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WM-Ringer durstig in Las Vegas - Abnehmen wird zur Tortur

Ringen WM-Ringer durstig in Las Vegas - Abnehmen wird zur Tortur

Die Erwartungshaltung der deutschen Ringer ist nach den Erfolgen durch Weltmeisterin Aline Focken und dem guten Abschneiden bei den Europaspielen in Baku deutlich gestiegen. Doch der Sportdirektor will vor der WM in Las Vegas keinen zusätzlichen Druck aufbauen.

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Frank Stäbler gehört bei der Ringer-WM zu den Medaillenkandidaten.

Quelle: Michael Latz

Las Vegas. Für die deutschen Ringer ist bei der WM im Spieler-Paradies Las Vegas laut Sportdirektor Jannis Zamanduridis "alles oder nichts möglich".

Bei Temperaturen um fast 40 Grad Celsius in Nevadas Wüste, trockener Luft und aggressiven Klimaanlagen in den Hotels ist "das Immunsystem am Limit", meint Frank Stäbler, der neben Titelverteidigerin Aline Focken als größter Medaillenkandidat des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) bei den einwöchigen Titelkämpfen von diesem Montag an gilt.

Bis zu acht Kilogramm müssen die Ringer abnehmen. Doch wie kann ein Körper 24 Stunden später nach dem Wiegen Höchstleistungen erbringen?

Die austrainierten Athleten sind bereits in Grenzbereichen, meint Zamaduridis und fordert "intelligentes Abnehmen". Allerdings hat man wegen der trockenen Luft immer das Gefühl, trinken zu müssen. "Kein Essen und die letzten drei Tage fast nichts trinken. Es ist die totale Entwässerung, eine Tortur", sagt Stäbler, der von 74 auf 66 Kilogramm kommen muss. Nach der Schwitzkur und dem Wiegen kann er wieder sieben Liter Flüssigkeit und Kohlenhydrate zuführen. "Der Körper nimmt alles auf wie ein Schwamm, dabei ist Essen nicht so wichtig", betont der Europameister von 2012, der eher Fleischbrühe bevorzugt.

Die Verlockungen in der Wüstenmetropole sind für die Sportler enorm. Wie kann man sich optimal auf die Kämpfe vorbereiten?

Um Erkrankungen zu vermeiden reist das deutsche Team erst wenige Tage vor Wettkampfbeginn an. Abseits des Wettkampfortes beziehen sie Quartier - ohne Spielcasino. "So haben wir nicht gleich diese Reizüberflutung. Erst am Tag des Wiegens geht's ins offizielle Hotel samt Spielcasino", betont der Sportdirektor. Die Gefahr einer Grippe ist immer präsent. "Der Unterschied zwischen heiß und kalt ist extrem, da sind wir anfälliger. Das sehe ich als größte Gefahr", meint Freistil-Bundestrainer Sven Thiele und setzt auf viel Vitamine.

Warum hat die WM so einen hohen Stellenwert?

Es ist die erste Möglichkeit für eine direkte Olympia-Qualifikation (Platz 1-5), ehe ab April noch drei Qualifikationsturniere anstehen. "Zudem ist gerade das Freistilringen in den USA sehr populär. Deshalb sind wir erstmals am Ende der Woche dran, damit der Höhepunkt zur Primetime kommt. Die Halle wird mit 8000 Fans voll sein. Es wird gigantisch", erklärt Thiele, der 1995 in Atlanta selbst WM-Zweiter im Superschwergewicht war.

Wer hat die größten Chancen auf ein Rio-Ticket oder eine Medaille?

Neben Griechisch-Römisch-Spezialist Frank Stäbler hat auch 85-Kilo-Mann Ramsin Azizir zuletzt viele Weltklasseleute bezwingen können. Bei den Frauen kämpft Focken (69 kg) erneut um Gold. Doch auch die zweimalige Junioren-WM-Zweite Luisa Niemesch (58 kg) und die WM-Dritte von 2012, Jaqueline Schellin (48 kg), haben gute Chancen. Im Freistil liegen die Hoffnungen auf den Schwersten: 125 Kilo-Mann Nick Matuhin hat's drauf, doch der Kopf muss mitspielen. Zudem überraschte zuletzt Routinier Marcel Ewald (57 kg) bei den Europaspielen mit Silber.

Warum ist der "Ringer des Jahres 2014", Oliver Hassler, nicht dabei?

Der Halbschwergewichtler schaffte bei den Männern im Vorjahr mit WM-Silber im Limit bis 98 Kilogramm die beste Leistung. Doch nach einer Ellenbogenverletzung erreichte er in dieser Saison noch nicht sein altes Leistungsvermögen.

Gibt es weitere Regeländerungen?

Nein. Der Ringer-Weltverband United World Wrestling setzt auf Aktivität und Attraktivität. "Es wird viel Wert auf technische Handlungen gelegt. Man muss dem Kampfgericht deutlich machen, dass man der aktivere Athlet ist, was bei hochkarätigen, engen Kämpfen zum Sieg reichen kann. Das wird honoriert", meint Zamanduridis.

dpa

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