jahren, am Sonntag kam ein zehntes Edelmetall hinzu. Das Damen-Team kämpfte sich ins Finale, unterlag dort aber Frankreich 1:4. "Das ist ein ganz, ganz großartiges Ergebnis", resümierte Verbands-Direktor Mark Borchert die Europaspiele. "Nach Rio ist es noch ein harter Weg, aber so ein Ergebnis gibt richtig viel Rückenwind."

Insgesamt habe man gut 400 Tage vor der Olympia-Eröffnungsfeier in diversen Sportarten derzeit 35 Quotenplätze, rechnete Thomas Sinsel, Ressortleiter für olympische Sommersportarten im DOSB, vor. "Ab Montag geht es auf Rio zu, es sieht nicht schlecht aus." Am letzten Wochenende sorgte die zweite Badmintongarde mit dreimal Bronze für ein überraschendes Ergebnis, die deutschen Junioren-Schwimmer machten mit ihrem dritten Gold durch die 16-jährige Maxine Wolters schon Hoffnung für Olympia 2020.

Ambitionen auf baldige Sommerspiele hegt auch der in der Öffentlichkeit umstrittene Europaspiele-Gastgeber. Angespornt von dem europaweiten Lob aus dem Sport soll auf die Europaspiele in Zukunft ein noch gigantischeres Projekt folgen. "Das Niveau der Ambitionen hängt nicht mit der Größe eines Landes zusammen", sagte Ali Hasanov von der Präsidialverwaltung der autoritär geführten Regierung auf die Frage nach einer möglichen Olympia-Bewerbung. "Ich denke, dass wir in der Lage sind, Events auf dem höchsten Level zu veranstalten."

Zwar hat Aserbaidschan, dessen Regierung wegen Verstößen gegen Menschenrechte und Pressefreiheit in der Kritik steht, noch nicht über eine Kandidatur für 2024 als Konkurrent von Hamburg entschieden. "Sie sind sehr gut in der Lage, Olympische Spiele zu veranstalten", assistierte aber bereits Patrick Hickey, Präsident des Europäischen Olympischen Komitees. Auch der Deutsche Olympische Sportbund zeigte sich mit den Bedingungen "sehr zufrieden", sagte Vorstandschef Michael Vesper. "Das ist eine gelungene Premiere gewesen."

Für die nächste Auflage 2019 wird immer noch ein Gastgeber gesucht. Ob dann auch die Top-Sportler im Schwimmen und Leichtathletik dabei sind, ist ebenfalls offen. Das hinderte den Veranstalter aber nicht daran, entgegen vorheriger Ansagen noch weiter in die Zukunft zu blicken. "Es wird eine sehr gute zweite Auflage", sagte EOC-Chef Hickey. "Und es wird eine sehr gute dritte Auflage geben."

dpa

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