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Vom Chancentod zum Matchwinner: Dortmund feiert Aubameyang

Fußball Vom Chancentod zum Matchwinner: Dortmund feiert Aubameyang

In Lissabon vergab er beste Chancen. Doch im Rückspiel schlug er eiskalt zurück. Mit einem Dreierpack führte Aubameyang den BVB in das Viertelfinale der Champions League. Im Zimmer seiner Kinder wird es deshalb allmählich eng.

Pierre-Emerick Aubameyang traf dreifach beim 4:0 gegen Benifica.

Quelle: Bernd Thissen

Dortmund. Der Frust aus dem Hinspiel war mit einem Mal verflogen. Nach seiner One-Man-Show beim 4:0 (1:0) über Benfica Lissabon war Frohnatur Pierre-Emerick Aubameyang wieder ganz der Alte.

Mit seligem Lächeln, einem silbernen Designer-Rucksack auf dem Rücken und einer besonderen Trophäe unterm Arm machte sich der BVB-Torjäger auf den Heimweg. "Der Ball kommt ins Zimmer meiner Söhne. Das mache ich immer, wenn ich drei Mal treffe", kommentierte der noch in Lissabon als Chancentod gescholtene Torjäger. Auf die Frage, wie oft er seine Kinder bisher auf diese Weise beschenken konnte, antwortete er nach kurzer Bedenkzeit: "Ich glaube vier Mal."

Anders als vor drei Wochen beim 0:1 in der portugiesischen Hauptstadt, wo Aubameyang selbst beste Chancen und sogar einen Elfmeter vergeben hatte, lief er im Rückspiel zu großer Form auf. Seine drei Treffer (4./61./85. Minute) bescherten der Borussia den ersten Einzug in das Viertelfinale der Champions League seit 2014. "Dieser Abend war einfach fantastisch", schwärmte der zurzeit beste Bundesliga-Torschütze. "Ich war nach dem Hinspiel sehr traurig. Deshalb wollte ich meinen Mitspielern heute zeigen, dass ich das viel besser kann."

Die bemerkenswerte Reaktion des Gabuners, der schon in den vergangenen Bundesligaspielen in Freiburg und gegen Leverkusen jeweils zweimal getroffen hatte, versetzte auch Thomas Tuchel in Hochstimmung. "Er hat jetzt doppelt und doppelt getroffen in der Liga. Heute war der perfekte Moment für einen Dreierpack", sagte der Dortmunder Fußball-Lehrer im Scherz. Über die Blackouts des pfeilschnellen Angreifers im Hinspiel kann auch Tuchel mittlerweile lachen: "Nachdem in Lissabon sein Zwillingsbruder gespielt hat, war ich froh, dass es heute wieder der echte Auba war."

Ein weiteres Sonderlob des Trainers gab es für Christian Pulisic. Der US-Nationalspieler ist zwar erst 18 Jahre alt, traf aber in der 59. Minute wie ein abgeklärter Routinier zum zwischenzeitlichen 2:0, als er Benfica-Torhüter Ederson mit einem Lupfer überlistete. Es war der erste Champions-League-Treffer des Youngsters. "Er rechtfertigt das in ihn gesetzte Vertrauen, er bekommt es nicht geschenkt", kommentierte Tuchel den Auftritt von Pulisic, der mittlerweile selbst Weltmeister André Schürrle den Rang abgelaufen hat.

Nach zuletzt drei überzeugenden Siegen in der Bundesliga mit insgesamt zwölf Toren setzte der BVB auch gegen Lissabon seinen positiven Trend fort. Damit scheint das zuvor oft wechselhafte Team auf einem guten Weg zu mehr Stabilität. "Wir hatten im Sommer einen großen Umbruch. In den letzten Bundesligaspielen haben wir uns warm geschossen und viel Selbstvertrauen getankt. Langsam greift ein Rad ins nächste", befand Mittelfeldspieler Julian Weigl. Kapitän Marcel Schmelzer hofft auf weitere Fortschritte: "Der Einzug in das Viertelfinale wird dieser jungen Mannschaft einen Schub nach vorn geben."

Zum wiederholten Mal spielte die Borussia in der Champions League groß auf. Auf die vielen Fragen nach einem Wunschgegner für das Viertelfinale antworten alle Profis ähnlich. Ein mögliches Kräftemessen mit dem FC Bayern in den für den 11./12. und 18./19. April angesetzten Partien müsse es nicht unbedingt sein. Bei einem Sieg im Pokal-Nachholspiel am Dienstag beim Drittligisten SF Lotte in Osnabrück müssten die Dortmunder innerhalb weniger Tage ohnehin zweimal nach München: in der Meisterschaft am 8. April und im Pokal am 24./25. April.

"Wir haben wenig Lust, in zwanzig Tagen möglicherweise vier Mal gegen sie zu spielen. Und davon drei Mal in München", sagte Schmelzer. Ähnlich sah es Tuchel: "Ich wünsche mir kein deutsches Duell. Nicht, weil wir Angst hätten. Aber wir wollen uns international messen, wir wollen reisen und Stadien in Europa kennenlernen." Mittelfeldspieler Erik Durm sieht der Auslosung am 17. März mit großer Vorfreude entgegen: "Egal, wer es wird, es wird sowieso ein Wahnsinnsspiel."  

dpa

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